Sonntag, 22. April 2007

Tod beim Ententeich

22.4.2007

“Blacksburg's town limits were slightly northeast of an earlier frontier settlement dating from 1748 called Draper's Meadow, the site of the infamous "Draper's Meadow Massacre" of 1755 [...] the original Draper's Meadow site, which is near the Duck Pond on the Virginia Tech campus.”

aus: http://www.blacksburg.gov/

Sagt es nicht einiges über unsere „aufgeklärte“ Tradition, dass ein Ort, welcher mit dem Blut eines Massakers besudelt ist, ohne weiteres in die Gründung einer Universität einbezogen worden ist. Überall hätte man so gehandelt. Wir alle sind mit unseren Seelen die Opfer dieser über viele Generationen schon andauernden Entseelung der Neuzeit. Und nun sucht man akribisch in der Biographie dieses armen Individuums, das zum Täter wurde, dessen Seele mit Sicherheit eine längere Strecke der Verwüstung hinter sich hat, nach Gründen und Ursachen, die in Wirklichkeit viel weiter zurückliegen als das Leben eines Menschen dauert.

Erst nach den Katastrophen des 20. Jahrhunderts führte das Grauen und die Achtung vor den Opfern zur Errichtung von Gedenkstätten, die für Nutzungsabsichten gleich welcher Art, tabu sind. Unendlich teuer bezahlte, von wirklicher Bewusstheit noch weit entfernte Rückkehr zu einer Kultur der Seele…

Hier passt ein Zitat des Physik-Nobelpreisträgers Wolfgang Pauli aus dessen Briefwechsel mit C.G.JUNG:

„... Dreißigjähriger Krieg, der die Reformation mit einem allgemeinen kulturellen Riß zunächst zum Stillstand bringt. Meine Gefühlshaltung dazu ist die, dass dies das schlimme Ende eines schlimmen Anfangs war. Die Geschichte der Religion der Liebe, des Christentums, dampft nämlich von Blut und Feuer schon seit der Zeit als die Athanasier den Arianern nicht die andere Backe hingehalten haben. Die hohen Intentionen des Stifters des Christentums sind sogleich ins Gegenteil umgeschlagen, da dieser selbst der Exponent einer zeitbedingten Strömung des Unbewußten war, welche alle ‚Gegensatzpaare zu weit in gut und böse, in geistig und materiell, apollinisch und dionysisch auseinanderriß. Neue für das Christentum spezifische Formen des Bösen, nämlich Sektenkriege und religiöse Verfolgungen kommen in die abendländische Welt. Das Ende war der offene Konflikt zwischen Vernunft und Ritus, als welcher mir nämlich die Religion erscheint. Das Nichtfunktionieren der religiösen Tradition erscheint mit daher als das Charakteristikum des Abendlandes in der christlichen Ära und ich glaube, dass entgegen den Behauptungen der christlichen Theologen die ganze Hoffnung der Menschheit darauf gerichtet sein muß, dass sich das Christentum als etwas Nicht-Einmaliges, sondern nur als eine zeitbedingte Erscheinungsform des religiosum und nominosum erweisen wird …

… .“ (Atom and Archetype, The Pauli/Jung Letters 1932-1958. 2001, Princeton/NJ, p. 140.)

Astrologie, welche die archetypisch/zodiakal/planetarischen Hintergründe von Geschehen sichtbar zu machen erlaubt, kann das Horoskop des Massakers von 1755 aufstellen:

30.7.1755 (Stand 12:00 Uhr UTC) Draper’s Meadow, Virginia.














Das Geschehen spiegelt sich in der Konjunktion Sonne/Neptun = Leben/Auflösung, in welcher Neptun sein Zeichen Fische = das Kommende - noch im Unbewussten, aktiviert, in welchem die Uranus = Menschenfreiheit herausgefordert ist durch Ausdehnung = Jupiter, der Nutzung = Jungfrau, und beide werden durchkreuzt von Pluto = Opfermacht, die ihrerseits, im Schützen, sich des ausgedehnten Zustandes erfreuen möchte – alles Archetypen und ihre Lage am Tag des Geschens.

Geht man, wie ich es aus bestimmten Gründen tue, hypothetisch davon aus, dass vergangene Konstellationen, die sich in psychisch/physisches Geschehen gebunden haben, gleichsam wie radioaktive Kontaminierungen eine relative Beständigkeit besitzen, so ist die Betrachtung des Horoskops vom Virginia-Tech-Massaker in Hinblick darauf, ob sich vielleicht Muster des Massakers von 1755 darin wiederholen, von Interesse. Es ergibt sich folgendes Bild:



16.4.2007 Virginia-Tech-Massaker, Transite auf das Draper’s-Meadow-Massaker von 1755 (Orbis <1,5°)

Meine Schlußfolgerungen will ich für mich behalten, wichtig allein ist der Reim, den sich der Betrachter, also Du selber Dir auf die Sache machst. Übrigens, der Aszendent des 16. April, 7:15 Ortszeit von 5° Stier liegt nur 1,9° entfernt vom Resonanz-Quadrat zur Sonne des Überfalls vom 30.7.1755, dessen genaue Ereigniszeit wohl niemand weiß.

Bezeichnend aber ist erkennbar eines: diese Sonne scheint 1755 zusammen mit Neptun, ein Tag, wo Leben anfängt und Leben endet.

Bezeichnend ist ferner, dass die Shawnee eine Reihe von Personen gefangen mitgenommen haben, die sie nunmehr zu füttern hatten über Jahre. Warum haben sie sich diese Last aufgebunden?

Ergibt sich die Frage, die Nun, heute auf der Ebene des Uranus, d.h. aus Abstand, Übersicht, Vogelperspektive, entfernt durch Generationen, daher quasi naturcool, echt, nicht als Pose, uns Menschen = Wassermann sich stellt, die Menschenfrage, die den Siedlern, damals in der Katastrophe, nicht zugänglich war, weil Venusfragen = Bestehenkönnen, in jedem Siedler brannten, aber heute – heute fragt uns der Uranus = Menschenplanet - was hat die Shawnee damals bewogen, welche Sprache sprach ihr Handeln? So fragen Ethnologen.

Welche Frage liegt noch unbeantwortet auf Orten wie Blacksburg, des ‚electronic village’, der Virginia Tech, weil sie auf einem Hot Spot gegründet wurden?

Ruhe und Verzeihen wartet an diesen Orten auf unsere Herzen.

15:17

gepostet 15:30 MESZ

Kommentare:

  1. Danke, mein Lieber…

    Wieso schreibst Du gerade von einem Massaker im Jahre 1755? In den Jahren gab es immerhin zahllose in der Gegend… Zu Deinen astrologischen Schlussfolgerungen kann ich (wie immer) nichts sagen. Tut mir leid. Das ist nichts für so schlichte Gemüter wie mich… Einen Zusammenhang mit dem Blacksburg-Morden vom 17.4.2007 kann ich daher auch nicht erkennen. Viele Orte haben viele Massaker erlebt… (s. u.). Wären solche von Dir hergeleiteten Konstellationen berechenbar, müsste man doch konsequenterweise zumindest eine vage Vorhersage treffen können. Was ist Deine Kernaussage? Ich habe Sie leider nicht verstanden.

    Nichts für Ungut…

    Herzlichen Gruß auch an Irma.

    Hans



    p.s.: Besonders gruselig war beispielsweise auch das Gnadenhütten-Massaker. Dazu habe ich folgendes gelesen:



    Anfang März 1782 war eine Truppe der Pennsylvania-Miliz unter dem Kommando von Captain David Williamson unterwegs, um feindliche Indianer zu bekämpfen. Am 8. März 1782 erreichten sie Gnadenhütten und verdächtigten die Bewohner, Siedlungen in Pennsylvania überfallen zu haben. Diese wiesen die Anschuldigungen zurück, wurden aber eingekreist und in zwei Gebäuden über Nacht eingesperrt. Die Indianer verbrachten die Nacht mit Gebeten und Gesängen, wohl wissend, dass sie am nächsten Morgen getötet werden sollten. Am Morgen brachten die Soldaten die Gefangenen zu zweit in eine Hütte, ließen sie niederknien und zerschlugen ihre Schädel mit einem schweren Hammer. Williamsons Männer ermordeten 28 Männer, 29 Frauen und 39 Kinder. Die Toten wurden in den Hütten zu Haufen aufgeschichtet und alle Gebäude niedergebrannt. Es gab nur zwei Überlebende, von denen die Missionare über den Vorfall informiert wurden…

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  2. Danke, mein Lieber…

    Wieso schreibst Du gerade von einem Massaker im Jahre 1755? In den Jahren gab es immerhin zahllose in der Gegend… Zu Deinen astrologischen Schlussfolgerungen kann ich (wie immer) nichts sagen. Tut mir leid. Das ist nichts für so schlichte Gemüter wie mich… Einen Zusammenhang mit dem Blacksburg-Morden vom 17.4.2007 kann ich daher auch nicht erkennen. Viele Orte haben viele Massaker erlebt… (s. u.). Wären solche von Dir hergeleiteten Konstellationen berechenbar, müsste man doch konsequenterweise zumindest eine vage Vorhersage treffen können. Was ist Deine Kernaussage? Ich habe Sie leider nicht verstanden.

    Nichts für Ungut…



    Hans



    p.s.: Besonders gruselig war beispielsweise auch das Gnadenhütten-Massaker. Dazu habe ich folgendes gelesen:



    Anfang März 1782 war eine Truppe der Pennsylvania-Miliz unter dem Kommando von Captain David Williamson unterwegs, um feindliche Indianer zu bekämpfen. Am 8. März 1782 erreichten sie Gnadenhütten und verdächtigten die Bewohner, Siedlungen in Pennsylvania überfallen zu haben. Diese wiesen die Anschuldigungen zurück, wurden aber eingekreist und in zwei Gebäuden über Nacht eingesperrt. Die Indianer verbrachten die Nacht mit Gebeten und Gesängen, wohl wissend, dass sie am nächsten Morgen getötet werden sollten. Am Morgen brachten die Soldaten die Gefangenen zu zweit in eine Hütte, ließen sie niederknien und zerschlugen ihre Schädel mit einem schweren Hammer. Williamsons Männer ermordeten 28 Männer, 29 Frauen und 39 Kinder. Die Toten wurden in den Hütten zu Haufen aufgeschichtet und alle Gebäude niedergebrannt. Es gab nur zwei Überlebende, von denen die Missionare über den Vorfall informiert wurden…

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