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Sonntag, 2. Oktober 2011

"What pie? Occupy !" - Anfang der Wende in den USA ? 2.0





... in diesem ursprünglichsten  und allgemeinsten Sinne
ist Handeln  und etwas Neues Anfangen 
dasselbe; jede Aktion setzt vorerst
etwas in Bewegung, sie  agiert im Sinne von agere,
und sie beginnt und führt etwas an im Sinne des
griechischen archein. Weil jeder Mensch auf 
Grund seines Geborenseins ein initium,
ein Anfang und Neuankömmling in der Welt ist, 
können Menschen Initiative ergreifen,
Anfänger werden und Neues 
in Bewegung setzen.

Hannah Arendt


In einer Bemerkung in der sich C.G.JUNG in den frühen 50er Jahren über die Bedrohung der Welt durch menschengemachte Vernichtung äußerte, schrieb er, dass in seinem Augen nur  eine Rückkehr die Welt retten könne, die vergleichbar wäre mit  der Bekehrung von Marignano, welche die Schweiz 1515 erfahren hat, indem sie seit der verlorenen Schlacht gegen Frankreich um den Besitz von Mailand nie wieder  einen Krieg um Ziele außerhalb der Schweiz geführt hat.  Diese heute notwendige  „Bekehrung von Marignano“ sah er in einer irgendwie gearteten Rückkehr zur Religion, bei klarer Erkenntnis, dass es eine Rückkehr in die Christlichkeit zurückliegender Jahrhunderte nicht geben könne.

Ich glaube, dass das Jahr 2011 in die Geschichte als ein entscheidendes Jahr der Bekehrung   eingehen wird.

Als ein Jahr der Wunder erscheint dieses Jahr allemal,  betrachtet man die Folge von Revolutionen der furchtlos gewordenen Bevölkerungen von Island (als Vorläufer 2010),  Tunesien, Ägypten, den Sieg der libyschen Amateurarmee gegen das hochgerüstete Gaddafi-Heer, die Unbeugsamkeit der Menschen im Jemen,  und als das größte der Wunder erscheint die standfeste Opferbereitschaft der unbewaffneten syrischen Demonstranten angesichts des gnadenlosen   Militärs.                            

Der Verlust  der Angst ist die Essenz des „Arabischen Frühlings“. Die muslimische Kultur vollbringt plötzlich in der Verteidigung der Freiheit Wunder, die in unserer Tradition so nicht zu finden sind. Und sie hat damit ein Leuchtfeuer für die ganze Menschheit entzündet.
Es scheint, dass die seelische Erfahrung, unter freiem Himmel jenseits von Parteien, Bekenntnissen, Geschlecht und Rasse mit hunderten und tausenden von „Menschen-Nachbarn“ zu atmen und zu demonstrieren, dass dieses von einem Tag auf den anderen von- Menschennachbarschaft-ergriffen-werden und zu erfahren, was Menschenehre ist, im Geben und im Empfangen, dass diese Erfahrung besonders in Libyen zum Gottesrausch geführt hat.
„Gott ist größer!!!“,“Allahu Akbar“!!  im März hörte ich diese Rufe zuerst bei einer Schießerei nachts in einer libyschen Stadt bei der Verteidigung einer Straßenecke gegen „Sicherheitskräfte“.
Die „Rebellen“ in Libyen schossen nicht nur physische Salven sondern zugleich symbolische. Das Symbol ist eine Leistung der Psyche. Es entstammt den  Träumen, welche unsere Seelen in der Nacht des Unbewussten träumen und tritt zu Tage in der Überwältigung durch Sinn, wie sie auf jeden Einzelnen unerkannt wartet.
Die Psyche kennt auch das untere animalische Stockwerk der Seele. Diesem entfährt schon mal ein ein „verreckt ihr Hunde!“ Das aber ist eine Regung der Psyche. Die Leistung der Psyche ist, ein von ihrem oberen Stockwerk aus dem Unbewussten produziertes, vom Bewusstsein adoptiertes und in ihm  lebendes Symbol, welches erlaubt das einmalige Leben ihm anzuvertrauen, ihm, dem Symbol der Symbole, "GOTT", zu vertrauen, so, wie es die libyschen Kämpfer seit sieben Monaten tun, im Dank für die Überwältigung durch GOTT, im Bewusstsein, dabei zu sein, entweder eines sinnerfüllten Lebens, oder eines sinnerfüllten Todes teilhaftig zu werden. 
Menschenerwachen wird  im gemeinsamen Handeln erfahren, im öffentlichen Glücksrausch, dass man kein Atom mehr, keine Nummer mehr ist, dass man, so ahne ich das libysche Erwachen, als ein mutiger Mensch, wie ein mutiges Kind, wie ein Kind unter Kindern, von Allah geliebt, auferstanden ist, weil ALLAH es will.
Der arabische Frühling, darin die libysche Revolution und die syrische Revolution legen revolutionäres Zeugnis ab, dass der allmächtige unbekannte Mitspieler, aus Gründen die wir vermuten können, der Menschwerdung des  Menschen wunderbarerweise  näher getreten ist und dass sich IHM zum Lob in der Kultur der Muslime hingebungvolle  Bekenner von Menschenwürde und Menschenkühheit beistellen.
Die Gottergriffenheit der Libyer ist so besonders bemerkenswert, weil ihr jeder sektiererische Fanatismus fehlt. Es gibt unter den Kämpfern nicht die Forderung nach einem muslimischen Staat. Es geht es den Aufständischen um eine moderne Zivilgesellschaft, die auf Kultur und Gesetz gegründet ist, es geht, so zum ersten Mal auf der Welt um die Brücke zwischen OST und WEST, das eint die Revolutionen von Tunis bis Damaskus, es geht um westliche Freiheit und östliche Frömmigkeit in einem Rechtsstaat.

Und darum ist in den Bewegungen des Jahres 2011 in Europa und Amerika,  den Besetzungen der zentralen Plätze in Spanien und Griechenland, des Capitols in Wisconsin, der großen und kleinen Städte in Israel (!) darum ist die ausgesprochene und unausgesprochene Ergriffenheit von arabischer Menschenfreundlichkeit  so spürbar.  

Nun hat seit zwei Wochen in New York die Bewegung „Occupy Wall Street“   mit der Besetzung eines Parks am 16. September in Lower Manhattan gleich in der Nähe der NY FED begonnen. Wo wieder, wie auf dem Tahrir in Cairo, der Plaza del Sol in Madrid, und all den anderen besetzten Plätzen junge (und alte) Aktivisten open end campieren,  das freie Wort und Bild führen, sich in Arbeitsgruppen beraten und am Ende des Tagen in der Generalversammlung zusammenkommen, wo jeder Rederecht hat, Camper, wie Besucher.



 Von   Matt Stoller, dem vormaligen Chef  - Berater des Kongress-Abgeordneten Alan Grayson (D. Florida), politischer Aktivist und Blogger, hat  naked capitalism   vom Freitag, 30.9. diese Darstellung veröffentlicht, deren ersten Teil hier auf deutsch wiedergegeben wird.
  (Übersetzung von mir)
Matt Stoller:  OccupyWallStreet ist nicht ein Protest, sondern eine Kirche des Andersdenkens
Letztes Wochenende verbrachte ich ein paar Tage mit den Demonstranten  in der Unterstadt nahe Wall Street und es war eine augenöffnende Erfahrung.  Die Leute dort wollen etwas, aber es ist keine Liste von Forderungen und es wird vollständig übersehen von den Medien und den meisten Kommentatoren …[…] sie haben keine formelle Liste mit Forderungen.
Und es ist offenbar, dass es hier nicht nur um Wall Street geht noch um irgendeinen Kampf. Hier sind                                                                                                                           Transparente, die Fox News angreifen Zorn äußern über Troy Davis (vor kurzem in Texas hingerichtet), die die iranische Revolution unterstützen, die Regulierung der FED fordern, und dass Reiche ihre Steuern bezahlen. Es gibt persönliche Transparente über Schulden, Krieg und medizinische Probleme. Und die Leute sind verkleidet, tragen Lichtschwerter, und ein paar Typen fahren einen Lieferwagen herum mit einem „Streng vertraulich Wikileaks“- Schild an den Seiten. Ich fragte sie ob sie mit der Seite zu tun hätten und einer von ihnen antwortete: „Das ist es, was der Geheimdienst gefragt hat“. Mehr als alles andere aber haben die Leute eine gescheite Gaudi (Spaß).
Was diese Leute tun ist, dass sie eine, in Ermangelung  eines besseren Wortes – Kirche -  des Widerspruchs bauen. Es ist kein Marsch wiewohl sich Märsche vom Lager aus bilden. Es ist nicht einmal ein Protest, wenn man’s genau nimmt. Es ist eine Gruppe von Leuten, die sich versammelt haben, um einen öffentlichen Raum zu schaffen auf der Suche nach Sinn in ihrer Kultur. Sie behaupten, sie hätten, für einander und für sich selbst,  Bedeutung. (Hervorhebungen von mir M.)
Sinn ist ein grundlegendes menschliches Erfordernis. Der Akt der Politisierung, des Aufbaus einer Bewegung, beruht auf individuellem, und dann kollektivem, Selbstvertrauen. Wie Daniel Ellsberg sagte, ist „Mut … ansteckend“. Ich bin erinnert , wie Howard Dean, Bewegungsaktivist und derzeitiger Jura-Professorin Zephyr Teachout  die die frühe Anti-Kriegs-Blogosphäre und späte  radikale Bewegung für Dean (demokratischer Kandidat 2004) als eine kirchenartig in ihren gemeinschaftsbildenden Elementen. Das ist es, an was mich #OccupyWallStreet  erinnert. Gerade die Vollversammlungen, wo die einen Leute reden und andere antworten, hatten eine rhythmische Ähnlichkeit mit denen in Kirchen und Synagogen, die ich besucht habe.
Du kannst erzählen, dies ist irgendwie ein anderes Tier wie andere politische Versammlungen. Niemand weiß, was man erwarten kann. Es gibt keine ausdrücklichen Forderungen. Es ist nicht sehr groß. Und dennoch, Berühmtheiten kommen in den Zuccotti Park. Wall Street Händler höhnen und ärgern sich. Die Leute bekommen die Aufmerksamkeit der Presse werden aber nicht von ihr beherrscht. Leute sind da, nur um da zu sein, weil es sich sinnvoll anfühlt. Das Lager ist sauber und gut organisiert und es fühlt sich bedeutungsvoll und aktuell an und nicht als eine Therapie für frustrierte Radikale. Gerade ein Block  entfernt ist die New Yorker FED, ein riesiges,  unheimliches und achtunggebietendes Gebäude mit schweren Eisentüren, Video Kameras,  und einer Polizei-Präsenz die „Weitergehen!“ brüllt.





17.9.2011 New York 12:00 OZ
Beginn der Besetzung des  Zuccotti -Parks in Lower Manhattan durch die Initiative „Occupy WallStreet"


Die Konstellation des Tages

Die Aktion vom 17. September, war sie anberaumt im Hinblick auf eine andere erfolgreiche Revolution, den "17. Februar" 2011, das "Markenzeichen" der libyschen Revolution? Kaum freilich war sie terminiert, weil am 17. September die Venus des gemeinsamen Handelns in die revolutionäre "Grandola-Konstellation" eintrat, denn außerhalb des Mundanen Tagebuchs wird die Königkonjunktion im Erdelement von 1802 und mit ihr der Standort des virtuellen Erd-Uranus nicht in Betracht gezogen.
Wenn, was wahrscheinlich ist,  in den Kreisen der Aktivisten astrologische Betrachtungen einen Platz haben, dann ist es am ehesten die Quadrat/Oppositions-Resonanz von Uranus und Pluto zur Venus vom 26. - 28. September, die dem Beginn der Besetzung das astrologische Siegel gab. Diese Konstellation  bedeutet "Aufhebung eines Zwangs in gemeinsamer Aktion"

Die Konstellation des Monats

Am 17. September 2011 fehlten noch 5 Tage bis zum Herbstanfang und  bis zum  Einzug des Nordhalbkugel-Jahres in die zweite Hälfte des Äquinoctiums der jeweiligen Orte. Wenn man sich das Äquinoctium der USA, errichtet auf Washington, anschaut, kommt man ins Staunen. Hier spricht ein Horoskop so deutlich, wie man es sich nur wünschen kann, von der Begegnung (Deszendent) mit dem revolutionären Aufstand der Beherzten, der in einer völlig unerwarteten(= Uranus)Weise in Erscheinung tritt.


Äquinoctium 20.3.2011, UTC 23:21, Washington

Nun zeigt obiges  Horoskop die Bedeutung des Moments für die USA insgesamt, lokal gesehen ist die Bewegung noch gar nicht in Washington angekommen, aber zum 6. Oktober haben sich auch die washingtoner Aktivisten zum Neu-Beginnen verabredet.
Das Äquinoctium von New York hingegen zeigt annähernd genau den Zeitpunkt der Besetzung in der Woche vor Herbstbeginn. Und es zeigt deutlich, dass die „Baustelle“ mit welcher die USA es jetzt zu tun haben,  gekennzeichnet ist von einem Mars (= die Erhebung), der, im sechsten Haus in den Fischen, sich im Verborgenen etabliert (was eine Tatsache ist, denn die ganze  offizielle Mainstream- Medienlandschaft schweigt) und dass, entsprechend dem 6. Haus, die Aktivisten der gegebenen Bedingungen bewusst und organisiert zu Werke gehen.

Äquinoctium, 20.3.2011, UTC 23:21, New York



Die Konstellation des Jahrsiebts

Stellt sich die Frage nach der Tiefe dessen, was da begonnen wurde. Auf diese Frage antworten die Horoskope der vier Elemente, genauer, der laufenden Septare (Jahrsiebte) der Königskonjunktionen der vier Elemente.

Beginnen wir mit dem Feuer, dem Element der Initiative und des Anfangens:

59. Septar der Königskonjunktion im Element Feuer von 1603 
vom 17.12.1661, UTC 8:45 auf New York

Hier ist erkennbar, dass der Rhythmus der Zeit zum 17. September in den Wassermann eingetreten ist (im Sinne der Erscheinung, rote Datumszahlen) und gleichzeitig in den Löwen im Sinne der Begegnung mit Sinn, grüne Datumszahlen.)
Wie zu erkennen ist, zeigt Uranus in seinem eigenen Zeichen Wassermann nicht nur die unerwartete Aufhebung im 3. Haus, das in diesem Septar die Angelegenheiten des Steinbocks (Staat, Autorität) regiert, sondern die Venus in Konjunktion zeigt den Zusammenschluss von Personen und Aufgeschlossenheit für Begegnung an.
Dazu kommen, orange markiert: die Oppositions-Resonanz des Mars im Krebs (= Wut im Volk) und das Quadrat Mond/Jupiter im Skorpion (=Hingabe  an überpersönliche Notwendigkeiten), also mit  Gefühl und Einsicht (= Jupiter)  unter Anknüpfung an die Vermächtnisse vergangener Generationen und unter Wahrung der Interessen der noch Ungeborenen = Skorpion mit neuen Sinn erfüllt werden (=12. Haus).

Gehen wir weiter zum Element Erde,  auf welcher sich die vier Elemente zum Leben in greifbaren Formen einigen müssen:



30. Septar der Königskonjunktion im Element Erde von 1802 
vom 17.7. 1831, UTC 22:37 auf New York

Hier zeigt sich für New York und die USA überhaupt (Washingtons Septar ist nahezu gleich) mit dem 17. Mai 2011 der Eintritt zum einen, im Sinne der Erscheinung, in die Verzicht- und Opferkonstellation des Skorpions mit einem Pluto im Widder = amerikanischer „Frühling“; zum anderen, im Rhythmus des Sinns sind die USA im Mai in die letzten 14 Monate dieses Septars eingetreten, in welchen die Fische die Auflösung alles dessen konstellieren, was dem Archetypus der Reinigung und Erneuerung widerstrebt und wo Neptun diese Auf- und Erlösung auf dem Boden des Steinbocks = des Staates anzeigt. Dabei zeigt die Opposition von Sonne = Gold und Merkur = Märkte wem diese Bereinigung überhaupt nicht in die Interessenslage passt.
Bemerkenswert: der Jupiter der Konjunktion Uranus/Jupiter ist rhythmisch zu Beginn Oktober, also jetzt erreicht. Wenn Uranus stets die Aufhebung bisher gültiger Autorität (=Saturn) anzeigt, dann zeigt der Jupiter die Ausdehnung dieser Aufhebung an. Mars und Mond in Opposition und Quadrat-Resonanz verweisen wieder auf Zorn – hier derer, die etwas zu verlieren haben (= Löwe) – und Mond im Skorpion = Gefühle des Volkes, das, im Zwang zum Verzicht  nun in eigner Autorität sein Opfer bestimmt.

Kommen wir zum Luftelement, dem Gleichnis der Leere in welcher Sinn, Anordnungen, Formen - kurz: Geist -  ihre gegenstandslose Existenz haben:


5. Septar der Königskonjunktion im Element Luft von 1980 
vom 31.12.1984 UTC 20:36 auf New York
                              
Auch hier zeigt sich wieder Wassermann und sein Herrscher Uranus, der Aufheber, am Werk und zwar im Rhythmus des Sinns. Seit Ende April zeigt das Gespann Uranus/Merkur im sechsten Haus, wo im Sinne des Luftelements das Denken die Bedingungen des Lebens untersucht, dass der gewohnte ökonomische Kanon nicht die Wirklichkeit der Märkte beschreibt.
Gleichzeitig zeigt, ausgelöst von der Waage,  die Venus im Wassermann an, dass die Reserven (= Venus des Stiers) aufgehoben sind und der Saturn in Quadratresonanz im 6. Haus in der Abhängigkeit von Bedingungen stehend, die sich in einer Pluto/ Mond /Opposition, zu erkennen geben,   die, wie eben schon, das Volk (=Mond) im Zwang (=Skorpion)  des Verzichts zeigt.

Und das Wasserelement, was hat das Medium des Fühlens, des Ahnens, der Einkehr ins Eigene den USA im Moment mitzuteilen?




101. Septar der Königskonjunktion im Element Wasser vom 1305
Vom 24.12.1404 UTC 19:03 auf New York


Hier herrscht im Sinne der Erscheinung noch bis zum 24. Oktober der Wassermann mit seiner Uranus/Sonne Konjunktion im Steinbock  im 8. Haus. Und im Rhythmus des Sinns, durch Löwe ausgelöst, ergibt sich dieselbe Konstellation: Sonne/Uranus. Sie besagt, dass das Leben (=Sonne) einen neuen Sinn erhält, denn der Uranus hebt ja immer aus den Wassern des Unbewussten der Fische neuen Sinn ans Licht des Bewusstseins unter gleichzeitiger Aufhebung bisher gültiger Sinndeutungen.
Dem Wechsel am 24. Oktober kann man schon entnehmen, dass Mond wieder einmal im Wassermann zu finden sein wird - das Volk erfüllt mit neuem Sinn – und dass die Impulse von  Neptun  (=Reinigung), Jupiter Versöhnung und Merkur (=Analyse und Darstellung) die Gemüter bewegen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass, wie im Spätwinter, bei der Analyse der Septare von Tunesien und Ägypten gezeigt, die augenblickliche Dominanz des Wassermanns/Uranus unübersehbar und zwingend ist bis in die Äquinoctien dieses Sonne/Uranus-Revolutionsjahres  hinein. Noch im Tageshoroskop des Geschehens vom 16.9. zeigt sich die Verbindung Venus/Uranus/Pluto und ihre Resonanzen  liegen voll auf der revolutionären "Grandola-Konstellation".

Für Leser, die sich im englischen/amerikanischen leicht tun, hier der ganze Artikel von Matt Stoller aus naked capitalism vom 30.9. und die faszinierendsten Ausschnitte aus den Kommentaren.

Zum Schluß: 

Zum Jupiter, der oben immer wieder in seiner Eigenschaft als Anzeiger der Ausdehnung angesprochen wurde ein irres Schmankerl:

Fortsetzungen:
Stoller am 6. Oktober: 



NY, 6.10.?


7.10.


19.10. In naked capitalism:

David Graeber: On Playing By The Rules – The Strange Success Of #OccupyWallStreet

Yves here. I have to note that David DeGraw of Amped Status is widely credited as the originator of “We are the 99%.”
By David Graeber, who is currently a Reader in Social Anthropology at Goldsmiths University London. Prior to that he was an associate professor of anthropology at Yale University. He is the author of ‘Debt: The First 5,000 Years’ which is available from Amazon.


Gepostet: 2. Oktober 2011, UTC 0:16.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Total am Ende


 Meine Kollegin Nicola hat in ihrer „Astro Teestunde“ eine statistische Auswertung abgebildet, die so zustande kommt: man fragt bei Google, indem man eine bestimmt Aussage eingibt, etwa:
„Ich möchte jetzt am liebsten gleich …“,  und  Google wirft aus, wie oft im deutschsprachigen Netz dieser Wunsch formuliert worden ist.
Ich probier’s mal:
Als erstes melden Unmengen von Seiten Reiseangebote,  aha, der Markt. Aber dann, wenn man auf die Zahl sieht … und dann auf die nächste Zahl:

ich möchte jetzt am liebsten gleich losfliegen                                        120.000
ich möchte jetzt am liebsten gleich ficken                                         10.600.000
ich möchte jetzt am liebsten gleich tot sein                                         8.280.000
ich möchte jetzt am liebsten gleich jemand abstechen                             16.700
ich möchte am liebsten jetzt gleich jemand abstechen                               6.280
ich möchte am liebsten jetzt gleich um mich ballern                                73.800
Ich möchte am liebsten jetzt gleich dich in den Arm nehmen                846.000
Ich möchte am liebsten jetzt gleich dich in die Arme nehmen                347.000
Ich möchte am liebsten jetzt gleich jemand in die Arme nehmen           572.000


Ich möchte am liebsten jetzt einen durchziehen                                    3.330.000                                                                                                                 

Jeder weiss, in uns sprechen verschiedene Stimmen. Heute Nachmittag habe ich doch noch zwei Tannenzweige mit ein paar Kugeln , Zwergen und Stohsternen geschmückt und meinen Frieden dabei gefunden. Eine andere Stimme aber hat dieses gesagt:


... heute feiern wir das kosmische Fest der Heuchelei. Alle lieben das Kind und alle verraten den Sohn, sehr viele … denk ich an meine Schulklasse … sehe ich: wie es da war, so ist es auf der Welt.
Mehr oder weniger. Mit dem 30 jährigen Jesus kann keiner was anfangen, oder fast keiner, damals nicht und heute nicht … der ist in der offiziellen Welt ein Witz.
In dieser Welt, die vor Wallstreet kniet. Vor Kannibalen.
Goldmann tut das Werk des Herren – behauptet Lloyd Blankfein, der Chef – der gleichnamigen amerikanischen Kult-Bank.
Der Jude, die Juden … hieß es früher, seit Hannah Arend wissen wir: Jemand, der sich anmaßt die Entscheidung zu treffen, wer auf diesem Planeten leben darf und wer nicht, mit dem kann die Menschheit nicht zusammen leben. Die fälligen Urteile über die deutschen Kannibalen sprachen und vollstreckten die Alliierten des 2. Weltkrieges und Schöpfer der UNO damals in Nürnberg.
Heute müssen wir hinzusetzen: niemand hat das Recht, zu entscheiden, wer hungern muss!
Was für ein Zyniker...

“Agricultural commodities will be a great investment in the next three to five years,” said Oliver Kratz, who manages $10 billion as head of Global Thematic Strategy investments at Deutsche Bank AG’s DB Advisors in New York, including $3 billion in agriculture. For those who can’t afford to pay more for food, there’s the “painful” risk of hunger, he said.

 Mir fehlen die Worte. Die Finanz-Haie gehen buchstäblich über Leichen, und zwar über die der Ärmsten.

Aber was „den“ Juden betrifft: wieso soll „er“ uns vormachen, wie man ein barmherziger Christ ist?
Dabei mag es unter den Juden eine unauslöschliche Schar durch die Generationen geben, die ihr Leben lang nichts anderes getan haben, als dem erwachsenen Jesus unauffällig ähnlich zu sein.
Zurück zu meiner Kollegin in Berlin: hier der Link zu ihrer Seite mit den berührenden Ergebnissen.
Das Grauen, die Qualen derer, die man nicht trifft, weil sie nicht aus dem Haus gehen, Kinder, die den Fluch der Lieblosigkeit erleiden und als Hölle an ihre Kinder weitergeben, Vergrämte, Vernichtete, Hoffnungslose, das beständige Rad der Qualen … hier wird es sichtbar: Millionen an ihrer elektronischen Klagemauer.

Das erwachsene Christkind hat gesagt:
 „Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. (Matth. 6,24)

Und wehe über die, die es versuchen ...

„Ich bin total am Ende“ ist ein entsetzlicher Zustand und zugleich der einzig hoffnungsvolle.
Wieso? Und sind jetzt so viele am Ende? Oder immer?
Bevor Gott seinen Sohn geschickt hat, lange vorher,  hat er gesprochen (in uns):

„Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre.“
1 Mose, 14 (Luther).
Schauen wir also nach den Zeichen und Zeiten:
Am Himmel haben wir diesen Dezember zwei Götter - wir sagen: Planeten - laufen, die schon mal vom Mai bis August und jetzt nochmal bis Mitte Januar, zusammen eine Sinn-Macht bilden: Jupiter und Neptun, die Herren von Schütze und Fische. Da Fische Ende von Sein und Anfang von Sinn, bedeuten und Schütze: glückliche Fügung, so ergibt die Konotation der beiden Planeten die Aussage:
Ende des Glücks soweit man es als ein Sein verfolgt hat.



Für alle die, die nicht auf ein äußeres Glück gesetzt, gewettet, usw. haben, sondern aufs Hervorbringen von eigenem Wert und Nützlichkeit, für die kann diese Konstellation nichts zu Ende bringen, für die kann diese Konstellation höchstens den Beginn erweiterter sinnerfüllter Fügung bedeuten, denn aller Sinn, aus den Fischen kommend, aus den drei Zeichen der  Ewigkeit (Fische/Wassermann/Steinbock) gelangt über die Fügung des Schützen in die Zeit. Wo unser Glück in der Fügung in die Fügung zu finden ist.
Noch einmal Goldman und die Zauberlehrlinge der Wallstreet:
Der jüngste Beitrag im Bärenthread lautet kurz und bündig:

Den einzigen Denkfehler, den ich sehe, ist, dass Du die Dollars als Spielgeld siehst. Alle bis auf die Amerikaner haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es sich vielleicht doch um echtes Geld handeln könnte.
Der schmerzhafte Ausstieg aus dem Dollar wird solange verschoben, bis die letzte Hoffnung schwindet und der Dollar sein wahres Gesicht zeigt. Andere Währungen haben allerdings am Dollar Gefallen gefunden und fangen schon fest an, ihn nachzuahmen.
Vielleicht ist also gar kein Ausstieg aus dem Dollar nötig, da es keine wirklichen Alternativen geben wird.


Einen Menschen, der so schreibt, hat man im alten Griechenland als Zyniker bezeichnet, als „Hunds“-Philosoph, dessen Auszeichnung darin besteht, dass er sich nichts vormacht.
Nun habe ich die Brücke zum zynischen Evangelium des Walter Benjamin, das mein philosophisch/theologisches Weihnachtgeschenk für dieses Jahr sein soll, ungeachtet dessen, dass ich es vor 14 Monaten schon einmal vorgelegt habe, aber gute Sachen kann man auch dreimal … schenken. Also:
Der Meistergrübler der zwanziger Jahre, Walter Benjamin schrieb Anfang der zwanziger  Jahre ein „Theologisch-Politisches Fragment“ in dem er feststellte:
„Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d.h. der Kapitalismus dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen auf die ehemals die sogenannten Religionen Antwort gaben.


Anstelle eines Nachweises der religiösen Struktur des Kapitalismus schrieb er:
Wir können das Netz in dem wir stehen nicht zuziehen. Später wird dies jedoch überblickt werden.

Und er fuhr fort:
Drei Züge jedoch sind schon in der Gegenwart an dieser religiösen Struktur des Kapitalismus erkennbar. Erstens ist der Kapitalismus eine reine Kultreligion, vielleicht die extremste, die es je gegeben hat. Es hat in ihm alles nur unmittelbar mit Beziehung auf den Kultus Bedeutung, er kennt keine spezielle Dogmatik, keine Theologie. Der Utilitarismus („alles fürs Glück der Meisten“) gewinnt unter diesem Gesichtspunkt seine religiöse Färbung.
Mit dieser Konkretion des Kultus hängt ein zweiter Zug des Kapitalismus zusammen: die permanente Dauer des Kultus. […] Es gibt da keinen Wochentag“, keinen Tag der nicht Festtag in dem fürchterlichen Sinne der Entfaltung allen sakralen Pomps, der äußersten Anspannung des Verehrenden wäre.
Dieser Kultus ist zum dritten verschuldend. Der Kapitalismus ist vermutlich der erste Fall eines nicht entsühnenden, sondern verschuldenden Kultus. Hierin steht dieses Religionssystem im Sturz einer ungeheuren Bewegung.
Ein ungeheures Schuldbewusstsein, das sich nicht zu entsühnen weiß, greift zum Kultus, um in ihm diese Schuld nicht zu sühnen, sondern universal zu machen, dem Bewusstsein sie einzuhämmern und endlich und vor allem Gott selbst in diese Schuld einzubegreifen, um endlich ihn selbst an der Entsühnung zu interessieren.
[…]
Es liegt im Wesen dieser religiösen Bewegung, welche der Kapitalismus ist, das Aushalten bis ans Ende, bis an die endliche völlige Verschuldung Gottes, den erreichten Weltzustand der Verzweiflung, auf die gerade noch gehofft wird.
Darin liegt das historisch Unerhörte des Kapitalismus, dass Religion nicht mehr Reform des Seins sondern dessen Zertrümmerung ist. Die Ausweitung der Verzweiflung zum religiösen Weltzustand aus dem die Heilung zu erwarten sei. Gottes Transzendenz (Außerweltlichkeit) ist gefallen. Aber er ist nicht tot, er ist ins Menschenschicksal einbezogen.
Dieser Durchgang des Planeten Mensch durch das Haus der Verzweiflung in der absoluten Einsamkeit seiner Bahn ist das Ethos das Nietzsche bestimmt. Dieser Mensch ist der Übermensch, der erste der die kapitalistische Religion erkennend zu erfüllen beginnt.
Ihr vierter Zug ist, dass ihr Gott verheimlicht werden muss, erst im Zenit seiner Verschuldung ausgesprochen werden darf. Der Kultus wird vor einer ungereiften Gottheit zelebriert, jede Vorstellung, jeder Gedanke an sie verletzt das Geheimnis ihrer Reife. […]
Der Gedanke des Übermenschen verlegt den apokalyptischen „Sprung“ nicht in die Umkehr, Sühne, Reinigung, Buße, sondern in die scheinbar stetige, in der letzten Spanne aber sprengende, diskontinuierliche Steigerung. […] Der Übermensch ist der ohne Umkehr angelangte, der durch den Himmel durchgewachsene, historische Mensch. Diese Sprengung des Himmels durch gesteigerte Menschhaftigkeit, die religiös […] Verschuldung ist und bleibt …
Der Kapitalismus ist eine Religion aus bloßem Kult, ohne Dogma. Der Kapitalismus hat sich […] auf dem Christentum parasitär im Abendland entwickelt, dergestalt, dass zuletzt im Wesentlichen seine Geschichte die seines Parasiten, des Kapitalismus ist." (Ges. Schriften, II/3, S. 203, Frankfurt/M. 1980)

Die Bühne der Religion ist die Seele des Einzelnen. Der Kapitalismus kennt keine Seele, mithin keinen Einzelnen, sondern nur Angebot und Nachfrage. Das macht, dass er prall ist von ungelebter, unbewusster Seele, seine Segel sind unermesslich gebläht von den Winden unbewusster Religion. Unbewusstheit aber ist die größte Sünde, oder sollte man sagen Tragödie,  des Menschen. Hätten sonst unsere Ahnen  die Geburt des Erlösers gefeiert indem sie Lichterbäume angezündet haben in der Dunkelheit?
Gespeichert 24.12.2009, UTC 22:26, gepostet: UTC 22:44.