Freitag, 25. Juni 2010

Ohne Begriffe … keine Apperzeption 3.0


In die ökonomischen Blogs  zieht langsam Gott ein.

Nicht, dass er dort nicht immer gewesen wäre, wie an jedem Ort

aber … ob er dort geahnt, gar wahrgenommen wird  als Mitbeobachter

oder - ob er einfach da ist, wie immer, aber von (fast) keinem bemerkt wird.

Wir kommen darauf zurück.





26.7.1875, 19:30, Kesswill

C.G.JUNG, Wassermann-Aszendent:

Als Aszendent = als Schnittpunkt von Horizont und aufsteigendem Zeichen ist Wassermann "weibliches" Gegenstück zu Uranus.

Der Aszendent ist Erscheinung eines Zeichens? Warum dann weiblich?
Die Erscheinung eines Zeichens ist die Erscheinung eines Strukturelements der kreisenden Zeit, also eines Ruhenden, insofern  Weiblichen, weil die Zeichen - als Strukturen - ruhen - als Kranz um die Leere in der Mitte,  Ur - Zeichen des Weiblichen

Kreis um

Nichts in der Mitte

darauf wartend

erfüllt zu werden

Um von unserer Nordhalbkugel zu sprechen:
Unser Uranus, Planet -  jetzt auf 0,5° im Widder erscheinend - ist ein bewegter Beweger, eine dynamis, daher männlich, eine geladene Energiekapsel gleichsam.

Uranus im Widder nun also der heilige Geist im Affen? Auch Schimpansen morden erfahren wir. Aber das göttliche Experiment kennt auch die zärtlichen Bonobos
 

JUNG,  Aszendent Wassermann, weiblicher Geist, Weisheit Salomo ... also redet im Folgenden zu dem Thema Apperzeption.

Auf diese  “Apperzeption” kommt es an, ob wir die Einwanderung des Uranus (und Jupiters) in unsere Affennatur bewusst erleben und mitspielen können oder, nicht nur sie unbewusst vergeuden, sondern gar gequält bekämpfen.
Apperzeption ist ein Begriff von Kant, daher in geistiger Nähe  zu Hannah Arendt.
 

JUNG „Aion“, 1950

        „Ohne schon vorher vorhandene bewußte Begriffe ist Apperzeption bekanntlich unmöglich. Aus dieser Tatsache erklären sich viele neurotische Störungen, die im Wesentlichen darauf beruhen, daß im Unbewußten gewisse Inhalte konstelliert sind, welche mangels apperzipierender Begriffe (von „greifen“ comprehendere) nicht ins Bewußtsein aufgenommen werden können.“ (Hervorheb. von mir)
Das heißt auf nachbarschaftlich Deutsch: wenn die  Affenmutter in uns sich frühlingshaft erneuern wird -  jeden Tag  eine , die Widder- Stunde, dann ist es jetzt der mit himmlischen Geist erfüllte Uranus, der in ihr das Denken elektrisiert

Und nur der Mensch, der die anordnenden Bgriffe dafür hat - einen Tierkreis etwa -eine Beobachtung der Veränderungen in ihm folglich, eine entstehende  Bereitschaft zur Deutung und Aufnahme der Veränderungen ... allein der kann – „mitspielen“ - göttlich mitspielen - das Menschenspiel. “Finis respicit principium et contra” (Das Ende blickt auf den Anfang und umgekehrt).

Für alle Begrifflosen kommt die Medizin des Himmels umsonst "was nützt einem das Brahma, wenn man es nicht studiert", sagt der Inder.

Und wenn man mitspielen möchte, wie können denn die Begriffe erworben werden? Recht bald natürlich?
Dazu wieder JUNG:

            „Es ist darum so ungemein wichtig, dass den Kindern Märchen und Legenden erzählt, und den Erwachsenen religiöse Begriffe (dogmata) beigebracht werden, weil sie instrumentelle Symbole darstellen, mittels welcher unbewußte Inhalte ins Bewußtsein übergeleitet und dort gedeutet und integriert werden können. Geschieht dies nämlich nicht, so fließt deren oft beträchtliche Energie auf normalerweise wenig betonte, bewußte Inhalte ab und erhöht deren Intensität zu pathologischen Graden. Daraus entstehen scheinbar grundlose Phobien und Obsessionen, wie überspannte Ideen, Ideosykrasien, hypochondrische Vorstellungen und intellektuelle Perversionen, die sich je nachdem sozial, religiös oder politisch tarnen.“
Die ältesten und reifsten "dogmata", so kann JUNG durch die Astrologie ergänzt ergänzt werden, liegen vor in den 12 Tierkreiszeichen.
 

Also, zuletzt 1927, nun  2010: Uranus tritt ein in den Widder:

Es dringt ein frühlinghafter  Geist ein in die Männer und über die Männer in die Frauen und macht Sprung für Sprung sanft und geduldig die seelischen Tore weiter, theoretisch.

Dieser Geist wird zugänglich, wenn er durch Apperzeption - gewonnen aus Beobachtung und Deutung - ganz "alltäglich" gemacht wird, wobei, "gemacht" ist ein Schmarrn.  Die "göttliche" Substanz des Uranus erscheint im Gleichnis des Wassers, das als Dampf aufsteigt, rein von allen Substanzen.

Ein erster uranischer Bocks-Sprung in den geistigen Frühling 2010 bis in den August hinein. Ab da wieder zurück zur letzten Rückkehr in die "winterlichen" Hintergründe des Lebens ( Fische) bis Mitte März. Von da ab, eine Woche vor dem Beginn des kalendarischen Frühlings der Sonne:  der zweite Beginn des uranischen  Frühlings . Das zweite Uranus-Jahr in Folge.

Gespeichert 23.6.2010, UTC 14:04, gepostet: 14:17.

Kommentare:

  1. Mythopoet hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Ohne Begriffe … keine Apperzeption" hinterlassen:

    >>Also, zuletzt 1927, nun 2010

    es dringt ein himmlischer Geist ein in die Männer und macht Sprung für Sprung sanft und geduldig die seelischen Tore weiter, und wo das sichtbar wird, kommt den begrifflosen Revierhaltern die Galle hoch und in den Foren kracht es, wird gelöscht, gemobbt, gedroht von den Schiedsrichtern der Forenmafien auf der Titanic.<<



    Lieber Mundanomaniac,

    halten wir´s mit Odysseus:

    "Im Innersten bellte sein Herz ihm (...)

    Also bellte sein Herz, durch die schändlichen Greuel erbittert.
    Aber er schlug an die Brust, und sprach die zürnenden Worte:
    Dulde, mein Herz! Du hast noch härtere Kränkung erduldet,
    Damals, als der Kyklop, das Ungeheuer! die lieben

    Tapfern Freunde dir fraß. Du duldetest, bis dich ein Anschlag
    Aus der Höhle befreite, wo dir dein Tod schon bestimmt war.
    Also strafte der Edle sein Herz im wallenden Busen;
    Und sein empörtes Herz ermannte sich schnell, und harrte
    Standhaft aus."


    Herzliche Grüße
    Mythopoet

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  2. sternenstaub hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Ohne Begriffe … keine Apperzeption" hinterlassen:

    „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

    Mahatma Gandhi



    Von sternenstaub am 25. Juni 2010 08:42 unter mundanes Tagebuch eingestellt.

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