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Freitag, 10. September 2010

Wieder aufgelegt: Welt im Extrem, Von Innozenz bis C.G.JUNG (Teil 1)

Vor drei Jahren erschien im Mundanen Tagebuch eine Skizze, in der die Neue Königskonjunktion im Luftelement, *13.12.1980, vorgestellt wurde und einige grundsätzliche Erwägungen angestellt wurden. Im letzten Blog wurde eine Erscheinung des neuen Denkens aufgewiesen.
Hier soll nun versucht werden, die Dynamik einer Königskonjunktion über die Jahrhunderte sichtbar zu machen am Beispiel der alten Luftkonjunktion vom *8.11. 1186, die 1980 abgelöst wurde. Dazu werden die Transite verschiedener Ereignisse betrachtet, welche dieses gemeinsam haben, dass sie sich auf den Denkstil ihrer Zeit beziehen.
Wenn hier für die Luftzeichen vom Denken die Rede ist, so würde  es sich im Zeichen der Zwillinge um das Denken des Realen, bei Waage um das Denken des  Seelischen und bei, Wassermanns um das himmlische Denken, z.B. den sogenannten "Heiligen Geist",  wissenschaftlich ausgedrückt : um "objektive Psyche" handeln.


Königskonjunktion im Luftelement von 1186
Transit 8.1.1198 Pontifikat Innozenz III.


Ein Mars-Transit zeigt immer den Beginn, die Durchsetzung,  von etwas, so, wie ein Neptun-Transit das Ende im Sinne der Auflösung von etwas zeigt.
Hier also der Mars auf Sonne/Merkur der Königskonjunktion im achten Zeichen, Skorpion. Die dadurch erkennbare Resonanz von Sonne/Mars/Merkur im priesterlichen Zeichen Skorpion zeigt den Tag, als der wohl mächtigste und verhängnisvollste Papst, den die katholische Kirche je gehabt hat, ins Amt kam. Er führte in seinem Pontifikat die von Gregor VII.  (1077, Heinrich IV. Gang nach Canossa) geforderte und verkündete päpstliche Oberherrschaft über das „weltliche Schwert“ der Kaiser auf den Höhepunkt.
Mit dem grauenhaften Kreuzzug gegen die „Albigenser“, den er 1209 ins Werk setzte, hat er die Opposition des päpstlichen Mars gegen den  Uranus im Stier deutlich markiert in  tödlicher Feindschaft des Heiligen Stuhls gegenüber dem freien religiösen Denken im Volk. Es wäre mithin logisch,  dass aus diesem Uranus  der Untergang der vatikanischen Hybris im Laufe der Jahrhunderte hervorgehen würde.
Der Neptun auf der Venus markiert das Ende der geistigen Offenheit im Zeichen des Stiers und der Waage.
Der Jupiter auf dem Mond, dem Symbol der „Mutter Kirche“ zeigt die Ausdehnung derselben als Schoß des im Krebs stehenden priesterlichen Macht- und Vorstellungskomplexes in Gestalt Plutos.


 Transit 25.3.1199,
Dekretale  „Vergentis in senium“


In diesem Dekret bestimmt Innozenz die Häresie als Verbrechen und ordnet die Vernichtung der Existenz bürgerlicher oder adeliger Wohlhabender an.
Die Sonne in Widder, wenn man so will: das Schwert des Tierkreises,  aktiviert in ihrer Resonanz die Feindschaft des herrschaftsmächtigen Plutos gegen die geistesoffene Konjunktion von Vater Saturn und Sohn Jupiter in der Balance fördernden Waage.




Transit 30.11.1215
Das 4. Laterankonzil  Laterankonzil geht zu Ende

Es gilt als das bedeutendstes Konzil des Mittelalters und erscheint in den hier nicht sichtbar gemachten  Saturn/Uranus- in -der -Waage des Jahres und eines Pluto im Löwen - des Jahres).

In den obigen Zeichnungen sind nun nicht die roten Transitplaneten eingezeichnet, wo sie stehen, sondern wo sie wirken. (Weniger Ablenkendes). Den Denkschritt um die Ecke oder nach Gegenüber mutet die himmlische Astrologie ihren Kindern schon zu.

Weiter also: und in Kürze: Quadratresonanz

Beider Resonanz:  Päpstlichen Königs-Plutos und adelig bürgerlicher Saturn/Uranus - Geist, freies Denken der Vertreter von  Staat und Geist.

Dazu kommt im selben Jahr: des damals aktuellen Plutos die  Quadrat-Resonanz (aus dem Löwen) auf 800 Jahre (bis 1980) Sonne/Merkur - Herr und Diener -  im Priesteramt des Skorpions und, gegenüber,  im Stier, beim Pöbel: Uranus, des göttlichen Rausches - Dionysos' -   ewiger Vater.

Wenn hier vom Skorpion die Rede ist und von der priesterlichen Essenz dieses Zeichens, dann genügt , dass wir uns dessen erfreuen, dass wir als Pluto, der ferne Wanderer, auf Tuchfühlung wandern mit den Gestorbenen und den noch Ungeborenen - lang und quer -  durch unser Schicksal im Symbol des Ringes oder Kreises unter Verzicht auf das Ganze.

Man kann sich fragen,  bei Plutos ferner Wanderung durch den Löwen des 13. Jahrhunderts , was denn wohl auf der Erde erscheinen würde, wenn  Pluto die Kernresonanz  zum  „Beginner“ Mars auf 15,9° erreicht haben würde. Und dieses erzählt die Ephemeride vom 19.4.1213: Pluto auf 16,3° Löwe, Innozenz III. beruft das Konzil ein.

Das Konzil begann im November, zweieinhalb Jahre nach seiner Einberufung. Die Seelen der Menschheit, inclusive der Kleriker, waren inzwischen im Zeichen ihres Skorpion-Anteils mit Pluto  durch den Raum zwischen Mars und Sonne/Merkur der Königskonjunktion gewandert.
Als Konzil erschien also die gleichzeitige Konzentration der Sonne/Merkur Resonanz und der Uranus-Resonanz auf den damals aktuellen Pluto, den Herrscher der Voestellungen dieses Äons.


Soweit die kleine Auswahl charakteristischer Transite auf die Königskonjunktion im Luftelement von 1186, in ihrer ersten aufsteigenden Phase welche die anfängliche Dominanz der hierarchisch priesterlichen Weltanschauung über das Denken der Allgemeinheit dartun.
Es ist dies natürlich nur die Betrachtung eines Ausschnittes aus der ganzen Welt, nur der Bereich des „Abendlandes“ der hier in Betracht gekommen ist. In Asien, in den Kulturen Amerikas und in Afrika dürften, soweit es von den Aufzeichnungen her möglich ist, entsprechende Bewegungen im Bereich des Denkens nachweisbar sein.

An diese Stelle gehört nun noch  der Hinweis auf das außergewöhnliche symbolische Ungleichgewicht, das die Königskonjunktionen aller vier Elemente damals im Unbewussten der Psyche der Zeitgenossen konstelliert hatten:

23.7.769, Königskonjunktion im Element Feuer


7.11.1007, Königskonjunktion im Element Erde



 25.12.1305, Königskonjunktion im Element Wasser


Welch ein Überwiegen des Skorpions vom  13. bis zum 19. Jahrhundert!

  • Skorpion regiert mit Mars dem Zünder zur Feuerwelt.
  • Skorpion regiert das „Weltliche“ dieser Welt der Konjunktion im  Erdelement.
  • Skorpion, er?, (eigentlich Sie, die Spinnerin) regiert das Denken im Zeichen der Luftkonjunktion.
  • Erde wird gar dreifach geknechtet: Erd-Sonne  in Skorpion (1.) und in Konjunktion mit Pluto (2.)dem Skorpion-Herrscher im eignen Haus (3.)
  •  Skorpion beherrscht die Hälfte des  "Wassers" dieser Welt, ihre inneren Wege, in sechsfacher Weise, darunter die der  Königskonjunktion selber.
Welch ein Ungleichgewicht in der Welt, die an ihrem Extrem   schließlich zu zerbrechen bedroht sein musste.

Wird fortgesetzt.
Gespeichert TC 12:02, gepostet: UTC 15:04

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Das Europa Suchspiel Teil 5 und 6, Mond - das Volk



1.12.2009, MEZ 0:00, Brüssel

Auch diese Darstellung enthält einen Irrtum, nach dessen Aufdeckung ein Teil der Deutung zurückgenommen werden muß, (siehe den Widerruf hier). Dennoch bleibt dieser Artikel, wie ich meine, lesenswert, und sei es zur Denkübung.

Das neu verfasste Europa kam in einer Vollmondnacht zur Welt. Sonne und Mond wanderten einander gegenüber im plenilunium, dem hellsten Zustand des Mondes. Ich wundere mich immer, warum so viele Astrologen einen dunklen Gegenmond brauchen  und ihn Lilith nennen. Ist nicht der dunkle Zustand des Mondes, wie gerade heute, Mittwoch - Nacht, dunkel und widrig genug?  Aber es besteht offenbar Bedarf, sich  in  Projektionen  jüdischer Mystik, oder indischer wieder zu erkennen. Da ich mir selber mystisch genug bin, liegt mir eher an gelebten Weisheiten, wie denen des Laotse, und an solchen Klarheiten wie denen des C.G. Jung.
Und, Gott sei Dank, ist noch niemand auf die Idee gekommen, einen neu entdeckten Asteroiden nach Laotse oder Jung zu benennen und dessen Ephemeriden zu präsentieren.
Die Zahl der Monate und Tierkreiszeichen bleibt nun einmal bei zwölf und die Doppelnatur von Venus und Merkur bleibt ebenfalls eine physisch/psychisch/mythologische Konstante, so dass an "Göttern" ohne Land eigentlich, für mich jedenfalls, kein Bedarf besteht.





                                                









Zurück zum Mond in den Zwillingen, "das Volk unterwegs", heißt das in astrologischer Vereinfachung. Bei Vollmond aber bedeutet es: in heller, gereinigter Verfassung.
Er, Mond (sie, luna) leuchtet über den Gefühlen der ehemals und künftig wandernden europäischen Völker, die gelernt haben, als Wandernde den Straßen ihres Kontinents frei gleich dem Winde zu folgen und die gelernt haben, Wandernden gastlich zu sein, denn  diese luna der neuen europäischen Verfassung wird angestrahlt von einer Sonne die sich in den adventlichen Graden des sohnhaften Schützen zur Versöhnung von Himmel und Erde bewegt.
In dieser Nacht nun um 0:00 Uhr wanderte der Mond über Brüssel auf 5,1° der frühlingshaften Zwillinge und verweist auf ein europäisches Fühlen, das unterwegs und nicht daheim ist. Grund genug, uns in der Betrachtung daran zu erinnern, dass dieser Zustand des Mondes ein kollektives Fühlen anzeigt, das in der Vergangenheit keine gute Nachricht war. Denn, wo ein Volk in Gestalt seiner Söhne unterwegs war, da wohnte , wohin diese kamen, ja schon immer wer, und musste sich wehren mit Feuer und Blut gegen Feuer und Blut.
Noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einige Jahrzehnte vor den großen Endkatastrophen des 20. Jahrhunderts, schrieb der große Basler Historiker Jakob Burckhardt in seinen „Welthistorischen Betrachtungen“:
„Im großen aber, von Volk zu Volk, gilt es als zeitweise erlaubt und unvermeidlich, aus irgendwelchen Vorwänden über einander herzufallen. Der Hauptvorwand ist, im Völkerleben gebe es keine andere Art von Entscheid, und ‚wenn wir’s nicht tun, so tun’s die anderen‘.“
(Jakob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, Leipzig, 1985, S. 157.)

1. Der rote Merkur von 1603

Also empfängt Mond auch die fast klare Resonanz aus 4,9° Schütze vom roten Merkur der Feuerkonjunktion von 1603. Hier aus dem Feuerzeichen Schütze kommend, steht die Botschaft des Merkur im Zeichen der sich stets erneuernden Utopie des himmlischen Friedens und der Versöhnung auf Erden. Aber weil die als „Utopien“ bekannten Entwürfe überwiegend intellektueller Herkunft waren, also dem Prinzip der Zwillinge zugehörig, muss man bei einem Merkur, der aus Schütze heraus spricht, an eine religiöse Botschaft einer Versöhnung mit Gott denken, einer Versöhnung, die als wirkende Güte lebendiger Gottheit in der Psyche des Menschen erfahrbar ist, und die in den mythischen Projektionen des Weihnachtsgeschehens Gestalt angenommen hat. Als ein in diesem Sinne treffendes Beispiel, allerdings die rote Sonne/Venus, nicht den roten Merkur betreffend, kann der so genannte „Weihnachtsfrieden“  gelten, den ab dem 24. Dezember 1914 vorwiegend englische und deutsche Soldaten über die Feuertage an mehreren Fronten in Frankreich ohne höhere Genehmigung einander gewährt haben.

24. ( – 26.) 12.1914, Frankreich (örtlich auch an der Ostfront) „Weihnachtsfrieden“


2. Die erdfarbene Saturn/Jupiter-Konjunktion von 1802

 An seinem ‚Standort‘ im Luftzeichen Zwillinge nun empfängt Mond der ersten Dezembernacht 2009 in perfekter Klarheit die Resonanz von Saturn und Jupiter aus ihrer Königskonjunktion vom 17.7.1802 auf 5,1° aus der Erd- und Familienwelt der Jungfrau. Das bedeutet, der tief gefühlte Eigensinn der europäischen Völker empfängt, ausgehend von der Jungfrau - Welt von Handel und Verkehr, Maß und Stellenwert, die allen Beteiligten einen Platz im europäischen Gefüge einräumen und dieses nicht in Theorie oder gar Utopie, sondern gewachsen aus den realen Zusammenhängen von Eigentum, Austausch und oberstem Recht.
Nach der ununterbrochenen Folge der Königskonjunktionen im Erdelement seit mindestens 642 v. Chr. in der Jungfrau erscheint diese europäische Verfassung vom Mond her gesehen, das heißt von unser aller Lebensgefühl her, als Schlussstein in der politisch/legislativen Kuppel die unseren katastrophenmüden Kontinent überwölbt.

Einige wenige Transite auf den 5. Grad Zwillinge, Jungfrau, Schütze und Fische habe ich im Archiv.

12.6.1776, Virginia Bill of Rights (Erste Menschenrechtserklärung)


21.11.1806 Napoleons Kontinentalsperre


14.9.1812 Moskauer Brand

24.9. 2000, Belgrad Präsidentenwahl

22.11.2005, Angela Merkel zur Kanzlerin gewählt


19.10.2007, Vertrag von Lissabon


Gespeichert 17.12.2009,  UTC 17:22, Gepostet: 17:29.