Freitag, 7. März 2008

Apokalypse im Schwarzen Meer

6.8.2008, 20:15, "Struma" – Dokumentation im 3sat.

1941, 800 Jüdische Flüchtlinge aus der Hölle des faschistischen Rumäniens vermeintlich entronnen. Seit dem 12. Dezember an Bord des schwimmenden Sarges namens „Struma“, ein Schiff, siebzig Jahre alt, das nur Platz für höchstens 150 Menschen gehabt hätte, mit Schlafstellen kleiner als in deutschen KZs.

Festgehalten im Bosporus, gehindert an der Weiterfahrt für zehn Wochen. Palästinensische Mandatsmacht England lehnt Einreise in Palästina ab. Absoluter Mangel an Einfühlung auf der Welt.

Ohne Erklärung zurückgeschleppt aufs offene Schwarze Meer.

Am 24.2. – vermutlich von einem Torpedo in die Luft gesprengt. Ein Überlebender.



24.2.1942 „Struma“ versenkt


760 Menschen, arme Sünder wie wir, jüdische, für die es kein Erbarmen im Leben gab. Nur das Geschenk des Todes aber keine Gnade zum Leben. Wie können Lichter und Planeten solche Tragödien indizieren angesichts der allbereiten Liebe mit der die von ihnen angezeigten Mächte die Wunder des niederen bis höchsten Lebens bis ins letzte Detail ihrer Erbrütung umsorgen, wovon jedes Neugeborene Zeugnis ablegt?
Frage an die Gottheit.

Wie konnten wir diesen Tag so beschmutzen durch Ignoranz und Entfremdung?
Frage an die Menschheit.



24.2.1942, Detail


Der blaue Uranus der Königskonjunktion Luft von 1186 auf 23,2° Stier ist es, mit dem Mars, der Zünder, am Tag der Katastrophe korrespondiert. Ganz altes Denken, ungeheure soziale Distanz, soziale Verdrängung des Fremden … ist nicht Jahrhunderte schon ein Gotteszorn unterwegs, ein Zorn des Zeus, der den Gemeinden geboten hatte, den Fremden, den Gast zu schützen, und die Bittflehenden - und damit die Menschenehre ?

Es war in diesen Tagen des Jahres 1942 der wandernde Uranus auf jenen 26,5° Stier, wo er durchkreuzt wird von Venus der Erdkonjunktion von 1802 aus Löwe und Pluto der Wasserkonjunktion von 1305 aus Wassermann.

Und Uranus konnte nicht anders, als Venus erlaubte: Venus, die Gemeinschaft dieser Tage, in der in diesen Jahren schrecklichen Freiheit des Wassermanns, d.h. außerhalb aller schützenden Zugehörigkeiten.

Die Durchkreuzung des Uranus’ durch Venus ist im Kern die Verweigerung der Achtung des Fremden als Mensch durch die das Gruppen-Ego der Gemeinde.

Die Durchkreuzung durch Pluto erfährt Uranus von Altar und Priester. Es ist die Weigerung des Priesters, die Gotteserneuerung geschehen zu lassen, die Kreuzigung des Gottessohns durch den Priester des Vaters, im Tierkreis die Feindschaft von Skorpion gegen Wassermann und umgekehrt.

In jeder Generation neu scheint die schwierigste Übung bei der Menschwerdung die Pluto-Übung zu sein. Wir alle wachsen mit einem Pluto auf, der aus den Vorurteilen der Eltern gespeist ist. Die Durchkreuzung dieser Vorurteile durch die jugendliche Revolution kommt aus dem Himmel des lebendigen Gottes, das ist „Wassermann“. In jedem Leben muss Pluto aufgehoben und neu geboren – oder, wie man heute nicht ganz zu Unrecht sagt, erfunden werden.

Ist es nicht merkwürdig, wie selten diese Kernbotschaft des neuen Testaments übermittelt wird, die mit Matthäus 23,2 anhebt: „die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt ...“

Kann es sein, dass angesichts der Weigerung unserer jüdischen Menschenbrüder, vor zweitausend Jahren die Gotteserneuerung des Jesu von Nazareth aufzunehmen, nur das lang anhaltende, ungeheure Leiden noch fernster Kindeskinder den Rückzug Gottes von seinem Volk zu wenden vermocht haben könnte, als das Maß der Verzweiflung voll wurde bis zur Neige?

Die Pluto-, die Priesterfrage zeigt sich auch im Sonnenstand:



24.2.1942, Detail


Hier sieht man den grünen Pluto der Wasserkonjunktion, welcher Uranus im Stier durchkreuzt und man sieht Sonne vor Pluto der Erdkonjunktion: der Priesterplanet und das Leben, das das „Licht der Menschen“ ist. Dazu, und das macht das schreckliche Paradox dieses Untergangstages aus, ist Sonne auf 5° Fische Gegensatzpartnerin von Saturn/Jupiter, dem Fest der Versöhnung von Vater und Sohn, Grundlage der jüngsten Erdkonjunktion von 1802 in der Jungfrau und so gesehen offenbart der Planeten-Himmel, dass das elende, Weltverlassene Absaufen im Schwarzen Meer ein mächtiges zum Himmel schreiendes Mahnmal menschlicher und göttlicher Entfremdung ist, dessen beide eingedenk bleiben sollen – Menschheit und Gottheit.

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