Montag, 17. Februar 2020

Symbole

Aus Erich Neumann, Die Große Mutter, Olten 1989.S. 30/31.

" ... die Symbole sind nicht nur auf das individuelle Ich bezogen, wie die Bewusstseinsfunktionen, sondern auf die Ganzheit des psychischen Systems, die Bewusstsein und Unbewusstes umfasst.

Aus diesem Grunde sind im Symbol nicht nur bewusste und unbewusste Elemente enthalten,
sondern wir finden neben Symbolen und Symbol-Elementen welche das Bewusstsein relativ schnell verarbeiten kann, immer auch solche, die nur im Ver4laufe von langen Entwicklungen oder überhaupt nicht assimiliert werden können und die irrational und bewusstseinstranszendent bleiben.

Die Bewusstseinsunabhängigkeit des natürlichen Symbols äußert sich auch darin, dass es den Charakter des Unbewussten, dem es entstammt, in seiner eigenen Struktur repräsentiert. Während zu den Merkmalen des Bewusstseins die Trennung in Ich und Du gehört, kehren im Symbol die Grundmerkmale der "Ursprungssituation" des Unbewussten wieder. Rationale und irrationale, bewusste und unbewusste, der Innen- und Außenwelt entstammende Elemente fallen in ihm nicht nur zusammen, wie der Terminus >>Symbol<< besagt, sie erscheinen in ihm auch in einer ursprünglichen und natürlichen Einheit.

Die symbolische Bildrepräsentation durch das Unbewusste ist der schöpferische Quellpunkt des menschlichen Geistes in allen seinen Verwirklichungen. Nicht nur das Bewusstsein und die Begriffe seines philosophischen Weltverständnisses entstammen dem Symbol, sondern ebenso Religion, Ritus und Kult, Kunst und Brauchtum. Aber weil der symbolbildende Prozess des Unbewussten der Ursprungsort des menschlichen Geistes ist, ist auch die Sprache, die mit der Entstehung des menschlichen Bewusstseins fast identisch ist, anfangs auch immer Symbolsprache.

... Tendenz des Symbols, mit Hilfe von Überschneidungen, Überblendungen und Verwebungen gegensätzliche Elemente zu verbinden und die verschiedensten Lebensgebiete miteinander in Kontakt zu bringen.

Das Symbol weist hin, deutet an und erregt. Aus diese Weise setzt es das Bewusstsein in Bewegung und bringt es dazu, alle Bewusstseinsfunktionen zur Verarbeitung zu verwenden. Denn eine nur begriffliche Verarbeitung des 'Symbols erweist sich als völlig unzureichend.

Während die Symbolwirkung die Bewusstseins - Überbetonung des modernen abendländischen Menschen ausgleicht, ist sie beim Frühmenschen nicht nur bewusstseinsstärkend, sondern geradezu bewusstseinsbildend. Durch das Symbol erhebt sich die Menschheit aus der Frühphase der Gestaltlosigkeit, mit der Bildlosigkeit und Blindheit einer nur unbewussten Psyche, zur Phase der Gestaltung, deren Bildhaftigkeit eine wesentliche Voraussetzung für die Entstehung und Entwicklung des Bewusstseins ist."

Murnau, 17.2.2020, UTC 16:43.

Dokumentation:



Herz - am Mittwoch taucht es ab - Mars im Jenseits

17. - 24. 2. 2020
0:00 UTC
und unter den Nördlichen Königskonjunktionen
der vier  Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser
(Anklicken vergrößert)



"Wir dürfen das Unbewusste weder als Ordnung,
noch als Unordnung vorstellen. Die Erfahrung weist 
beides nach. Es kann daher bei ungeordnetem
  Bewusstsein Ordnung aus dem Unbewussten 
kommen, und umgekehrt, bei zu engem Kosmos
des Bewusstseins bricht aus dem Unbewussten
Chaos herein. Bei der Bildung großer Religionen 
handelt es sich zunächst um eine kollektive
 Desorientierteheit, welche  ein überwältigendes
Ordnungsprinzip im Unbewussten allgemein
 konstelliert. (kollektive Erlösungssehnsucht).
Der Prophet erkennt aus der Not der Zeit durch 
innere Schau das hilfreiche Gebilde im 
kollektiven Unbewussten und spricht es 
im Symbol; weil er aus dem kollektiven
 Unbewussten spricht, so spricht er für jedermann,
es ist "wahr" - eine temporäre Gültigkeit,
da es nur für einen bestimmte Lage, gemeint ist."

C. G. Jung, Briefe, S. 86/87



es ist das "hilfreiche Gebilde" als das die Astrologie sich mir vor 39 Jahren vom ersten Tag an erwiesen hat - sie gibt den Tatsachen Namen nach ihrem Ort in Raum und  Zeit.

Mit meinem 'Tagebuch', oder meiner Chronik, stelle  ich einen verlässliche Zacken im kosmischen Zahnrad dar, um den die Fügung mich gebeten hat. Ob jemand von außen  bestätigt was ich darstelle ist eine Sache,   Hauptsache aber ist: es 'tickt' im menschlichen Bewusstsein  und Gott hat es gehört


8. Woche 2020

unter dem Himmel der Nordhalbkugel
unseres grünen Planeten


Mars
in Steinbock nun
das sind Anfänge jenseits des Zeitlichen
und es sind Anfänge kommender Zeiten

hier  in den Höhen des 'Pilgerweges'
Steinbock
ereignet sich in diesem Halbjahr
soviel Sinn unterwegs in die 
Gegenwart

und hier 
nach Venus, Merkur, Sonne
jetzt mit Mars
die letzte Welle
die Steinbock 
unseren kollektiven Charakter
durchwandert
mit ehrlichen Kühnheiten
hinzukommend zu
 Jupiter
Pluto
Saturn
gleich
Sohn
Bruder
Vater
(des Himmels)
als
Verknüpfer
Freund
Bestimmuer

also vier Götter in
 Steinbock 
dem Pilgerpfad 
des Charakters
alle vier sind dem Wohl 
der Gesamtheit verpflichtet


das ist eine weiterhin abnorme
Häufung von Heil
und zugleich von Unheil
denn die Archetypen beinhalten beides
 heiliges und dämonisches Potential
im Mittelalter sprach man bei Christen und Muslimen
  vom Krieg der Engel
mit den Dämonen
indem Allah geboten hat
keinen Zins zu nehmen
während es unter Jahweh nur verboten war
Zins von Stammesgenossen zu nehmen


Soviel erstmal zu Mars und seinem Schicksal auf dem Pilgerpfad des 'Anthropos' der bei mir Tierkreismensch heißt.


also Mars
in Steinbock
Energie
ab jetzt gedrosselt
Höhenluft
Unbefangenheit bei Hof

Venus 
dagegen
mit den Reserven der Erde
wieder in Hungerland Widder

gegen Ende der Woche
Zufuhr durch Quadrat mit 
Jupiter
in staatlicher Vollmacht

Mittwoch dann geschieht es
Sonne geht in Fische
und sofort in Resonanz mit
den Elementen Wasser und Erde
 Sonne = Herz = Zentrum 
trifft auf

das will etwa heißen: der Druck, die Energie des Fühlens ist nicht in der gegenwärtigen Welt
sondern weit in der Zukunft
(wobei es niemand benommen ist, jetzt und ohne Reue mit der Zukunft zu beginnen
er nähert sich dann dieser Energie)

das gleiche gilt für das Daheimsein 'des Fleisches'
wie ich den Mond des Erd-Elements
wahrnehme

das ist es was dem Herzen 
der Gotteswelt
die eine anonyme Welt 
in der Menschenseele ist
hier zugeschrieben ist
 für die 
 Nordhalbkugel
 der Erde

schließlich und endlich
lieber Merkur
sei auch deiner gedacht der du in den
Fische-Tiefen des Namenlosen
das Werkzeug der Unterscheidung bewahrst
wie es den Maßen des Schöpfers
gebührt
in den Fischen

die ja bekanntlich zwei Gegensätzliche sind 
durch eine (Nabel-?)Schnur
verbunden




Noch immer haben wir insgesamt eine Lage, wo 7 'Teilpersönlichkeiten' von uns tief drinnen im Urmenschen sich in den Zeichen des Winters - Rückzug und Vorbereitung - aufhalten. Uranus und Venus dagegen strotzen im Frühling,  Wassermann, Stier und Waage haben jetzt Frühling. Dieses "Ganze" intellektuell zu begründen ist unser Bewusstsein überfordert. Für das unbewusste Selbst aber, ist die - unbewusste -Vereinigung des Vielen im Symbol zu Einem, wie es  täglich erweist,  normal.


Entwurf: 16. 2. 2020, UTC: 16:04., Murnau, 17. 2. 2020, UTC: 16:01.


Dokumentation:










  


Montag, 10. Februar 2020

Feuer am Anfang - Eis am Ende- 7. Woche 2020



10. - 17. 2. 2020
0:00 UTC
und unter den Nördlichen Königskonjunktionen
der vier  Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser
(Anklicken vergrößert)



"Der lapis ( 'Stein der Weisen' der Alchemisten)
ist zwar als Einheit gedacht und steht daher oft
 für die prima materia überhaupt. Aber wie diese 
ein Stück Ur-Chaos ist, [... ] so besteht auch der 
lapis aus den vier Elementen, respektive muß aus
diesen zusammengesetzt weren. Im Chaos sind 
sie nicht geeint, sondern bloß koexistent und 
müssen daher durch die alchemische Prozedur 
verbunden werden. Sie sind einander sogar 
feindlich und wollen sich nicht freiwillig einigen.
Sie stellen daher einen ursprünglichen Konflikt-
zustand und gegenseitige Abstoßung dar."

Jung, Aion GW. 9/2,  § 375

" Das Mandala bezeichnet das menschliche
oder göttliche Selbst, also die Ganzheit oder 
die Anschauung Gottes [...] 'mache das hermetische 
Gefäß aus deiner seelischen Ganzheit und gieße
darein, die ganze aqua permanens, id est doctrinae'
[...] Damit wird angedeutet,  dass der Adept sich 
selber durch die alchemistische Doktrin digerieren
und wandeln soll."

ebd. § 379










wenn ein Moment der Meditation pro Woche gegeben ist, so ist es dieser, den der Chronist teilt mit dieser Stunde + Ascenzent noch im halb -Unbewussten, in, und hier mein Bekanntnis, in derArchitektur des Kreises, die dem Bewusstsein erlaubt, Schlüsse zu ziehen auf's Unbewusste beim gemeinsamem Zeitpuls am Aszendenten.
Sei es wie es sei, das vierte Element, Wasser,







das ständige Fließen im Inneren der drei Elemente, kennt die drei Stockwerke jeder Schöpfung in der Architektur des Unbewussten als da sind:

Geist

Seele

Element

daher die Vision des Tierkreises
als ein fortwährend aufsteigendes Band

gleichbedeutend mit


die dreifach-Spirale
der Zeit 

Weisheit des Chronos
Gott der Zeit 
in uns



zu begreifen
 zu bestaunen
 ein Tropfen in der Unendlichkeit
 lobt das Meer

 daher, auf Bayerisch:

Dyrselbn spraach dyr Iesen: "I preis di, Vater, Herr von n Himml und dyr Erdn, weilst dös allss yn de ganz de Gscheidn verborgn, yn de Aimetn aber goffnbart haast.


Jeder mit und gegen Jeden 
in der titanischen Konkurrenz 
der Elemente

so aber Friede der Elemente erreicht ist
fanden die Alchemisten
sei erst die Hälfte der Tat getan
es bleibt vor der Einheit noch die
 Leidenschaft des  Feuers
zwischen König und Königin
derzufolge die Seele flieht
wenn es ihr der Hitze zuviel wird
und nix is

  erst auf der kühlenden Stufe des Geistes
ab Schütze
kann der Streit der Leidenschaften der Seele
überwunden werden
zur Einheit in der alchymischen Hochzeit von
Himmel und Erde
Braut und Bräutigam
einander
von selbst
 so sicher
wie die
die Natur des Gefälles
 nach dem die
 Flüsse von den Bergen rauschen

 um gemeinsam stark zu werden in den
Gegensatz - Motoren der Natur
die das Wachsen 'automatisch' regulieren
wie in  Eichen im Bestand von Jahresringen
in einer Allee
die aus Zeit
besteht

eine Allee des Schweigens


7. Woche

wo aller Anfang wie immer
mit Mars durch den Tierkreis zieht
im Phythmus von 1,6 Jahren

und wo er nun viel- und abermals seit 1603 die Bilder-Tür
durchstürmt zur Hölle der Leidenschaften
Sonne Venus
Königskonjunktion im Element Feueri
im Feuer-Zeichen Schütze 

dazu im Spiegel
Krebs
das  Innere Fließen welchem  Mars im Spiegel zuruft 
'empfange den Stoß in's 'Schwarze'
gemeint ist der Krebs des Tierkreismenschen
'anthropos' links und der Tierkreisfrau 'anthropa' rechts


ja was? was ruft Mars aus dem Schütze-Geist in den Schoß der Erde?

 unser Inneres 4 - 0 ° Krebs
ist von Mars aufgerufen
in Spiegel-Resonanz 
auf 26 ° und 27° Schütze

es wartet das Bild des  lebendige Feuers
von Gier und Leidenschaft
der Elemente
in  Bildern wie vom lästerlichen
Paradiesgarten


in denen Gott abermals vorgeführt wird von Menschen-Bewusstsein 
auf was Er sich eingelassen hat
mit der Erschaffung des Menschen

soweit Mars
der wie in der Geburt
 nur eins kennt
hindurch
ans Licht
damit ich sei

am oberen Rand
vom symbolischen  Trichter der umfassenden
Einsicht
Schütze
Mars der frische
aber noch blinde Impuls
am obereren Rand des Kraters

(Tambora)

derweil Venus 
aus dem Fische-Zustand in den Widder-Zustand
gewechselt
Futter für Stier und Waage
zu beschaffen hat im Land
der Ziegen und Schafe
 Hungerland seit eh und jeh

so versteht die tägliche  Rückkehr ins Selbst des Chronisten sich als  Rückkehr an den Anfang, in die Religion der Väter, die den Tiekreishimmel gelesen haben und  die 'Götter',  die ihre Augen sahen , 'kannten' jetzt nach 5 000 Jahren als Himmelsgötter in heilige Tierkreisgötter zurückgekehrt im tropischen Jahr der Erde als Kind der Sonne

beschreibt meine Chronik weiter den 
Tierkreishimmel des 
Tierkreismenschen
'Selbst' 
der alles weiß 
aber sich seiner nicht bewusst ist
(C.G.Jung :' habet deus conscientia?')

Merkur aber im Tierkreismenschen
 das Unterscheiden und das 
'Heimkehren zu Penelope'
Zwillinge und Jungfrau
im Menschen der Nordhalbkugel
dieser Merkur
befindet sich derzeit noch im 'Heilschlaf' der
Fische

Sonne aber weiter im Wassermann
der 'Vogelperspektive'
auf die Dinge
kühles Vogel - Herz 

erreicht am Samstag
mit 26,6° Wassermann

den Pluto des Wassers von 1305-
des 'fühlenden' Elements

25. 12. 1305
Königskonjunktion im Wasser-Element

Pluto = die Satzungen des Fließend-Fühlenden

Pluto /Skorpion =das zum Kristallinen
 'Eingefrorene' der Zeit

'oh Salz im Bauch der Zeit'

Anmerkung des Chronisten: es ist nicht von uns gefordert, in unserem nicht-wissenschaftlichen Alltags-Bewusstsein die unvorstellbar feinen Arbeiten des Selbst in seiner Selbst-Erhaltung durch Wandel überall und immer  nachzuvollziehen diese 'autonomen' Dinge sind mit gutem Grund dem Bewusstsein entzogen, das eine scharfe Konzentration, allerdings auf wenige Dinge, erlaubt.
Eine bescheidene Ahnung reicht vollkommen zum Staunen vor der beständigen Schöpfung.

so ist es der Bruder-Gott
Pluto
der aus den Wassern im Luftbereich
den Gefühlen im Denkbereich
des Wassermann 
von den Himmeln hinunter
ins zweite Zeichen Stier 
in die Herden
zusammen mit Sonne
ruft

'geht nach innen ins Fühlen
findet zurück in den Kreis-Kanon
der allen gerecht wird
im ständigen Kreisen'

dieser Pluto des Wassers
erwartet Sonne am Sonntag
Sonne + Pluto
= Genuss + Verzicht

Alle übrigen sinn-schwangeren  Langsamwanderer im Kreis um die Sonne, zu all diesen ist dem in Vorwochen Gesagtem im Moment nichts hinzuzufügen.
Entwurf:
9. 2. 2020, UTC: 16:09

Murnau, 10. 2. 2020, UTC: 16:12.

Dokumentation:










Donnerstag, 6. Februar 2020

Tage und Äonen - Es geht weiter: Solon

Erkennen, oder Machen ?

Ist eine gute Deutung ein Vorschlag an die Götter?[1]

Das Selbst, sagt JUNG, scheint alles zu wissen,
sich aber seiner selbst nicht bewusst zu sein –
das begründet die Königsrolle des erkennenden
Bewusstseins im Universum und ein Lob des
 Gottesfunkens in jedem neugeborenen Kind

[1] JUNG, (archetyp=Organ)

  Solon

Zunächst war es eine Gestalt am Rande der datierbaren  Geschichte, die mir trotz bescheidener Schul- und fragmentarischer Hochschulbildung hell im Bewußtsein stand: der griechische Kaufmann, Reisende,  Weise und Staatsmann Solon. Zu seiner Zeit, war in Athen die altertümliche, aristokratische Staatsverfassung in
die Krise geraten. Die Vornehmen waren in unaufhörliche egoistische Kämpfe miteinander und mit der Menge der Armen verstrickt.
Für das Jahr –594/593 hatten die Athener Solon zum Schiedsrichter und Archonten von Athen gewählt. Dort war es nach dem Herkommen üblich gewesen, Pächter, die ihre Schulden beim Grundbesitzer nicht bezahlen konnten, in die Sklaverei  zu verkaufen, ein drückendes Schicksal, das über vielen hing und das zu unaufhörlichen Unruhen führte.
 Dieses „Leihen auf den Körper“ schaffte Solon mit seinen berühmten, historisch gewordenen Reformen ab, wie er überhaupt sämtliche Schulden aufhob. So hat er ein Ende gemacht damit, daß die menschliche Person (des freien Athener Bürgers) wie eine Sache behandelt werden konnte: eine erste ‚Erklärung des Menschenrechts‘ in der Geschichte.
Ich fragte mich, wie wohl der Planet Uranus, zur damaligen Zeit gestanden haben mag, und ob er einen „Herrscher“ aus der Königskonjunktion von 642v.Chr. besucht habe? Uranus, den Herrn des Zeichens Wassermann deute ich als ‚ Menschen-Planet’. So, wie Hölderlin den Menschen sah, als er im ‚Hyperion‘ schrieb:
„Der Mensch ist aber ein Gott, sobald er Mensch ist.“[2]
Solches ‚Mensch-Sein, im Zeichen des Wassermanns, verstehe ich als im Geist der ‚Menschenliebe’,  als im Geist des Übersteigens aller Sonderungen in Geschlechter, Nationen, Klassen und sonstige Zugehörigkeiten. Wie das psychische Bild des ‚Einen und Einzigen’, des Schöpfer-Gottes des alten Testaments, so kann sein ‚Ebenbild Mensch‘ nur der vollständig entfaltete Einzelne sein, den zu werden der Uranus, wie ich ihn verstehe, aus dem Geist den Menschen ruft. Der große Wassermann (Aszendent) C.G.Jung bezeichnete diesen als das individuierte „Selbst“, was soviel heißt wie, dass mit einem individuierten Menschen ein Allgemeines, Göttliches, eine bürgerliche Adresse und ein Konto bei der Sparkasse hat, eben in einem in Raum und Zeit einmaligen Individuum wohnt.[3]
Uranus also, der ‚Gott=Mensch -Planet’, wo mochte er gestanden haben?
Wenn aber Solon alte Satzungen aufgehoben hat, in welchem Tierkreiszeichen, durch welches der zwölf Zeichen und folglich durch welchen Planeten wären solcherart Satzungen am Himmel repräsentiert? Dafür fand sich folgender Gedanke: die unveränderlichen Maße und Anordnungen (außerhalb der Zeit) sind der Natur durch das ‚väterliche’ Zeichen Steinbock und seinen Planetenherrscher Saturn vertreten. Diese können nicht aufgehoben werden, H2O bleibt in alle Ewigkeit die Molekülanordnung für Wasser usw.
Vor gut fünfhundert Jahren wurde in der Schweiz ein Mann geboren, der einsam, angefeindet, aber mit unverwüstlichem Selbstbewußtsein ausgestattet, damals unüblich in deutscher Sprache schrieb:
„Also, was hat es für einen Sinn, daß man Gebote einsetzt, von Sitte, Tugend, von Zucht und dergleichen lernen läßt? Nun kann doch keiner als Gott allein ein Gebot geben, das beständig & unverrückbar wäre. Drum müssen diese Gebote nach der Zeit gemacht werden und aufgehoben und andere an ihre Stelle gesetzt werden!“[4]

Dieses Wort von PARACELSUS verweist auf von Menschen gemachte Gebote, die nach der Zeit zu machen sind wie Gletschereis, unveränderlich für Zeiten adoch schmelzend nach der Zeit.  Solche Gebote aber und damit die Macht zu ihrer zeitlichen Anordnung sehe ich im  Kristall-Zeichen Skorpion angezeigt entsprechend seinem Herrscher Pluto. Die Aufhebung derselben aber führt natürlich  dann nicht der Pluto durch - er wehrt sich vielmehr dagegegen mit dem ganzen Fanatismus dessen „Konservative“ fähig sind -sondern dafür sind der ‚Aufheber’ Uranus zuständig oder der ‚Auflöser’ Neptun.
Nun ist es - nebenbei bemerkt - interessant, daß Solon tatsächlich, wie PARACELSUS gefordert hat, seine Gesetze für eine begrenzte Zeit, nämlich hundert Jahre, aufgestellt hat. Sofort nach Aufstellung der Gesetze aber, so erfährt man bei dem griechischen Schriftsteller PLUTARCH, begannen die Leute ihm jeden Tag, das Haus einzurennen, er möge dies ändern, das hinzusetzen, wie dies gemeint sei, ob nicht jenes die richtige Auslegung sei –
 „es ist eine schwierige Sache“,
 wie  er selbst sagt –- als Begründung für seine Reisen,
„in großen Angelegenheiten alle Seiten zu befriedigen“.

    Er kaufte zum Ende seines Archontats ein Handels-Schiff und brach auf zu einer Reise von zehn Jahren in der Hoffnung daß in dieser Zeit man sich an seine Gesetze gewöhnen würde.“(PLUTARCH , Solon). Vorher hat er noch die Athener Ratsmitglieder  und Beamten schwören lassen, daß sie die Gesetze für zehn Jahre nicht ändern noch verletzen würden, bei Strafe in Gestalt einer goldenen Statue in der Lebensgröße des Gesetzverletzers, die von ihm für das Heiligtum in Delphi zu stiften wäre.    




[2] Hölderlin, Hyperion (2, 185) nach der historisch-kritischen Ausgabe von Hellingrath. 2. Auflage. 1923.
[3] An Stelle zahlreicher vergleichbarer Aussagen: „Der Mensch ist nämlich Gott, aber nicht absolut, da er ja Mensch ist. er ist daher Gott in einer menschlichen Art. Der Mensch ist auch der Kosmos, aber nicht in jeder Beziehung, da er ja Mensch ist. Er ist daher ein Mikrokosmos“. ( Nikolaus v. Kues, 1401-1464)
[4] Paracelsus, Fundstelle von mir nicht nicht aufzufinden.


Solon und das Welthoroskop


Da war nun also das Welthoroskop der Königskonjunktion vom 1.11.-642 und ich überlegte: die schnell laufenden Planeten einschließlich der Sonne kannst du sowieso vergessen, es gibt für Solons Archontat ja nur das Jahresdatum -594/593. Also fällt alles weg, was schneller ist als der Jupiter, der im Zeitraum  eines Jahres durch die 30 Grad eines  Zeichens läuft. Zur Zeit der Winterstürme, dachte ich weiter,  ist damals niemand zur See gefahren, also darf man an Frühling/Sommer denken. Die Anerkennung der Gesetze  durch heiligen Eid und damit ihr Wirksamwerden lag offenbar kurz vor der Abreise, so daß es im Mai, zur Zeit des Stiers gewesen sein könnte, denn Stier „regiert“ das zum Bleiben in (An)Sitzen Versammelte, also die Reviere und die darin gültigen Rechte. Es bot sich an, wenn man vom himmlischen Drehbuch der Königskonjunktion reden will, den Anfang Mai zu probieren, dann wäre die Sonne des 1. Mai z.B. auf 3° Stier gegenüber der Königssonne auf 2,1° Skorpion. Das wäre eine bedeutende Stellung, Opposition nennen Astrologen dieses Gegenüber. Es bedeutet die Verbindung des Bildes „Herrscherkraft in der Gemeinschaft“ (Sonne im Stier) mit dem des Gebotes, der Satzung (Skorpion), also genau das, was geschehen ist. Zehn Tage später, war die Sonne dann auf 12 –13° Stier gegenüber dem Merkur im Skorpion der Königskonjunktion. Auch diese Opposition wäre sinnvoll, „schaltet“ der Merkur doch die Regelungen des Verkehrs in der Welt einschließlich solcher Festsetzungen , wie sie Maß- und Austauschverhältnisse von Münzen und Waren betreffen. Die Solonschen  Gesetze enthielten auch auf diesem Gebiet kluge und detailierte Bestimmungen.
Vor allem aber ist der Merkur ein Eckstein in der Königskonjunktion von –642, weil ‚Vater’ Saturn und ‚Sohn’ Jupiter sich in einem von Merkurs zwei Reichen , im Zeichen der Jungfrau getroffen haben. Davon gleich mehr, zunächst aber die spannende Frage: hat nun Aufheber Uranus oder Auflöser Neptun den Satzungsplaneten Pluto berührt oder ist die ganze parallele Ordnung von  Zeichen am Himmel und Geschehen auf der Erde Einbildung?
Das Bild der Tageskonstellation des ersten Mai –593 war irgendwie enttäuschend, nicht Fisch noch Fleisch. Der Neptun war in uninteressanter Stellung. Uranus aber war auf 1,7° in den Fischen schon wirklich in der Nähe des Königsplutos aber dieser Abstand von 4,4° war unbefriedigend. Aus  Erfahrung wußte ich, daß wirkliche „Treffer“ genauer sind. Eine Woche suchte und überlegte ich hin und her, durchforstete das Internet daraufhin, ob die Historiker vielleicht über die Chronologie des Solon-Archontats uneinig sind, und, Hoffnung !! In einem Schülerreferat, war die Jahreszahl tatsächlich um ein Jahr später angesetzt. Andererseits, wenn unter den Fachgelehrten die Jahreszahl nicht strittig ist, dann legt die Abweichung eines Schülers den Gedanken an einen Irrtum immerhin nahe. Verzweiflung! – aber die Lösung kam. Die Lösung kam mir,  als ich noch einmal über den Julianischen Kalender nachgrübelte und – ich hatte es im Hinterkopf  - „das Jahr „0“ gibt es nicht“[1], die Zählung springt von 1 v. Chr. direkt über auf das Jahr 1 n. Chr. Ich überprüfte das in der Computer-Ephemeride, und siehe: sie warf für das Jahr 0, welches es nicht gibt, ein ordentliches Horoskop aus. Der Computer weiß also nicht, daß das Jahr „0“ nicht existiert. Dann ist also das Jahr -593 mit seinen Gestirnsständen, das der Computer-Kalender auswirft, in Wirklichkeit das Jahr –594 in den Chronologien der Historiker.
Nun also für den Mai –593 der Geschichtschronik das Jahr   -592 ( 10.5 ) eingetippt und das war das Resultat:





Königskonjunktion von - 642. Uranus im Mai – 593


Ein Kaufmann am Anfang


SOLON war in das Amt gewählt worden war,  nachdem er schon vorher der Stadt aus schwierigsten Lagen geholfen hatte und weil er im Streit der Parteien als einziger Autorität und Unabhängigkeit bewiesen hatte. Das Amt trug den Namen „Archon“ das ist, abgeleitet von „archo“, =der-Erste-Sein, und bedeutete zur damaligen Zeit, obersten Gebieter von Athen. Nun sind Politik und Gesetzeswerk SOLONs , zu denen der Uranus - Transit auf den Pluto der Königskonjunktion einen so deutlichen Hinweis gibt, das Werk eines Mannes, der zwar von hoher adeliger Herkunft war, dessen Familienvermögen aber durch Freigebigkeit seines Vaters nahezu aufgezehrt war. Schon in seiner Jugend wählte er den Handel darum als seine Bestimmung, nicht in erster Linie, „wie einige versichern“ (PLUTARCH) des Gewinns wegen, sondern um des Lernens und der Erfahrung willen.
Die Kaufmannschaft des SOLON läßt ihn aber als die Gestalt erscheinen, die gewissermaßen im Eingangstor einer ganzen Epoche von zweieinhalb tausend Jahren steht, so, wie Napoleon in ihrem Ausgangstor. Und das aus folgendem Grund: In die von einer Adelswelt und ihrem ritterlichen Faustrecht beherrschten Verhältnisse in der ersten Hälfte des Jahrtausend vor Christi Geburt brach ja mit der Königskonjunktion von -642 (=-641 im Computer) eine neue Zeitgestalt ein. Entsprechen dem Treffpunkt von „Vater“ und „Sohn“ in der Jungfrau sind es Reich und Prinzip des Merkur, welcher berufen ist, der Welt ein neues Kleid zu schneidern. Im Text des Plutarch wird deutlich wie (gegenüber der trotzigen Eigenbrödelei der auf ihren Sitzen  verhockten Adelsgeschlechter,) der Kaufmann es war, der die Frische eines neuen, feineren Mensch-Seins, in die Welt brachte:
„In dieser Zeit, war Arbeit, wie HESIOD sagt‚  für niemand eine Schande,‘ das galt auch für den Handel, aber Kaufmanschaft hatte einen noblen Ruf, brachte sie doch die guten Dinge, welcher die barbarischen Völker sich erfreuten, gab die Gelegenheit zur Freundschaft mit ihren Königen und einen reichen Strom von Erfahrungen. Es gab Kaufleute, die große Städte gebaut hatten, wie PROTIS den Gründer von Marseille, an dem die Gallier nahe der Rhone so hingen. Von einigen kann man auch hören, daß Thales und HIPPOKRATES der Mathematiker Handel trieben; und daß PLATO die Kosten seiner Reisen damit bestritt, daß er Öl in Ägypten verkaufte. SOLONs Sanftheit und Freigebigkeit, sein eher gemeinverständlicher als philosophischer Ton, den er in seinen Gedichten über das Vergnügen anschlägt, ist seinem Händlerdasein zugeschrieben worden; denn, hat man einmal tausend Gefahren erlitten, so ist es nur natürlich sie aufzuwiegen durch einige Belohnungen und Vergnügen; aber daß er sich selbst eher als arm, denn als reich verstand geht aus folgenden Zeilen hervor –
„Manche gemeinen Menschen sind reich, manche guten sind arm,
Wir werden unsere Tugend nicht ändern für ihren Reichtumswahn.
Die Tugend wegtragen, das ist, was keiner vermag;
Doch das Geld wechselt seinen Herren mit jedem neuen Tag.‘ “[2] (Übersetzung d. Verfassers)

Es ist wie weiter oben gezeigt, die Eigentümlichkeit der Königskonjunktionen von „Vater“ Saturn und „Sohn“ Jupiter, daß sie Zeiträume von annähernd 800 Jahren einer prägenden Tierkreisgestalt zuweisen, nämlich derjenigen,   in welcher sie sich zur Königskonjunktion getroffen haben, Jungfrau in diesem Falle. Aber damit nicht genug. Über der Serie von 800 Jahren liegt die Serie von dreimal achthundert Jahren. Denn viermal hintereinander, -642, 154 und 1007 und 1802 trafen sich Saturn und Jupiter zur Königskonjunktion in der Jungfrau. Diese Serie wird erst abgelöst von der Königskonjunktion von 2577 wo  Saturn und Jupiter sich im ‚väterlichen’ Zeichen Steinbock treffen werden.
Es waren also nicht 800 Jahre, sondern 3.200 Jahre wo die neue Gestalt immer wieder Jungfrau[3] das ist:  der bürgerliche Kaufman , Zeit hatte, den Weltstil umzuwandeln und neu einzubürgern.
Als 113 Jahre später der Griechische Bund unter Führung von Sparta und Athen sich gegen alle Wahrscheinlichkeit in der Seeschlacht von Salamis und dann in der Landschlacht von Platää gegen die persische Weltmacht behaupten konnte, da waren es seitens Athens die bürgerlichen Fundamente, die SOLON gelegt hatte, welche die moralische Grundlage für diesen Sieg hergaben. Im Sieg der Athener und ihrer Verbündeten  in der Schlacht von Salamis erscheint ein neuer großartiger Durchbruch des bürgerlichen Menschen gegen das alte Welt-Wesen der Aristokratie. Die Darstellung der reizvollen Bezüge von Salamis und Platäa zur Königskonjunktion will ich hier nicht vornehmen – Ziel der Ausführungen ist die exemplarische Darstellung: Königskonjunktion,  was sie ist und wie  sie  geht. Die weiteren Entdeckerfreuden will ich niemand nehmen.



[1] s.Beilage zur Wetterkarte des Deutschen Wetterdienstes 180/1999
[2] PLUTARCH, Solon.
[3] (= Familienverzweigungen und ihr privater Nutzen),
[4]  Thalassar oder Thallatta gr. Meer, See, Salzquelle.


Dokumentation