Montag, 25. August 2008

I remember Grandola


25. 8. – 1. 9. 2008 in der Matrix des Tierkreises
und der Königskonjunktionen der vier Elemente
Feuer, Erde, Luft und Wasser
aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305




Heute am Montag 0:00 Uhr UTC hat Mars 3,6° Waage erreicht. Er befindet sich dann genau zwischen 3,2° Waage, wo der Uranus der Königskonjunktion Erde von 1802 steht und 4,1° Waage mit dem Mars der Königskonjunktion Feuer von 1603.


17.7.1802 Königskonjunktion Erdelement




18.12.1603 Königskonjunktion im Feuerelement


Das soll Anlass genug für einen Rückblick sein, der uns Astromane manches lehren kann.

Am 24.5.1974 ereignete sich am äußersten westlichen Rand von Kontinentaleuropa ein politisches Wunder: die sogenannten „Nelkenrevolution“ der Bewegung der portugiesischen Streitkräfte MFA.

Fast unblutig und innerhalb von Stunden gelang es, eine Diktatur, die alles in allem seit 48 Jahren Portugal beherrscht hatte mit Geheimpolizei, Folter und autoritärem politischen Diktat von oben, zu entmachten und den Weg für einen demokratischen Prozess freizumachen.

Man bedenke, eine Armee-Bewegung (MFA = „Bewegung der Streitkräfte“), die zum Ziel hat und der es gelingt, das Volk aus einer fast ein halbes Jahrhundert lastenden Unterdrückung und Bevormundung zu befreien und die Kolonialvölker in die Unabhängigkeit zu entlassen --. Die Dimension dieses politischen Wunders erschließt sich nicht, läßt sich vielleicht nicht einmal ahnen bei der Betrachtung des Ereignismomentes:

24.4.1974, UTC 21:50, Lissabon, Beginn der Revolution

Dargestellt ist der Moment: MEZ 22:50, in dem der Portugiesische Rundfunk das vereinbarte Signal sendet: er spielt das Liebeslied „E depois do adeos“ (Nach dem Abschied) und gibt damit das in der MFA vereinbarte Signal zum Aufstand.

Dazu passend erhellt Mond - das romantische Licht und Heimat der Gefühle - den westlichen Himmel, wo sich Himmel und Erde begegnen und miteinander auf der Waage des Herzens Bilanz ziehen.

Die Stunde eröffnet aber im Zeichen des Aszendenten Schütze, in Resonanz zum Mond, einen Weg, besser Wege, denn Jupiter, Herrscher des Schützen, steht im dritten Haus, dem Haus der Wege. Sie eröffnet, die Stunde, die Schützenwege, das sind die Wege des Verstehens und Versöhnens in der Welt und, in dem Rahmen, die restlose Auflösung, und den voraussetzungslosen Neubeginn, angezeigt durch Neptun.

Passend zum Geschehen zeigt das aktive Haus, das fünfte, die türöffnende Aktion des Widders und zwar an der Stelle, wo sein Herrscher sich befindet: Mars liefert im siebten Haus Sinn aus.

Unter Sinn verstehe ich jenen göttlichen/ewigen Gedanken, der sich einmal, ausgehend im Zeichen des Aszendenten auf den oberen Weg des Geistes gemacht hat (im Uhrzeigersinn) um aus ewiger Möglichkeit (12. Haus) auf dem Weg der Wandlung Gegenwart (7. Haus) entstehen zu lassen.

Mars enthält dabei, quasi als Unterverzeichnis, Merkur, in Resonanz zu Uranus (= Wege der Befreiung) und die Stiersonne der Sammlung und Vergemeinschaftung.

Der Akteur Mars aber, der im siebten Haus den Geist des Aszendenten, den Geist der Versöhnung, ausliefert, dieser Mars selber hat Resonanzen die manche bittere Erinnerungen wecken, nämlich die Konjunktion mit Saturn und das Quadrat von Pluto.

Der große Meister des der persisch/arabischen Astrologie , Abu Ma’shar, bezeichnete die Konjunktion der beiden „Übeltäter“, Saturn und Mars im Krebs, als schlimmstmögliche Konstellation überhaupt bezeichnet. Diese Aussage findet ihren Sinn auch 1974 bestätigt, wenn auch nur als GAU für die bis dahin herrschenden Gewalten.

Hier zeigt sich also, dass mit Pluto nicht mehr aber auch nicht weniger ausgesagt ist als: Sammlung in einem bestimmten Geist, die in einen Ablaufplan auskristallisiert ist.

Saturn aber bringt das hierarchisch oberste, die Staatsführung, ins Spiel.

Soweit wären alle Komponenten des Tages in ihren Resonanzbeziehungen, die Parallele Himmel/Erde, sinnfällig erkennbar. Aber daraus hätte zumindest ich nie das entsprechende politische Wunder voraussagen können. Ich wüßte auch niemand sonst, der das könnte. Das Nicht-Wissen über jenen Ort und jene Zeit, die zum Aszendenten des Wunders, oder der Katastrophe führen, ist es, welches den Himmelsbetrachter – heilsam, wie ich finde – umnebelt. Ein Verlust dieses Nebels (=Neptun) hinterläßt den Zwangscharakter, der, gejagt von vorgestellten Zweckdienlichkeiten, ständig auf die Räder der planetarischen Breiten starrt.

Ich sehe schon, ich werde diesem Thema die Woche widmen und nicht nur diesen Tag. So will ich an dieser Stelle für heute einhalten und mich auf morgen vertagen. Ich feiere damit auf meine Weise die mächtigen Konstellationen von Sonne, Merkur/Venus und Mars, diese Woche, wobei die drei Erstgenannten, in Jungfrau stehend, eh mit nichts passenderem zu erfreuen sind, als mit der Analyse von irdisch/himmlischen (erst Opposition Uranus, später Quadrat Pluto) Lebensbedingungen.

Gespeichert: UTC 16:30, gepostet: 16:56

Dienstag, 19. August 2008

Nordhalbkugel, Montag: Welttag der körperlichen Liebe




18. 8. – 25. 8. 2008 in der Matrix des Tierkreises und der Königskonjunktionen der vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305

Die Woche beginnt, überlappend von der letzten Woche her, mit dem an sich ungemütlichen Quadrat Mars (Jungfrau) zu Pluto (Schütze).
Im schlimmsten Fall ist das Vorstellungsbesessenheit contra Aggression. Oder umgekehrt.
Im besten Fall ist es der Neubeginn, die Geburt, (Mars) einer neuen Einstellung hinsichtlich des Verzichts (Pluto) auf Genuss (Stier), Verschwendung (Löwe) und Abgehobenheit (Wassermann) soweit sie das kollektive Überleben gefährden.
Allgemein legen Pluto - Verbindungen nahe, persönliche Energie an einen überpersönlichen Inhalt zu binden, soweit Letzterer im Motiv besteht, kollektives Leben zu sichern durch persönliches Opfer.
Aus der Zeichendominanz über die Planeten ergibt sich die Resonanz von subjektivem Zweck (Jungfrau) mit dem überpersönlichen Ziel der Versöhnung (Schütze). Der Gedanke an den Merkel -Besuch in Russland und Georgien drängt sich auf. Aber das ist die öffentliche, die „Show-Ebene“, die Konstellation gilt und wirkt aber auf allen Ebenen, von der höchsten des Völkerrechts bis hinunter zu Ehe und Kindergarten.
In die Formel: „Neubeginn einer neuen Einstellung … hinsichtlich des Verzichts …“ passt auch die Eröffnung der 18. Weltwasserwoche in Stockholm.
Soweit zum Mars dieser Woche.

Merkur und Venus wandern diese Woche Seite an Seite durch die gleichen Grade der Jungfrau auf das Maximum der Opposition zum Uranus hin. Hier sind die im Sinne der Jungfrau „handfesten“ Herrscher von Zwillinge/Jungfrau und Stier/Waage mit
Das heißt zunächst, von den Zeichen her, „Analyse und Nutzung der aktuellen Bedingungen“ im Dialog mit ihrem komplementären Gegenzeichen Fische, der, sagen wir, „Hingabe ans Gottvertrauen“. Anders gesagt, Alltagsbewusstsein trifft auf „Ewigkeitsbewusstsein“.
In diesem Rahmen vertritt Venus die Frage der Sicherung der Existenz von uns Einzelnen und unserer Lebensgemeinschaften und Merkur die Fragen der Analyse und Steuerung unserer Daseins- und Lebensbedingungen.
Uranus nun, der als Herrscher des Wassermanns immer schöpft, nämlich aus dem Meer des Unbewussten, und als Herr eines Luftzeichens dem Reich des Geistes angehört, Uranus tritt ins Bewusstsein in Form einer Idee, eines Gedankens, den man so noch nie hatte.
Wenn Uranus sich nun in den Fischen aufhält, dann ergibt sich das Bild vom Himmel über dem Meer. Das heißt, dieser Uranus ist dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich, weil dieses vom Meer des Unbewussten getrennt ist, wie das Bild, das der Kegel einer Taschenlampe erhellt, von dem Dunkel in allen vier Himmelsrichtungen, das diesen erleuchteten Ausschnitt umgibt.
Die Opposition Venus/Merkur zu Uranus im Rahmen der komplementären Zeichen Jungfrau : Fische kann also zu Träumen führen, die in Bildern von „Himmelfahrten“ über dem Meer, sei es in Flugzeugen, Hubschraubern , auf fliegenden Teppichen usw., eine Entfernung vom bisherigen Land des Bewusstseins anzeigen und, soweit eine Landung im Traum enthalten ist, den Ursprung eines neuen Bewusstseins. Diese Träume präsentieren dem Alltagsbewusstsein Bilder, die eindringlich sind und haften bleiben, es sind, wie das Fachwort heißt, „numinose“ Bilder, sie enthalten als wirkende Macht ein numen, einen, wie man im Altertum sagte, Wink Gottes.
Diese Konstellation entfaltet ihre Wirksamkeit zum Wochenende hin und in die beginnende neue Woche hinein bei denjenigen, deren Planeten etwa zwischen 18° - 24° Jungfau/Schütze/Fische/Zwillinge stehen. Am zentralsten, nämlich mit ihrer Sonne (= Lebensausdruck), dürften die in der Woche um den 13. März/Juni/September/Dezember Geborenen angesprochen sein.

Schließlich ein Wort zur Sonne dieser Woche: Gestern am Montag wanderte sie durch die Resonanz der Erdvenus, also der Venus der Königskonjunktion (oder „Mutationskonjunktion“) im Erdelement von 1802 auf 26,1° Löwe.
Menschen, die ein Licht oder einen/mehrere Planeten im nächsten Umkreis dieser Venus haben (ich gehe von +/- 1, 5° aus, das gilt also für Sonne auch noch heute), diese Menschen sind ihr Leben lang in Resonanz zu dieser Erdvenus, die gestern ihren Sonnenbesuch erfuhr. Sonne Konjunktion Venus. Das ist, soweit die Stiervenus betroffen ist, die paradoxe Einheit von Vereinnahmung und Verausgabung, auch natürlich in der Einheit von (seelischer) Lust und (körperlichem) Genuss, denn im Zeichen des Stiers vollzieht sich zweifellos der Genuss der Materie, der körperliche Genuss. Und über die Waage-Venus, die Liebesgöttin, die uns mit den Projektionen der ersehnten Gestalt in der Liebeserfüllung versorgt, bedarf es hier wohl keiner näheren Ausführung. Also, Welttag der körperlichen Liebe, ganz irdisch, immer am 18. oder 19. August.

Die Resonanzen zu den Konstellationen der vier Königskonjunktionen diese Woche





Dazu kommen dann die Grade um 26,1° Skorpion/Wassermann/Stier (+/-1,5°) die von dem Resonanzkreuz, ausgehend von 26,1° Löwe, bewegt werden.

Dafür ein Beispiel, wie das Thema der körperlichen Liebe in grundsätzlicher (=Steinbock/Saturn) Weise, in einer Art Philosophie des Fleisches, in der Resonanz auf 26,1° Löwe zur Erscheinung gebracht worden ist:


manifeste FUTURISTE DE LA LUXURE

Bibliotheque Nationale, Paris, 4° R 2616 (23)

Antwort an die Journalisten, die in unredlicher Ab­sicht Sätze verstümmeln, um die Idee lächerlich zu machen —

an die Frauen, die denken, was ich auszusprechen ge­wagt habe -

an die Männer, für die die Wollust nichts anderes ist als Sünde -

an alle diejenigen, die in der Wollust nur ein Laster sehen, wie im Stolz nur die Eitelkeit.

Die Wollust außerhalb moralischer Vorstellungen und als wesentliches Element der Dynamik des Lebens be­griffen, ist eine Macht.

Wie der Stolz ist die Wollust eine unzerstörbare Tu­gend, ein Feuer, an dem sich die Energien aufladen. Die Wollust ist der Ausdruck eines Wesens, das aus seinen Grenzen hinausgetreten ist; sie ist die schmerz­liche Lust eines vollkommenen Leibes, der leidvolle Schmerz des Werdens. Sie ist die fleischliche Einswerdung, welcher Art auch die Geheimnisse sein mögen, die die Wesen vereinigen. Sie ist die Synthese des Sen­sorischen und Sensuellen zur höchsten Freiheit des Gei­stes. Sie ist die Vereinigung einer Parzelle der Mensch­heit mit der ganzen Sinnlichkeit der Welt, ihr panischer Schauder.

Die Wollust ist die Suche des Fleisches nach dem Un­bekannten, wie der Intellekt die Suche des Geistes ist. Sie ist Schöpfung und Geschöpf. Das Fleisch ist schöp­ferisch wie der Geist. Beider Schöpfung ist nach den Maßstäben des Universums gleich. Beide haben den gleichen Rang. Und die geistige Schöpfung ist ab­hängig von der fleischlichen. Wir besitzen Körper und Geist. Den einen zu unter­drücken, um den anderen zu erhöhen, ist ein Zeichen von Schwäche und Verwirrung. Ein starkes Wesen muß alle leiblichen und geistigen Möglichkeiten, die in ihm liegen, verwirklichen. Die Wollust ist für den Eroberer ein Tribut, auf den er Anspruch hat. Nach einer Schlacht, in der Männer gefallen sind, müssen die Sieger, die Auslese des Krieges, nach den Gesetzen des Lebens im eroberten Land neues Leben zeugen, und sei es durch Vergewaltigung. Nach der Schlacht suchen die Soldaten die Wollust, um sich zu entspannen und neue Energien für den An­griff zu gewinnen. Die modernen Helden in allen Be­reichen des Lebens brauchen das Begehren und die Lust. Das gilt auch für den Künstler - das große uni­verselle Medium. Sogar die religiöse Exaltation der Illuminaten, deren Ideen durch den Reiz des Neuen viele Anhänger gewonnen haben, ist nur eine ins Gei­stige gelenkte Sinnlichkeit, die das Weibliche mit dem Nimbus des Heiligen umgibt. Die Kunst und der Krieg sind die großen Manifesta­tionen des Sinnlichen, deren höchster Ausdruck die Wollust ist. Ein ausschließlich geistig orientiertes Volk entartet ebenso wie ein ausschließlich dem sinnlichen Genuß ergebenes Volk: Beide werden steril. Die Wollust entfacht die Energien und entfesselt die Kräfte. Sie trieb die primitiven Völker erbarmungslos in den Krieg, um den Männern Gelegenheit zu geben, ihren Frauen die Trophäen der Besiegten zu Füßen zu legen Sie treibt heute die Mächtigen der internationalen Finanz, der Presse, der Industrie, Geld zu scheffeln, Massen aufzuwiegeln und Energien zu bändigen, um den Gegenstand ihrer Wollust zu schmücken und zu erhöhen Diese Männer finden trotz ihrer starken Beanspruchung Zeit für die Wollust, den Motor ihres Handelns, von dessen Reaktionen die Massen und die Volker bewegt werden Auch für die neueren Volker bei denen die Wollust noch nicht so offensichtlich in Erscheinung tritt die weder die Rohheit der Primitiven noch das Raffinement der alten Zivilisationen besitzen, ist die Frau das beherrschende Prinzip, auf das alles ausgerichtet ist Die zurückhaltende Verehrung des Mannes für die Frau ist der noch unbewußte Drang einer schlummernden Wollust Bei diesen Völkern ist, ebenso wie bei den nordischen Völkern, die Wollust aus verschiedenen Gründen fast ausschließlich auf die Zeugung gerichtet Aber unter welchen Aspekten die Wollust sich auch offenbart normalen oder anomalen, immer ist sie das stärkste Stimulans

Das Leben des Primitiven wie das Leben des Tatmenschen und des geistigen Menschen fordert zu bestimmten Zeiten Stunden der Lust. Arbeit und Lust bedingen einander. Gemeinsam erst machen sie den vollkommenen Menschen aus. Die Wollust ist für den heldischen Menschen, für den geistig schöpferischen Menschen, für alle Herrennaturen die äußerste Exaltation ihrer Kraft. Sie ist für jedes Wesen ein Beweggrund, aus seinen Grenzen hinaus­zutreten, sich abzusondern, sich auszuzeichnen, ein Aus­erwählter zu sein.

Nur die christliche Moral, die die heidnischen Sitten­gesetze ablöste, betrachtet die Wollust als eine Schwäche.

Aus einer gesunden Lebensfreude, aus dem Aufblühen des Fleisches hat sie ein schimpfliches Laster gemacht. Sie hat die Lust scheinheilig verpönt, aus ihr eine Sünde gemacht.

Man soll aufhören, die Lust zu verhöhnen, diese zu­gleich subtile und brutale Anziehungskraft zweier Kör­per, gleich welchen Geschlechts, die zueinander verlan­gen, zur Vereinigung streben. Man soll damit auf­hören, die Lust zu verhöhnen, indem man sie mit dem jämmerlichen und erbärmlichen Plunder veralteter steriler Sentimentalitäten verhüllt. Nicht die Wollust trennt und zersetzt und vernichtet - dies tun vielmehr die hypnotisierenden Wirkungen der Sentimentalität, die künstlichen Eifersüchteleien, die berauschenden und trügerischen Worte, das leere Pathos von Trennung und ewiger Treue, die literarischen Heimwehgefühle:

das ganze Schmierentheater der Liebe. Werfen wir den ganzen romantischen Plunder fort, die entblätterten Maßliebchen, die Duette im Monden­schein, die heuchlerische Scham! Die Menschen, die durch physische Anziehungskraft zueinander hingezogen werden, sollen nicht immer von der Zerbrechlichkeit ihres Herzens sprechen, sondern den Mut haben, ihr Begehren auszusprechen, ihre körperlichen Wünsche auszudrücken, sich Rechenschaft über die erhofften Freuden einer künftigen leiblichen Vereinigung zu geben. Die physische Scham, ihrem Wesen nach in allen Zeiten und Ländern von verschiedener Art, hat nur den ephemeren Wert einer sozialen Eigenschaft. Man muß sich der Wollust bewußt werden. Es gilt, aus der Wollust das zu machen, was ein intelligenter Mensch aus sich selbst macht: Es gilt, ans der Wollust ein Kunstwerk zu machen. Unbewusstheit und Verwirrung bei einer Geste der Liebe vorzutäuschen, ist Heuchelei, Schwäche oder Dummheit. statt sich im Rausch der Leidenschaft oder in unbewußter Gefühlswallung hinzugeben, die durch die Unvermeidlichkeit des ernüchternden Morgen verstärkt wird sollte man sorgfältig prüfen und auswählen Man sollte sich von der Intuition und dem Willen fuhren lassen Gefühlsregungen und sinnliches Begehren nüchtern abwägen Es sollten sich nur solche Partner zusammentun die sich gegenseitig ergänzen und steigern Mit der gleichen Bewußtheit und Zielstrebigkeit sollte man die Lust der Umarmung zur Ekstase fuhren alle Möglichkeiten entfalten um die höchste Wollust der fleischlichen Vereinigung zu erfahren Man sollte aus der Wollust ein Kunstwerk machen geschaffen mit Instinkt und Bewußtsein - wie jedes Kunstwerk Man muß die Wollust von allen sie verunstaltenden Schleiern der Sentimen­talität befreien Bei einem gesunden Jungen Menschen tragt die Wollust stets den Sieg davon wenn sie sich im Widerstreit mit der Sentimentalität befindet.

Die Sentimentalität folgt der Mode, die Wollust ist unwandelbar Die Wollust triumphiert, weil sie Exalta­tion der Lust ist die jedes Wesen über seine Grenzen hinausträgt Freude am Besitzen und Beherrschen, ständiger Sieg, der ständigen Kampf erzeugt, berauschende Trunkenheit der Eroberung, sich immer wieder er­neuernd

Die Wollust ist eine Macht, denn sie reinigt den Geist, indem sie alle Unruhen des Leibes ausbrennt Aus einem gesunden und starken Leib, der durch die Umarmung geläutert ist, sprudelt ein klarer und heller Geist Nur die Schwachen und Kranken werden von ihr zugrunde gerichtet

Die Wollust ist eine Macht, denn sie tötet die Schwa­chen und macht die Starken starker So schafft sie eine Elite

Die Wollust ist eine Macht, weil sie die Abgeschmacktheit der Definition zeigt Ihr ist das Gefühl der Sicher­heit fremd, das die Sentimentalität verleiht Wollust ist ewiger Kampf ohne Sieg Nach dem flüchtigen Triumph erwacht von neuem die Unrast, die den Men­schen übermächtig zwingt, sein Wesen zu entfalten sich selbst zu übertreffen Die Wollust ist für den Kör­per was die Idee für den Geist ist eine großartige Chimäre, nach der alle Jungen und lebensgierigen Menschen unaufhörlich Jagen, von ihr berauscht die sich aber jedem Zugriff entzieht

Die Wollust ist eine Macht.

Valentine de Saint-Point

Paris, den 11. Januar 1913

Avenue de Tourville, 19

(1914 wurde dieses Flugblatt in einer Auflage von fast

einer Million Exemplaren verbreitet.)

















Ritzzeichnung mit dem ältesten Bild einer Paarung aus dem Abri von Laussel in Südfrankreich. Ein Abri ist ein schützender Felsüberhang, unter dem die Menschen der Altsteinzeit rasteten oder sich für längere Zeit ansiedelten.

11.1.1913 (UTC 0:00) mit Resonanz zur Venus der Erdkonjunktion


Hier zeigt sich die Macht des Archetypus: Saturn im Kernbereich der Resonanz zur Erd-Venus von 1802, seinerseits beherrschend: Sonne, Merkur, Mars und Jupiter, die ganze (fast) männliche Planetenschaft. Saturn, der Grundsätzliche also, als Herrscher von fünf der zwölf Zeichen.

Bemerkenswert zudem ist die Stellung des Neptuns: er befindet sich exakt auf der Erd- Sonne von 1802 und beherrscht in den Fischen (Lösung = Orgasmus) Venus und Mond, die für die weibliche Sexualität wichtigsten Planeten/Lichter/Archetypen, denn ohne Venus keinen Körper und keine Körperschönheit und ohne Mond keine Schleimhäute.








Am Wochenende tritt dann Mars in die Resonanz des Uranus der Erdkonjunktion ein. Darüber wäre diese Woche noch ein Blog fällig.

Gespeichert: UTC 11:17, gepostet: 11:36; 20.8.: 13:41.

Dienstag, 12. August 2008

Kindliche Lust und Wahnsinn in Tiflis




11. 8. – 18. 8. 2008 in der Matrix des Tierkreises

und der Königskonjunktionen der vier Elemente

Feuer, Erde, Luft und Wasser

aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305


Die Woche der Opposition Sonne : Neptun.

Opposition meint Begegnung. Begegnung von Sonne = Herz = Lebenswunsch und Neptun= Lösung = Hingabe. Wie zu sehen ist, gilt der Aufruf unseren Geburts - Lichtern /Planeten, soweit sie um 18° - 25° in den mittleren Zeichen der Tierkreisquadranten, nämlich Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann stehen.




In diesen vier Zeichen feiern die Elemente ihr Fest. Da ist der Mai für die Erde, der August für das Feuer, der November für das Wasser und der Februar für den Himmel.

Wie die Resonanzkreuze der Woche zeigen, schwingt Montag die Erdresonanz des Neptun und Sonntag die Wasserresonanz der Venus – zwei Erscheinungsweisen desselben – als Weltthema mit.

Das mundane Geschehen ergibt sich aus der Summe der erschienenen und gelebten Formel, wobei es der entscheidende Unterschied ist, ob unbewusst erscheinend oder bewusst gelebt.

Letzteres ist die bewusste Gegenwart in der symbolischen Formel des Himmels. „Symbolisch“ deshalb, weil „Sonne : Neptun“ eine symbolische = bestmögliche Aussage über einen unbekannten Tatbestand darstellt, der die Begegnung von Leben und Lösung enthält.

Es wandert also Sonne in dieser Woche mundan durch die Begegnung mit Neptun; zugleich aber auch durch die Resonanzen zum Erdneptun und zur Wasservenus.

Diese Konstellation verbindet mundan (Sonne) Löwe mit (Neptun) Wassermann, oder Herz mit Geist, und sie verbindet in der Resonanz wiederum Löwe mit (Neptun bzw. Venus) Skorpion. Damit trifft die Wärme (oder Hitze) des Herzens im Zeichen der Sonne im Löwen im Wassermann auf die Kühle und Klarheit (der Distanz) des Geistes und sie trifft im Skorpion auf eine Sehnsucht nach Überwindung der Abhängigkeit vom Gefühl zugunsten einer Kontrolle gemäß Vorstellung.

Und für all dieses einander Widersprechen der Elemente gilt der Satz des C.G.JUNG:

„Die Identität der Gegensätze ist nun das Charakteristikum jeder psychischen Gegebenheit im unbewussten Zustand“[1]

Das Ziel also, der unus mundus, wie die Alchemisten es nannten, geht aus der geglückten Gegensatzvereinigung hervor, für die der Himmel uns nach astrologischer Auffassung die Aufgaben stellt in den Konstellationen, in welchen er zugleich die Lösungen andeutet.

Zu Venus, Merkur und Mars wird hier diese Woche nichts weiter gesagt, weil der letzte Blog ausführlich die ersten Grade der Jungfrau behandelte. Mars mit dem mundanen Quadrat zu Pluto und den Königs-Roten, Feuer- Sonne, Feuer- Venus und Feuer- Mond, ist noch vom letzten September in Erinnerung.




8.8.2008 Einmarsch in Südossetien, Tageskonstellation


Der Einmarsch der Truppen des Georgischen Präsidenten Sakarschwili in die halb abgespaltene nördliche Provinz ist mit rationalen Motiven überhaupt nicht zu begreifen, dagegen war ja noch der verblendete deutsche Einmarsch 1941 nach Russland „rational“.

Welche Besessenheit bringt dieses Kunststück zustande?

Das Horoskop des Ereignistages hat den Vorteil der Klarheit: Mars Opposition Uranus, Zorn Opposition Abgehobenheit.

Damit ein Besessener an der Spitze den Befehl: „Go!“ geben kann, muss eine (Un-)Kultur des Zorns und der Ungeduld angereichert sein. Mars ist dann der Blitz, der aus der Wolke fährt, Mars kann nur nach vorne marschieren, im blinden Impuls ist alles konzentriert. Darum ist Mars ja der Geburtsplanet, der Austreiber im blutigen Geschäft der Erneuerung.

Uranus dagegen erträgt die Begrenzung, die Bedrückung nicht, springt aus der Folgerichtigkeit. Seine Verbindung mit Mars ist ein Hinweis auf die Schuld der größeren Macht, die der kleineren eine Last aufgebürdet hat, die diese nicht länger tragen zu können vermeint.

Es geht um Dummheit und, oder, Zynismus, wobei Letzterer die größere Dummheit darstellt, denn der Zynismus setzt auf Spaltung, das Herz der Welt aber, wenn einmal so geredet werden darf, ersehnt Vereinigung und das erzeugt den Strom der Geschichte, den Strom des Bleibenden. In diesem Sinne äußerte sich heute der alte weise Michail Gorbatschow.

Die Riegel des Schicksals

Die vier Riegel müssen alle geöffnet sein, damit als ultima ratio die Waffen sprechen können.

Sie sind, wie im letzten Jahr ausgeführt, vielfältig:

- die Königskonjunktionen und ihre Resonanzen

- die Septare der Königskonjunktionen

- die Äquinoctien

- die (mundane) Tageskonstellation

Mit der letzten sind wir angefangen, hier die übrigen in der Reihenfolge: Resonanzen, Septar, Äquinoctium zum Studieren:








- 8. 8. 2008 mit Resonanzen der Königskonjunktionen der vier Elemente

- 31. Septar, Königskonjunktion Erde, 2005 – 2012 für Tiflis

(17.7.1831, UTC 22:37, 41,5° N., 44,44° E.)

- Äquinoctium, 20.3.2008, UTC 5:48 für Tiflis

Gespeichert: UTC 10:44, gepostet: 17:10.



[1] Psychologie und Alchemie, Ges. Werke 12, S. 326.

Freitag, 8. August 2008

Abschied von Saturn



4. 8. – 11. 8. 2008 in der Matrix des Tierkreises
und der Königskonjunktionen der vier Elemente
Feuer, Erde, Luft und Wasser
aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305


Eine Woche mit besonders dichtem Resonanzprogramm, insbesondere den heißen Sonnen-Resonanzen zum Feueruranus und Erdmars auf 14,1° und 16,9° im brennbaren Stier. Jedes Jahr gibt uns das erste Augustdrittel die Ereignisse von Hiroshima und Nagasaki auf den Menschheitskalender, damit wir unseren Wahnsinn studieren können und die Konstellationen, welche die Ereignissen begleiten, die uns wieder in das Maß zurückführen.

Resonanzen der Woche
Besonders erwähnenswert erscheint mir diese Woche die Saturn – Resonanz zur feurigen Königskonjunktion von Saturn/Jupiter von 1603, auf 8,3° Schütze, die sich aus Jungfrau einmal in knapp 30 Jahren ereignet. (1978/79 dreimal).
Wenn die Transit-Resonanzen der Lichter (Sonne und Mond) und Planeten zu den Konstellationen der Königskonjunktionen eine Bedeutung haben, dann müsste sich dieses Saturn - Saturn/Jupiter – Quadrat in Ereignissen von Grundstein legendem Charakter ausdrücken. Saturn ist, wenn es denn so etwas gibt, der „Verfassungsplanet“, in seinem Zeichen kommt es zur Bestimmung von Rahmen und Maßstäben.
In der Quadrat-Serie von 1978/79 wird man dahingehend nur in soweit fündig, als dass im Konklave vom 16. Oktober 1978 Karel Wojtyla in sein langes, neue (konservative) Maßstäbe setzendes Pontifikat gewählt wurde. Da stets gilt: Saturn ist der „väterliche“ Planet/Archetypus, da scheint das ein guter Treffer.
In dem 30 Jahre davor liegenden Saturn – Transit über die rote Saturn/Jupiter-Konjunktion, dem von 1949, sind zwei grundlegende Ereignisse eingebunden:
Am 12. August wurden die III. und die IV. Genfer Konvention zum Schutz von Kriegsgefangenen und von Zivilpersonen in Kriegszeiten von den Regierungen von zunächst 18 Staaten beschlossen. Diese Abkommen traten am 21. Oktober 1950 in Kraft.

Diese neuen „Weltgesetze“ für Kriegszeiten sind ein auffälliger Beleg für die Synchronizität eines Saturn-Transits und eines quasi verfassungsgebenden politischen Handelns. Kriegsgesetze passen in der Analogie zum Saturn/Jupiter der Feuerkonjunktion, weil natürlich kein anderes, als das Feuerelement in besonderer Weise dem Wesen des Krieges entspricht.

Der griechische Philosoph Heraklit bezeichnet den Krieg (polemos) als Vater aller Dinge. Und auch im Tierkreis beginnt der Lauf des Jahres mit einem Feuerzeichen - dem Widder.

Ganz allgemein betrachte ich die Zeiten der Resonanzen auf die Königskonjunktion im Feuerelement als Zeiten der Erneuerung und in diesem Sinne sind zwei andere Erstereignisse des August 1949 beredt:

- die erste Sitzung des Europarates in Straßburg am 10. August 1949 und
- die erste Wahl eines deutschen Bundestages am 14. August 1949.

Die Positionen Saturns in diesen Zusammenhängen beträgt 6,7° Jungfrau am 10. und 7,2° Jungfrau am 14. August1949.





Sie liegt damit in dem Bereich sehr dichter Resonanzen zu Anfang Jungfrau wo, da wir nicht wissen, wie breit die Resonanzen streuen, eine exakte Sonderung bei dem Mangel an Erfahrungen noch illusorisch ist. Es wirken nämlich auf:
4,9° Jungfrau Merkur aus Schütze
5,1° Jungfrau Saturn/Jupiter in der Jungfrau
6,8° Jungfrau Neptun in der Jungfrau
6,8° Jungfrau Pluto aus Fische
8,3° Jungfrau Saturn/Jupiter aus Schütze
Am Dienstag dieser Woche setzt also die exakte Position Saturns auf 8,3° Jungfrau das Schlusslicht seines diesmaligen dreifachen (seit Oktober) Durchganges durch den dichten Resonanzwald anfangs Jungfrau.

Gespeichert UTC 4:54, gepostet 8.8.2008, UTC 8:16.