Montag, 1. September 2008

Kosi - Flut, angekündigt aber nicht erwartet





1. 9. – 8. 9. 2008 in der Matrix des Tierkreises

und der Königskonjunktionen der vier Elemente

Feuer, Erde, Luft und Wasser

aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305


Die Woche beginnt mit dem dramatischen Auftakt namens "Gustav", dem Hurrikan-Nachfolger von "Kathrina im Golf von Mexiko.




29.8.2005 „Kathrina“ geht an Land


Der Vergleich mit der Konstellation von vor drei Jahren lässt an Entwarnung denken. Weder hat Neptun heute Erntezeit, wie zum Landgang von Kathrina vor drei Jahren, noch ist die Sonne in Resonanz zum Himmelsplaneten Uranus und seinen Überraschungen. Und Mars, der Stürmende, wandert grade durch die mäßigende Resonanz des Jupiter.

Natürlich bewegt Sonne sich auf die Jahreskonjunktion mit Saturn zu, aber soweit das meteorologische Analogien betrifft, lässt das eher an den Wärmeinhalt von Monsumwolken denken, die an Himalaja-Hängen (= Saturn!) zum Aufsteigen und Abregnen gezwungen sind, als an die Hurrikan-Wolkentürme an einer Golfküste. Nun haben Ost-Nepal und der indische Bundesstaat Bihar schon seit letzter Woche ihre Katastrophe, auch ohne Sonne/Saturn-Konjunktion. Immerhin, Sonne/Saturn verbindet „Leben“ und Enge und die „enge Pforte“ führt durch die „Zeitmauer“ (Ernst Jünger) am Ende des Zeitlichen. Viele Analogien passen in diese Paarung, auch die Enge der Lebensbedingungen, welche die Asylsuchenden von Louisiana und Bihar derzeit ertragen müssen. Boden dafür ist Jungfrau und ihr Herrscher Merkur wandert heute über die „Portugal – Konstellation“ Anfang der Waage. Deutung? Am Naheliegendsten auf wirtschaftlichem Gebiet: Beginn unerwarteter Einschränkungen (Saturn) des Vermögens (Sonne) für wohlhabende Familien (Mond heute in der Jungfrau).

Zurück nach Indien.

Der Fluß Kosi der zahlreiche vom Himalaja hinabstürzende Zuflüsse sammelt, hat den Namen „Kummer von Bihar“, jener ärmsten indischen Provinz, die seit jeher unter dem Überfluss dessen leidet, was sonst den Indern am meisten abgeht: Wasser. Dieser Fluß, der in den letzten 200 Jahren seinen Lauf um 120 Kilometer nach Westen verschob, hat nun vor etwa

zehn Tagen kurz vor der Grenze Nepals einen Damm auf zwei Kilometer durchbrochen und fließt nun wieder 120 Kilometer weiter östlich , das Land verwüstend durch alte Flussbetten.

Dies sei den jährlichen Überflutungen nicht vergleichbar, heißt es, es sei eine große Katastrophe.

Um dem Leid die Einsicht an die Seite zu stellen, hat der Mensch die Astrologie der himmlischen Kalender zur Verfügung. So sollen hier die Fernwerkzeuge erneut bemüht werden, die den Behörden von Bihar und Nepal zur Verfügung gestanden hätten, um aus der Einschätzung drohender Gefahr heraus - vielleicht nach chinesischem Vorbild – einen „Kampf gegen den Himmel“ zu wagen, um das Kostbarste, Menschenleben, zu retten. An Warnungen von Experten, dass der Fluß jederzeit erneut seinen Lauf ändern könne, hat es, wie man erfährt, nicht gefehlt. (Unter dem Titel: "Sorrow of Bihar"- Kosi: Lives up to its name - veröffentlicht

www.merinews.com/ eingehende Berichte)


Äquinoctium, 20.3.2008, UTC 5:48, 27,5°N., 86,5° E. Grenze Indien - Nepal


Es sind die tiefsten Orte, wo sich die Wasser sammeln, das Tao Te King redet vom „Tal des Universums“. Im Zeichen des Krebses sind diese Orte angesprochen und an der Mündung des Irawadi sind sie in diesem Jahr schon Opfer der Fluten geworden. Mond, die Empfängerin ihrer Schicksalsladung hat, darauf wurde schon vielfach hingewiesen seit der Frühlings-Tagundnachtgleichen, durch Opposition zu Merkur und Venus, Resonanz zu den Wirkungen des Saturns.

Wirklich fatal ist der Mars im Krebs, der der ganzen Landschaft vom Himalaja bis zum Golf von Bengalen und hinunter nach Süd-Birma das Verhängnis einträgt, denn Mars, der energiezustand ist ja beileibe nicht nur das Feuer, das etwa durch die Fluten des Krebses ja bequem gelöscht sein könnte, nein, der Energie ist es gleichgültig, ob sie als Strahlung, also als Feuer oder als Wasser daherkommt, es geht um den Schub, der als Mars wild und ungebändigt die Hütten und Ansiedlungen der Venus frisst.

Mit dem 20. August ist im Katastrophengebiet auf dem oberen Weg der Saturn ausgelöst und auf dem unteren Weg der Schütze. Damit ist die ganze Saturn/Merkur/Venus/Mond - Gruppe aktiviert, und, von unten her Jupiter, der in Steinbock stehend höchstens Einsichten über das Versäumte bringen kann, die kommenden Geschlechtern nützen können, aber den Gegenwärtigen wenig helfen und, von unten her ist Pluto ausgelöst mit seinem Jahrhundert - Quadrat zu Sonne und der Resonanz zu Mars dem Wilden, der als Mars im Krebs in klassischer Weise den „wilden Fluss“ gibt.

Zu einer Jahrhundertkatastrophe, und im flutreichen Ostindien spricht man von der schlimmsten Katastrophe seit 50 Jahren, gehört mehr als nur ein fatales Äquinoctium. Diese Lehre versuche ich ja immer wieder nahe zu legen.

Schauen wir also auf das laufende Septar der Königskonjunktion Erde. Wieso nicht Königskonjunktion Wasser? Darum, weil es um Dämme geht. Die Wasser, auch katastrophale sind ja vorausgesetzt, das macht menschliche Zivilisation aus, dass die Menschenkunst dem Himmel und den Elementen ein Stück ihrer Allmacht abtrotzt und den menschenmöglichen Tatbestand des heroischen Daseins erfüllt.


30. Septar Königskonjunktion Erde vom 17.7.1831 für die Zeit 2005 - 2012 für Kosilauf Nord-Bihar

Es ist also auch im Jahrsiebt das Bihar ein „Tal des Universums“, welches am Schicksal des Tieflandes auf der Nordhalbkugel der Erde teilhat, zusammen mit dem Tiefland von Bengalen bis hinunter nach Birma. Der Mond ist einbezogen in die Konstellation Mars/Uranus, damit haben die Lebensräume dort die überraschende Resonanz des wilden Elements zu ertragen. Der Zeitraum erstreckt sich vom 17. Juni 2008 bis zum 17. Januar 2009 und in der Gegenrichtung vom 17. August bis zum 17. März 2010. Dazu kommt noch einmal, vom Oktober 2010 bis zum Mai 2011 der Durchgang des unteren Rhythmus durch den Widder unter erneuter Auslösung der Mars/Uranus-Resonanz.

Aber die besondere Fatalität stellt sich zweifellos in der Tatsache dar, dass im gegenwärtigen Jahr Äquinoctium und Septar einander addieren, beide mit Krebs-Aszendent und dass in beiden Fällen Mond schicksalhaft verwickelt ist.

So hätte also eine gemischte Nepalesisch/Indische Wasserbau- Kommission für dieses Jahr vom Amt für Astrologische Risikoanalyse Bescheid bekommen können.

Soviel für heute.

Gespeichert UTC 15:31, gepostet:16:13.

Sonntag, 31. August 2008

Grandola - durch die Fernbrille

Um die astrologische Frage vom Ende des letzten Beitrags aufzunehmen: warum realisiert sich die Potenz einer Konstellation, die grundsätzlich für die gesamte Halbkugel der Erde gültig ist, in einem bestimmten Gebiet und warum gerade in diesem?
Diese Frage überfordert zum gegenwärtigen Zeitpunkt, so sehe ich das, alle zeitgenössischen Astrologen. Zutreffende Vorankündigungen sind nach meiner unmaßgeblichen Meinung Zufallstreffer, oder aber, wie z:B: die 9/11 Vorhersage von Robert Zoller im Internet so allgemein, dass sie in einer Reihe stehen mit nichtastrologischen politischen Prognosen anerkannter und nichtanerkannter Politauguren.
Dabei fehlt es nicht an astrologischen Werkzeugen. Die Großen Konjunktionen von Saturn und Jupiter wurden, wie ungenau auch immer, seit der persisch/arabischen Astrologie des achten Jahrhunderts bis in 17. Jahrhundert hinein, beobachtet. Die Äquinoctien - Beobachtung jener jährlichen Horoskope auf die Frühlings –Tagundnachtgleiche, war ebenfalls tausend Jahre in Übung, bevor die Astrologie in die dunklen Keller der Professoren der Aufklärung gesperrt wurde.
Als aber die Vernunft in deutschen Professoren und Provinzen gezwungen war, einen bürgerlichen Alltag hinzunehmen in der Gefolgschaft eines Mörders und Antichristen, als sie sich ungewollt zu Glück und Zucker bekannte unter Verdrängung von Pech und Peitsche , da entstand eine derart massenhafte Niedrigkeit unter den Menschen, dass sie unweigerlich ein um so größeres, allumfassendes Bilanzfeuer herunterrief vom Himmel. Ein Sodom an Menschenverachtung war im Herzen von Europa aufgestanden unter schweigender Billigung alles Offiziellen.
In gleichen Moment, in dem die Feuer in Gomorrha und anderswo brannten hatten, im dem Moment erst war die „Umwertung aller Werte“ erfolgt, die Nietzsche in Visionen von Lust und Schauer gequält hatte.
Unter den im Herzen Europas aus den Kellern der Aufklärung Befreiten wandert, Tochter der Antike, die Astrologie seitdem wieder unter dem Licht. Als letzte wird sie in ihrer Ehre erkannt werden. Von den frühen Meistern ihrer Renaissance wird man kaum die Namen kennen.
Mundane Astrologie ist eine Kulturtechnik, aus der, genau wie vor tausend Jahren, zur Zeit der Reife, Kathedralen hervorblühen werden, Kathedralen in der Innenwelt, Kathedralen des Geistes, so wie vor tausend Kathedralen im tastbaren Äußeren.
Mir als einem, der auf diesem Felde baut, erscheint es viel, wenn es mir gelingen sollte astrologisch gesprochen, eine schlichte Romanik entstehen zu lassen, die nicht viel hermacht aber dafür die Jahrhunderte in Brauchbarkeit überdauert.
In diesem Sinne nun weiter zum Teil 3 meiner Betrachtung der portugisischen „Nelkenrevolution“ des 25.4.1974. (Teil 1).
(Teil 2 hier.):

Der Mars – Eintritt ins Zeichen Waage war Anlass, den dritten und vierten Grad Waage zu ehren mit einer Erinnerung an den Aufstand der Armee in Portugal vor 34 Jahren. Der erste Beitrag galt dem Horoskop des Tages.
Im zweiten Beitrag wurde die Herkunft diese Tage in der himmlischen Parallele der letzten Jahre verfolgt und dabei die Transite zu den Königskonjunktionen der Elemente in Augenschein genommen.
Heute nun im dritten Teil soll einer von zwei: „Riegeln des Schicksals“ betrachtet werden:

Es ist das zuständige (25.) „Septar“ der Königskonjunktion Erde, weil „Erde“ das Gleichnis ist für die harten Realitäten a’la Stier, Jungfrau, Steinbock, welche von den persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Kräften bewegt werden. In einem Septar zeigt jedes Haus sieben Monate an, was bei zwölf Häusern sieben Jahre ausmacht.


25. Septar Königskonjunktion Erde, gültig für 1970 – 77, für Lissabon


Wer kann die kommenden Möglichkeiten zusammensehen mit einer "kritischen Masse" irgendwo auf einer der Halbkugeln der Erde?Anders ist es, wenn ein Ereignis seine Stätte gefunden hat und seine Zeit.
Portugal von 1970 -1977: Der Pfeil des Schützen fliegt, nachdem er vom Bogen des Geistes abgeschossen wurde, „seine Sehne zittern bestanden hat“, wie Rilke sagt. Darum ist im Symbol des Schützen immer das Bild des Köchers, des gewagten – oder nicht – gewagten - Schusses und des treffenden oder verfehlenden Schützen, enthalten. Um von Zen, Übung, Meditation im Zusammenhang des Treffenden gar nicht zu reden.
Der Bogen aber, wer ist der? Welch anderer kann es sein, als der, dessen Ort ist zwischen Schuss und Bewertung, zwischen Schütze und Waage. Der Bogen ist Skorpion.
Ein Pfeil sind wir
Zugleich Bogen
Spannen wir kühn
Im Spiel der Wogen


Zum Bild des Pfeils und mithin des Schützen gehört auch die Unterscheidung des Pfeils der aus der Zeit heraus, also Richtung Steinbock fliegt von dem Pfeil, der zur anderen Seite, Richtung Welt, fliegt.
Der Pfeil des obigen fünfundzwanzigsten Jahrsiebts zeigt ins neunte Haus. Vom Schützen, dem neunten Zeichen ins neunte Haus. Vom Bogen her, dem achten Haus/Zeichen, ein Schuß nach links. Im Schützen selber erblicke ich die Gestalt des „Sohns“, des Tierkreisnachbarn des „Vaters“ Steinbock. Im Sonnenweg, rechtsdrehend durch die Tageshäuser, folgt der Sohn dem Vater, folgt das neunte dem 10. Haus.
Sohnhaft, schützemäßig ist daher das Erkennen und das Versöhnen, ist die Vereinigung des Vielen im Kreis, ist der „Runde Tisch“, an dem jeder den seiner Art entsprechenden Platz findet.
Die Tatsache, dass Jupiter in der Jungfrau weilt, ist bedeutend, zum einen, weil der Jungfrau bei ASC Schütze immer das neunte Haus gehört, zum anderen, weil Jungfrau seit mehr als zweitausend Jahren die Königskonjunktionen im Erdelement beherbergt.
Es ist also zwischen 1970 und 1977 auf der Nordhalbkugel ein Jahrsiebt eines für die Welt exemplarischen Erkennens, Verstehens und Versöhnens am Himmel angezeigt, welches in Lissabon seinen Ort hat, gemeinsam allerdings mit dem gesamten Westen Europas einschließlich des rheinischen Bonn. Siehe Schütze Willy Brand in Warschau.
Das Potential des Verhaltens oder der Verwirklichung ist im Zeichen der Sonne zu erkennen. Im siebten Haus gelegen öffnet die Sonne dem Verhalten die Begegnung mit der Welt. Zugleich tut sie das im Dialog mit Uranus dem Aufheber der Grenzen. Das Verhalten dieser sieben Jahre war also auf der ganzen Nordhalbkugel uranushaltig, ergriffen vom Bild des Menschen über allen Sonderungen in Zugehörigkeiten, Bekenntnisse und Kulturen.
Auch die folgenden sieben Jahre gehören zum Schatz der beflügelnden Sonne-Uranus-Jahre, dem Internationalismus folgte der ökologische, der grüne Aufstand.

Und über drei Quadrate ist zu reden bei diesem Jahrsiebt:
- Mars im achten mit Merkur im elften Haus
- Saturn im siebten mit Pluto im dritten Haus, und
- Pluto im dritten mit Mond im ersten Haus, letzterer mit Saturn in Dialog/Opposition.
Und alle drei sind aktiviert, einschließlich Sonne /Uranus, als am 24. April abends das Signal erklingt:
Seit dem 17. Januar heißt die Baustelle der Zeit im rechtsdrehenden Rhythmus der Sonne und im linksdrehenden Rhythmus der Erde: Zwillinge = Straßen und Plätze. Merkurs Baustelle ist im Löwen, im Zentrum mithin sind es die Wege und Verbindungen, die nun vom mit ausgelösten Mars, im elften Haus, also in unerwarteter und schöpferischer Weise, gemäß seinem Zeichen Skorpion planmäßig und diszipliniert, im Sinne des gewagten „abgeschossener Pfeils“ mit Resonanz belegt werden.
Hiervon betroffen ist Saturn - die bisher herrschenden Köpfe - dem von Pluto im Widder, den ideell gebundenen Militärs, im dritten Haus = auf den Straßen, und dem vom Mond, dem Volk im ersten Haus des versöhnenden Schützen widersprochen wird. Jupiters „jedem seinen Platz“ wird im Volk zum „das Land dem, der es bebaut“, Mond im ersten Haus wird zur Welle von Land-und Betriebsbesetzungen. welche dem Mond/Saturn, den alten Familien den überschüssigen Besitz streitig machen.

Und es ist dieser siebte Siebenmonatsabschnitt, in dem die Potenzen der Erde, die zuerst im ersten Haus in die Erscheinung treten, nach sechs Wandlungen der begegnenden Welt im siebten Haus ihr Gesetz auferlegen dürfen. So sind es mithin nicht nur der Saturn sondern auch die Sonne - die natürlich das Zentralvermögen der bisherigen Herrscher repräsentiert - welche den Widerspruch des Mondes und des Uranus ertragen müssen, wie er aus dem ersten Haus mit dem „abgeschossener Pfeil“ des Schützen ins Zentrum trifft.
Das also wäre die Auskunft des 25. Septars der Königskonjunktion Erde für den Zeitraum 17. Januar 1974 bis 17. August 1974. Das ist die schwer vorstellbare Ausfächerung eines Konstellationsbildes von 1826 in der siebendfachen Vergrößerung.
Aber, angesichts der Tatsache, dass es Erfahrung vieler Menschen ist, dass ein Traum aus frühester Kindheit sozusagen das Grundmuster eines ganzen Lebens darlegt , kann es da wundern, dass die Zeit, in der sich Dasein und Leben in rhythmischen Folgen realisieren, Motive in rhythmischer Vergrößerung wieder hervorbringt?
Es war die „Münchner Rhythmenlehre“ eines Wolfgang Döbereiner, die diese Erscheinung in den siebziger Jahren erkannt und formuliert hat. Und man kann zu den Anschauungen Döbereiners im Einzelnen stehen, wie man mag, aber wenn ich Septare, ob im Individual-Horoskop oder in der mundanen Betrachtung, ernsthaft einer Prüfung unterzog, so haben sie es nie verweigert der astrologischen Einsicht den Aufschluß beim Blick durch die so notwendige Fernbrille zu gewähren.
Ich dachte, ich würde heute fertig, aber es scheint einen vierten Teil zu benötigen.
So sei es denn.

Gespeichert UTC 16:18, gepostet: 16:51.

Donnerstag, 28. August 2008

Die Revolution der Hauptleute

Ein Blick in die Geschichte der „Nelkenrevolution“ macht deutlich, dass der „25.April 1974“ einen langen Vorlauf hatte. Er erklärt, warum es grade die Streitkräfte waren, die zum Auslöser des Aufstandes wurden. Die Verzweiflung über die nicht zu gewinnenden Kriege gegen die Aufstandsbewegungen in den Kolonien wurde zur Mutter der Rebellion.
In der Bewegung der Streitkräfte, der MFA, sammelten sich Anfang 1970 junge Hauptleute. So muss in der himmlischen Parallele die Unterminierung der alten Ordnung deutlich erkennbar sein. Da das Element der Verschwörung hier die Hauptrolle spielt – die breite Volksbewegung entstand erst nach dem 25. April – darum ist besonderes Augenmerk auf Pluto zu richten.
Der Charakter Plutos fällt zusammen mit dem Charakter, des Zeichens, das er beherrscht, den Skorpion. In Anlehnung an eine Äußerung C.G.Jungs über das Wesen des mann-/weiblichen Archetypus, verstehe ich grundsätzlich das Tierkreiszeichen als matrix (lt. Mutter), also weiblich und den Planeten als dynamis (gr. Kraft) der gleichen Zeitqualität. Die einander gegenüberliegenden Zeichen bilden dabei Gegensatzpaare, in denen es um das Gleiche in komplementärer Ergänzung geht.
Das Gegensatzpaar Stier/Skorpion ist also in dieser Betrachtung Matrix des Gleichen, nämlich eines Zusammenschlusses, einer Vergemeinschaftung. Im Stier geht es aber um die rein materielle Sammlung zur Herde. Die Herde dient der Sicherung des materiellen Bestandes der Einzelwesen. Beginnend mit der Abgrenzung reagierender chemischer Potenzen als Zelle entwickelt sich das Prinzip des Zusammenschlusses bis hin zur sozialen Herde. Im Skorpion geht es ebenfalls um Sammlung, allerdings hier in der Bindung an eine Idee, ein geistiges Prinzip oder Leitbild. So Stier = die Herde, Skorpion = der Orden.
Es müsste in der Bewegung des Pluto am Himmel der frühen siebziger Jahre eine Beziehung zu Mars = Streitkräfte und zu Uranus = Befreiung zu erkennen sein, vielleicht auch zu Neptun = Auflösung und Neuanfang. Dabei scheidet Mars aufgrund seiner raschen Bewegung als Anzeiger einer allmählichen Entwicklung aus – es sei denn, er bewegte sich durch die Matrix des Widders, was aber nicht der Fall war.
Nehmen wir irgendein Horoskop des Jahres 1969:





















15.8.1969, Bethel NY, „Woodstock – Festival“

Pluto befindet sich Ende der sechziger Jahre Ende Jungfrau. Uranus hat ihn überholt und ihre lange Konjunktion hat die Revolution der „68er“ begleitet. Uranus entfernt sich rasch von Pluto. Mithin: keine gemeinsame Konstellation. Dasselbe gilt für Neptun Ende Skorpion. Er verlässt schon 1970 den Skorpion und kommt daher auch für den Aufbau einer auflösenden Potenz des Pluto nicht in Betracht. Von einer direkten Hauptkonstellation mit Pluto (=Konjunktion/Opposition/Quadrat) kann ebenfalls keine Rede sein.
Also kann aus den Konstellationen der laufenden Planeten nicht auf eine Verschwörung von Militärs zur Überwindung eines autoritären politischen Systems geschlossen werden.
Was aber dann?
Seit der persischen Weltastrologie des achten und neunten Jahrhunderts ist die Deutung der Großen Konjunktionen, das ist der Konjunktionen von Saturn und Jupiter, die sich alle zwanzig Jahre ereignen, in Übung. Astrologen wie Messahala, Al Kindi, Al Biruni, Abu Ma’shar und viele andere leiteten kollektive Vorgänge, die Schicksale von Dynastien und Kulturen aus diesen Konstellationen ab.
In seinem Kitab Al-Milal Wa-D-Duwal (Das Buch von den Religionen und Dynastien – Über die Großen Konjunktioneren)[1]zählt Abu Ma’shar, die Dingen auf, „von denen fortgeschrittenes Wissen über die allgemeinen Vorgänge abzuleiten und besondere Beispiele für künftige Zeiten zu gewinnen sind“. An zweiter Stelle nennt er die

„Positionen der Himmelskörper im Horoskop der Äquinoctien in jenen Jahren, in welchen [die Konjunktion der zwei obersten Planeten] sich ereignet wo sie sich von einer Triplizität zu einer anderen verlagert …“[2]


Den hier angegebenen Fall nennen wir Königskonjunktion und die Königskonjunktionen der vier Elemente fassen wir als Matrix auf, die den zwölf Tierkreiszeichen ihre für rund 800 Jahre gültigen Unterverzeichnisse zuteilen.


Prüfen wir, ob der Charakter des Pluto Anfang der siebziger Jahre durch eines dieser Unterverzeichnisse modifiziert ist:













Bewegung Pluto von 1970 – 1973: links Frühling, rechts
Herbst

Hier haben genau das, wonach wir suchen: am Himmel die Parallele dessen, was sich auf der Erde als Prozess abgespielt hat: die Annäherung des Pluto an den Uranus der Königskonjunktion Erde von 1802 auf 3,2° Waage und an den Mars der Königskonjunktion im Feuerelement von 1603 auf 4,1° Waage.
Hier sind sie zusammen, Soldaten und die Revolution. Hier ist sie, die Revolution des irdisch Realen im Sinne von Stier = Gemeinschaft, Jungfrau = Wirtschaft und Steinbock = Staat. Und hier ist der rote Mars, die Neugeburt der Streitmacht.
Und was bedeutet als Rahmen der Eintritt in die Waage? Waage ist das siebte Zeichen des Tierkreises. Der Eintritt der Planeten aus Jungfrau in die Waage bedeutet Eintritt in die obere, die Himmelshälfte des Tierkreises. In umgekehrter Richtung erfolgt im Weg des Lichts, dem Tagesbogen der Sonne, die Wanderung durch das siebte Himmelshaus: die (Doppel-) Stunde vor Sonnenuntergang.


Die alten Ägypter, die das Zeichen der Waage in den Tierkreis eingefügt haben, verehrten diese als Symbol des Sonnenunterganges, das will heißen des Totengerichts. Die Totenwaage richtet den gestorbenen Menschen, in dem der Richter, der hundsköpfige Anubis sein Herz auf die eine und die Feder der Maat, der Göttin der Gerechtigkeit und universellen Ordnung auf die andere Waagschale legt. Das Urteil entschied über Leben im Jenseits oder endgültigen Untergang.





Das Gleichnis der Sonne – astrologisch: des Herzens - die im 12. Himmelshaus der Fische aufgeht und im 7. Himmelshaus der Waage untergeht, ist das Gleichnis des Lebensgeistes, das heißt des Geistes der Güte, des Gebens, der Verschwendung. Geiz, Gier, Missgunst, Sorge – diese Un - Geister sind es, die dem Herzen die steinerne Schwere mitteilen, die im Universum nicht gewollt ist – die, wie alle Religionen versichern, den sicheren Weg in den Untergang weist.
So ist der Himmelsort der Waage in der Tierkreisfolge passenderweise ein Ort des leichten Elements, ein Luft-Ort.
Soviel zu dem Geist, welcher den mütterlichen „Boden“ abgab für die befreiende Verschwörung der Offiziere im vorrevolutionären Portugal im Zeichen des erdfarbenen Uranus und des roten Mars.
Die Gesamtkonstellation des 25. April in der Matrix der Königskonjunktionen zeigt nun dieses scharfe Quadrat des inspirierten Pluto zur Mars/Saturn - Konjunktion Anfang Krebs.



Zusammenstehend zeigen Mars und Saturn an: es bleibt alles, wie es ist und wem das nicht passt, der bekommt Prügel. Dagegen Mars und Uranus: es ändert sich alles und wem das nicht passt …usw.
Und Krebs, der Boden für Mars/Saturn? Immer geht es bei Krebs um das Innere, um das intime Milieu, um Gefühlswelten. Hier sind es die Interessen der Gesamtheit der traditionell herrschenden Familien mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Gewaltmonopol des Staates, welche von den aufständischen Militärs durchkreuzt (= Quadrat) werden. Die Schwäche der alten Familienwelten ist bemerkenswert.
Das gilt sowohl im realen: der Umsturz verlief fast unblutig, lediglich bei der Besetzung der Zentrale des Geheimdienstes gab es, als dieser in die Menge schoss, einige Tote unter den Demonstranten; der neuen Inhaber der Macht aber schützten das bettelarme Volk, als es nun begann in einer unaufhörliche Folge von Betriebs- und Landbesetzungen den alten Familien ihren Besitz streitig zu machen.
Das gilt aber auch am Himmel: Krebs – Herrscher Mond in den Zwillingen muss sich eine Lage gefallen lassen, in der sein Herrscher Merkur (= öffentliche Meinung) im Widder von der Schwäche des Mars der alten Gewalten betroffen und zugleich von den Resonanzen des Uranus erfüllt ist. Dieser wiederum steht im Maximum der Quadratresonanz zur Sonne der Königskonjunktion Erde (= 24,6° Krebs).



Zum anderen ist Mond selber von der Resonanz des Neptun betroffen, eines Neptun, der entsprechend seinem Zeichen Fische, die Auflösung eines alten und den Aufgang eines neuen Geistes signalisiert und dieses im Schützen, dem Zeichen, in welchem sich die Fügungsmacht innerhalb einer Gesellschaft darstellt, wobei Jupiter in den Fischen, ebenfalls in Resonanz zu Mond ebenfalls die Auflösung des alten und den Aufgang des neuen Geistes signalisiert.



Schließlich stellt sich die Frage: warum in Portugal? Diese Frage erscheint, betrachtet man den Strom der realen Ereignisse, als absurd: „Nirgendwo anders auf der Welt hätte dieses geschehen können angesichts der vorliegenden Bedingungen…“ lässt sich leicht sagen, hinterher.
Aber am Himmel galt diese Annäherung des Pluto an Uranus und Mars der Erd- und Feuerkonjunktion und damit ein Geschehen im Sinne einer Erdrevolution unter Einbeziehung einer Erneuerung der Streitkräfte auf der ganzen nördlichen Halbkugel der Erde.
In dieser Frage, nämlich in der Zuteilung der planetarischen Potenzen zu je einer Gleichung von Ort und Stunde entscheiden zwei andere Arten von Horoskop:
1. Für einen Zeitraum von jeweils sieben Jahren die sog. Septare, das sind Siebenjahresschwingungen der Solare (= Geburtstage) der Königskonjunktionen für jeweilige Orte.
2. Für den Zeitraum von jeweils einem Jahr die Äquinoctien, also die Horoskope, die auf jeweilige Orte errichtet werden zur Frühlings –Tagundnachtgleiche am 20. bzw. 21. März jeden Jahres. Es sind die Geburtshoroskope eines jeden Jahres, beginnend zum Sonnenstand bei Tierkreisbeginn auf 0° Widder.
Die Analyse dieser Horoskope soll uns im folgenden Beitrag beschäftigen.

[1] Hrg. u. übers. Von Keiji Yamamoto und Ch. Burnett, Leiden 1999.
[2] S. 13. Unter Triplizität sind die jeweils drei Zeichen eines Elements zu verstehen, die voneinander im Abstand von 240° entfernt sind. Weil die Großen Konjunktionen sich alle 20 Jahre um einen Schritt von knapp3° vorwärts bewegen, ereignen sie sich in Serien, nämlich ca. zehnmal, in den Zeichen des gleichen Elements (=Triplizität) bevor sie dann in ein neues Element wechseln: dieses ist der Schritt, den ich „Königskonjunktion nenne.

Gespeichert: 26.8.UTC 15:14, gepostet 28.8.UTC 16:01.