Freitag, 18. September 2009

Brückenprobe

17.9.2009

Angesichts der uns Menschen eignenden permanenten Selbsttäuschung, Selbstbestätigung und unbewussten Projektion habe ich keinen keinen aussichtsreicheren Weg zu astrologisch disziplinierter erweiterter Erkenntnis gefunden, als die Arbeitsbücher und Seminare von Wolfgang Döbereiner zu studieren.


Heute nun, am Tag Opposition, d.h. des himmlischen Duetts von Uranus und Saturn, von „Ursprung“ und „Bestimmung“ um Wolfgang Döbereiner zu zitieren, wo sie, im Sinne des Gesamtkonzerts, jeder auf seine Art um das Herz, die Sonne, herumwirbeln, heute ist also der Tag von Saturn =„Käfig“ und Uranus = „Freiheit“ und ihrer Vereinigung im Bild eines Dritten: Käfig mit offener Tür.

Allerdings ist es eine grimmige Version der Astrologie die uns Döbereiner zumutet .Sie fußt auf astrologisch sezierender Betrachtung der Welt der neurotischen Lügner, in der sich eine Mehrzahl im „Menschen ohne Eigenschaften“ (Konsumenten) tarnt und hinter einer jeweiligen Brauchbarkeit verbirgt.
Was bereitet uns Vielzweckmenschen also ein Saturn-Uranus? Er mutet uns etwas zu, das für nur allzu viele ein Problem ist:
„Dare to be silly” – „Wag es einfältig zu sein”
nennt Paul Krugman, der aktuelle amerikanische Nobelpreisträger für Ökonomie die dritte seiner 4 Rules … in meiner Sprache ausgedrückt: „Hört auf die Kinder“, das ist es, was der Narr/Uranus dem König/Vater/Saturn empfiehlt. Somit enthält Uranus, der aus dem kindlichen Potential der Fische schöpft, das Potential der Königswandlung, der Königserneuerung.

Die "Königserneuerung" aber ist das zentrale Motiv der praktischen und intuitiven Naturphilosophie, ist das "philosophische Gold" das die Alchemisten seit der Antike bis in die frühe Neuzeit gesucht haben. Als Erneuerung der Bewußtseinsdominante hat schließlich C.G. JUNG die Psychologie der "Königserneuerung" der Alchemisten "entziffert".

Den selben Gedanken kennen wir ausgesprochen vom Stifter des Christentums ...
"…es sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet, wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." (Matth. 18,3)
… aber auch in der Astrologie: ... so werdet ihr die „Trennung“ erleiden.

„Die Trennung besteht solange und die Unvereinbarkeit zum Vater, solange die Trennung und Unvereinbarkeit zwischen dem Ursprung und der Bestimmung der Gestalt des eigenen Lebens besteht. […] Die Unvereinbarkeit oder Trennung mit dem Vater wird aufgehoben, wenn der Uranus zum Saturn wird. Jede Saturn/Uranus/Konstellation im Akuten als Transit, Gruppenschicksal, rhythmische Auslösung oder septarbezogen zeigt den Zeitpunkt, an dem der Uranus zum Bestimmenden seiner Form werden möchte, im Sinne einer neuen Bestimmungsanweisung für die Gestalt des Lebens.
(Wolfgang Döbereiner, Seminare Band 4, S. 276.)


Selbiges ist nun in diesen Tagen wieder der Fall als mundane, also Welt-Konstellation in ihrer derzeitigen, zweiten Wiederholung in der Jungfrau (auf der Nordhalbkugel). Das Ereignis zur ersten Oppositionsstellung von Saturn/Uranus war im letzten November die Wahl Barak Obamas. Die Entwicklung der republikanischen Partei, die diese „Königserneuerung“ ausgeschlossen hat und weiter ausschließt, zeigt seitdem eine bis ins bizarre gehende Erstarrung, das typische Symptom des ausgeschlossenen Uranus.

Heute nun, wie bemerkt, passiert die Sonne Saturn und tritt mit ihm zusammen in die Opposition zu Uranus. Mit Sonne ist es „Löwe“, das (Lebens-) Vermögen des Ichs das sich im zweiten Quadranten von Tierkreis und Häuserordnung, in den Familien sammelt. Dieses Vermögen ist es, das heute zur Beteiligung an der Königserneuerung aufgerufen ist und es ist dieses, dem im Falle der Weigerung „Trennung“ droht.

Und wie immer besteht die Gefahr, dass die verweigerte individuelle Königserneuerung, die verweigerte Wandlung der Bewusstseinsdominante in der Zementierung der bislang gültigen Obervorstellung einen kollektiven Ausdruck findet, der als solcher nur zu oft zerstörerisch ist, weil das Kollektiv die niedersten, reptilienhaften Instinkte freisetzt.

Da wird leicht einmal von Jugendlichen, deren Väter den Uranus verweigert haben, und deren Söhne , wie es zu gehen pflegt, aus Opfern zu Tätern wurden, auf einem Münchner S-Bahnhof im Jahre 2009 ein Mensch erschlagen, wie von Kain Bruder Abel.

Und da beginnt sich im großen abzuzeichnen, dass eine Schicksalsgemeinschaft, die „Chimerica“ genannte Ehe zweier Volkswirtschaften, dabei ist, die Trennung zu erfahren, und die im schlimmsten Fall, der ja in der Geschichte nicht gerade selten ist, in einem „erweiterten Suizid“ enden könnte.

Eine Lösung ist immer möglich, so die psychologische Einsicht bei C.G.JUNG, wenn die Bereitschaft besteht, die Unvereinbarkeiten der Gegensätze in einer Beziehung so lange auszuhalten ... bis, im psychischen Prozess von selbst herangebildet, plötzlich das Symbol eines Dritten hervorspringt, das beide Seiten enthält. Ein solches Smbol erscheint im Bild der Brücke, die ein Zeichen für einen gelösten Saturn/Uranus darstellt. So gesehen ist heute weltweit ein Tag der Brückenprobe.

Es hat sich aber darüber hinaus aus Zufall der Zeitläufte so gefügt, dass heute auch der 222. Jahrestag eines solchen Symbols, nämlich der Verabschiedung der amerikanischen Verfassung ist. Der Saturn im ersten Haus der Verfassung im Wassermann stellt genau den Mittelpfeiler diese Brücke dar zwischen dem Flügel der Revolution (ASC im Wassermann) und dem rechten Fügel des in ihr, im Zeichen des Saturn gegründeten, rechten Wegs. Anzumerken ist, dass die Resonanz unserer heutigen Uranus/Sonne/Saturn-Konstellation heute in Konjunktion und Resonanzquadrat zur Sonne der amerikanischen Verfassung und ihrem Jupiter schwingt.

17.9.1787, UTC 21:00, Philadelphia Unterzeichnung der amerikanischen Verfassung


Und da also diese Opposition Uranus/Saturn/Sonne heute mit ihren Resonanzen ins Herz des amerikanischen Gemeinwesens zielt, erscheint es mir angebracht, Hannah Arend das Wort zu geben. Wie in vielen ihrer Schriften hat die jüdische Denkerin in „On Revolution“ ihrem Gastland dankbare Reverenz gezollt. Ungeachtet ihrer großen Bewunderung für die amerikanische Revolution von 1776 und die elf Jahre später beschlossene Verfassung konstatiert sie dort aber auch
„die verhängnisvolle Leidenschaft für plötzlichen Reichtum“, „die den Weg der Gründer zu verstellen drohte … das Streben nach dieser Art Glück, das Judge Pendleton zufolge immer darauf hinausläuft, „jeglichen Sinn für Politik und jegliches moralische Pflichtbewusstsein zu ersticken.“(S. 178)
Und in einer Abwägung von Hoffnungen und Zweifel hält sie fest:
„… die revolutionären Vorstellungen von öffentlichem Glück und politischer Freiheit sind ein unabdingbarer Teil der Struktur des republikanischen Gemeinwesens geworden und geblieben und als solche sind sie aus dem Bewusstsein amerikanischer Politik niemals ganz verschwunden. Ob aber diese politische Struktur wirklich so fest gegründet und untermauert ist, dass sie dem sinnlosen Treiben einer Konsumentengesellschaft standzuhalten vermag, kann nur die Zukunft lehren.“(ebd.)
Hannah Arend, Über die Revolution, München 1968.

Die Brücke zwischen der großen politischen Tradition der Vereinigten Staaten von Amerika und dem Geist des alten China ist von beiden Seiten begehbar, um in der Förderung gegenseitiger Achtung verhängnisvollen Stimmungen, welche vordergründigen Interessen dienen, entgegen zu wirken.

Vierzig Jahre vor der Gründung der Vereinigten Staaten, im Jahr 1735, unterbreitete Kaiser Yung Tschong in einem Erlass seinen Gouverneure diese Einsichten:
"Zwischen dem Himmel und den Menschen besteht eine gewisse Beziehung, die, je nachdem, Lohn oder Strafe auswirkt. Naturkatastrophen, die die Felder verheeren, kommen entweder daher, dass der Herrscher persönlich vom Tao (dem richtigen Weg) abgewichen ist. Dann will ihm der Himmel durch Leid veranlassen, sich auf seine Herrscherpflicht zu besinnen. Oder der Anlass liegt auf seiten der Regierung, welche die Grundsätze der Gerechtigkeit verletzt und das Gemeinwohl preisgibt, oder auf seiten der Beamtenschaft, die es unterlässt, die Bevölkerung durch ihr eigenes Beispiel und durch Belehrung auf dem rechten Weg (Tao) zu halten, so dass man Gesetz und Moral verachtet und in schrankenloser Unordnung lebt. Das Herz des Menschen ist verderbt, die Einheit, die zwischen ihm und dem Himmel bestehen soll, unterbrochen; darum hebt der Himmel die segenspendende Wirkung seines gnädigen Wohlwollens für den Menschen zeitweilig auf und überschüttet ihn mit Missgeschick.

Überzeugt von der Wahrheit dieser erhabenen Lehre, pflege ich, wenn ich von Heimsuchung einer Provinz durch Naturkatastrophen höre, alsbald bei mir einkehr zu halten, meine persönliche Führung zu prüfen und etwaige Missstände, die sich am Hofe eingeschlichen haben, abzustellen. Vom Morgen bis zum Abend verharre ich in Demut und Furcht vor dem gereizten Himmel, um ihn zu rühren und seinen Zorn zu besänftigen.

Was hat es dagegen für einen Zweck, wenn ihr gute und böse Geister anruft? Sich auf diese Gebete und Beschwörungen zu verlassen, um Unheil von euch abzuwenden, indes ihr weiterhin eure Pflichten verletzt, das heißt, aus einem Bach schöpfen zu wollen, nachdem man seine Quelle verstopft hat, das Nebensächliche tun und die Hauptsache vergessen.

Von Natur ist der Himmel geneigt, uns zu erhalten und mit seinen Segnungen zu überhäufen. Der Mensch selbst hat sich sein Unglück zuzuschreiben. Von Katastrophen heimgesucht, pflegt das gewöhnliche Volk, unwissend und unfähig zum Nachdenken, wie es ist, leider meist sich seinem Schmerz und der Verzweiflung hinzugeben, anstatt bei sich selbst Einkehr zu halten und sich zu innerer Wandlung zu entschließen. So häuft es Fehler auf Fehler, Verbrechen auf Verbrechen und steigert sein Unglück zum Höhepunkt, vernichtet die Harmonie mit dem Himmel gänzlich und zwingt ihn zu schwerer Züchtigung.“

Franz Kuhn, Altchinesische Staatsweisheit, Zürich 1954, S. 198.
Solche Betrachtungen sind in ihrem kindlichen Himmelsvertrauen unserem Rationalismus völlig fremd, werden von unserer Seele aber ohne Mühe verstanden und sind dem Uranus nahe. Solcherlei auf uns wirken zu lassen, würden in beiden Kulturen jenen Segen stiften, dessen anlässlich des Himmels am heutigen Tag hier gedacht wurde.

Gespeichert, 17.9.2009, UTC 20:54, gepostet: 18.9.2009, UTC 10:10.

Dienstag, 15. September 2009

Ein Opfer zum Fest

14.9. - 21.9. 2009
in der Matrix

unter dem Nördlichen Tierkreis

und unter den Nördlichen Königskonjunktionen
der vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser
aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305



Zu dieser Woche sind dem Gesagten noch zwei Vormerkungen hinzuzufügen:

1. Neptun funkt hinunter aus Wassermann zur Venus im Löwen, die, zufällig zugleich – großer Tag, denkwürdiger Tag – Donnerstag die Venus der Erdkonjunktion passiert. Auflösung und Neubeginn aus dem Geist funkt Neptun, der selber in diesem Jahr die Resonanz des "grünen" Pluto des Wasserelements mitbringt.

Und wer ist da Angefunkt? Venus, die Habende, die Herrin der Herden, Herrscherin des Stiers … in der Erdkonjunktion noch bis 2577 im Löwen wirkend, heißt: die katzernartig verspielte Göttin der Sicherheiten mit den großen, großen Wettschulden.

2. Uranus der Erdkonjunktion funkt Anfang Waage grade dort, wo Merkur seinen Weg um die Sonne in der Gegenkurve fortsetzt. Den Merkur, das Gehen und Unterscheiden der Wege, treibt es noch einmal zurück vor die Waage-Freuden der Hochzeit mit dem „Menschen“- Gott = Uranus

("ein Gott ist der Mensch, wenn er Mensch ist … „ Hölderlin)

Merkur also noch einmal zurück wandernd in die Jungfrauen - Welt des persönlichen Nutzens, wo er am Samstag vorübergehend wieder eintritt bis in den Oktober hinein, wobei ihm in dieser Woche, Uranus ablösend,
3. Pluto von oben aus dem Steinbock zunehmend anfunkt, Pluto, der die tausend Gestalten der Angemessenheit fördert, funkt Merkur an, um den Anteil der Kommenden und der Gewesenen am Gegenwärtigen sicher zu stellen, als Gott der Gestalt was zuteilend und nehmend? Zeit.

Die Macht des Pluto sollte immer im Sinn behalten werden als die Macht des Herrschers des Skorpions, der dem menschlichen Herzen im Zeichen des Löwen im Himmel - Erde - Spiegel des Tierkreises streng gegenüber tritt. Das hat keiner kürzer und besser gesagt als Hölderlin:

„Denn schmählich / entreißt das Herz uns eine Gewalt. /Denn Opfer will der Himmlischen jedes, / wenn aber eines versäumt ward, / nie hat es Gutes gebracht“ (Hölderlin, Patmos).

Soviel noch zum Übrigen dieser zeichenreichen Woche.

In der Hauptsache möchte ich anläßlich der Vereinigung zur gemeinsamen Resonanz von Saturn, dem Dauerhaften, Uranus, dem Wieder-Schöpfer, und Sonne, dem Spiel des Menschen, meinen Beitrag entrichten.

Das Spiel des Menschen im Zeichen der Sonne ist einem Lagerfeuer vergleichbar, an dem gut Sitzen, gut Schmausen, gut Reden, gut Würfeln und gut Tanzen ist.
Das Spiel zieht sich hin je nach Anzahl und Menge der Scheite, welche der Helle des je vorhandenen Bewusstseins zu vergleichen sind.

Das Spiel läuft ab vor dem Hintergrund des ständig ums Lagerfeuer kreisenden Himmels mit seinen Bildern, die als Jahreszeiten und Klima-Epochen des Schicksals, anders gesagt, als Zeichen des Himmel und Erde anordnenden kollektiven Unbewussten, die Spielenden umwandern seit Anbeginn der Tage.

Von den Klima-Epochen des Schicksals rede ich, wenn ich die Königskonjunktionen die vier Elemente anspreche, von denen ich, die Septare der Elemente ableite, als Kinder der Zeit, bestehend aus Zeit.

Bevor ich die Rede beschließe, und zum Schauen einlade, die nötige Beschränkung:

Ich zeige heute die Königskonjunktionen des Erdelements unter Verzicht auf die gleichzeitig wirksamen Königskonjunktionen der drei anderen Elemente. Erde und Wasser sind uns sicherlich körperlich näher, greifbarer, als Feuer und Luft. Das Wasserelement aber zeigt das zwar physisch nachweisbare aber nur im Grenzbereich sichtbare fließende Innere, so dass das äußerlich sichtbare Greifbare im Zeichen der Erde erscheint und sich daher überproportional in den Geschichtsbüchern niederschlägt. Was man wissen sollte.
Die folgenden Graphiken zeigen also die vier Königskonjunktionen im Erdelement seit 642 v. Chr. und die nächst Kommende von 2577.
Der Stern, die acht Geschwisterplaneten und der Mond sind in jeder Königskonjunktion konstelliert. Beim Erdelement beziehen sie sich auf die Reiche unter den Zeichen des Stiers, der Jungfrau und des Steinbocks.

Um das Charakteristische herauszustellen, besonders die Besetzung der Tierkreisquadranten,
hier in der Analogie

habe ich die Königskonjunktion selber, also Saturn und Jupiter und die Sonne farblich abgesetzt. Den übrigen Planeten teile ich eine gemeinsame Farbe zu.

642 vor Christi Geburt:





154 nach Christi Geburt






1007 nach Christi Geburt







1802 nach Christi Geburt





2577




Heute ist es ja üblich, dass jeder Pfurz vermarktet wird. Euch Leser aber und die Himmlischen sollen die oben stehenden Graphiken erfreuen und uns hat ihre Herstellung die Langeweile des Alltags im siebten Lebensjahrzehnt vertrieben.

Gespeichert, 15.9.2009, UTC: 12:28, gepostet:13:31.














Freitag, 11. September 2009

ISTANBUL: IN DER STADT ERTRINKEN

Es ist das riesige Hoch mit Kern über den Britischen Inseln welches an seinem Südostrand gemeinsam mit dem Höhentief über dem östlichen Mittelmeer, in nördlicher Anströmung


den Bosporus mit vom warmen Schwarzen Meer gesättigten Luftmassen überzieht, die aufsteigend gewaltige Wassermassen abladen. Ergebnis: eine Jahrhundertflut, die in Istanbul Straßen in reißende Flüsse verwandelt hat. Die Millionenstadt, die vor dem Jahrhundertbeben zittert, wurde unerwartet oberirdisch von Neptun heimgesucht, der sich in bebauten alten Flußbetten zurückgenommen hat, was ihm gehört. Unendliches Leid vor allem bei den Armen, die ihre Unterkünfte errichtet hatten, wo freier Platz war.
Noch ist keine Entwarnung möglich, die meteorologische Konstellation dauert bis übers Wochenende noch an.
Von der Meteorologie zur Astrologie: Was hatte sich über Istanbul zusammengebraut? Fragen wir das Wochenhoroskop so haben wir eine Fehlanzeige: keine spezielle Wasser=Neptun-Konstellation Mitte dieser Woche. Nur allgemein die Opposition von Saturn aus Jungfrau auf Uranus aus Fische.
7. - 14. 9. 2009

Gehen wir zum Jahreshoroskop, dem Äquinoctium für Istanbul:
Äquinoctium, 20.3.2009, UTC 11:50 für Istanbul

Der Rhythmus wandert zwischen dem 20. August und dem 20. September, „technisch“ betrachtet, von oben durchs siebte Haus und von unten durchs sechste. Die „Zeitqualität“ sind Wassermann und Steinbock. Bewegt werden in diesem Monatsabschnitt von oben Neptun, von unten Mond. Die Bewegung des Wassermanns/Uranus ist immer aufsteigend, die des Steinbocks/Saturns immer einschränkend, zusammenziehend. Wenn Neptun, das ist Wasser, Dampf, Dunst, im Funktionsbereich des Wassermanns gezwungen ist aufzusteigen in kältere Luftschichten (Höhentief), dann wirkt das wie das Ausdrücken eines Schwamms.
Wenn Mond, die Wohnungen, im Funktionsbereich des Steinbocks liegend, vom in der Höhe darüber „ausgepresstem Schwamm“ betroffen wird und das dort, wo Saturn steht, nämlich im 2. Haus, das heißt in der physischen Realität im Siedlungsbereich von Dorf und Stadt, dann ist die unglückliche Konstellation bereit.
Schauen wir, immerhin ein Jahrhundertereignis, nach den Septaren der Königskonjunktion im Erdelement und Wasserelement:
Königskonjunktion Erdelement, 30. Septar vom 17.7.1831, UTC 22:37 auf Istanbul für 2005 – 2012

Im gegenwärtigen Siebenmonatsabschnitt herrschen in der oberen Hälfte Schütze, in der unteren Waage und Jungfrau (als eingeschlossenes Zeichen). Die Jungfrau hat durch Merkur ein Neptun-Problem im physisch realen dritten Haus. Das dritte Haus schließt ein Geschehen in der zentralen Stadt aus, es zeigt als betroffen das Umland an. (Istanbul in 72 Stunden: 80 Liter, Bandirma, ca. 100.000 Einwohner, etwa 100 Km. südwestlich Istanbuls: 220 Liter/m2).
Aber durch Merkur ist dann doch auch das zweite Haus betroffen, denn das zweite Merkur-Zeichen, Zwillinge, beherrscht welches Haus? Genau, das zweite, also doch die Metropole.
Und der durch Jupiter in Opposition ausgelöste Mars, das Strömende, im vierten Haus, in den Wohnungen? Nicht lustig.
Braucht es da noch ein Wasserseptar?
Königskonjunktion im Wasserelement, 101. Septar, 24.12.1405 UTC 19:03 auf Istanbul für 2005 - 2012

Hier herrscht seit dem 24. Juni 2009 und bis zum Januar 2010 ausgelöst durch Fische, Neptun allein und erfasst mit seiner Resonanz Merkur = die Straßen und Plätze in den Wohnquartieren (des vierten Hauses) und, unter Resonanz des Jupiters, vollzieht sich dieses in ausgedehntester Form. Jupiter in den Fischen ist einfach viel, viel Wasser. Erhebt sich die Frage, warum nicht schon früher, denn Neptun herrscht im rechtsdrehenden grünen Gestaltrhythmus schon seit November 2008. Antwort: Mond im sechsten Haus ist erst in der Mitte zwischen Juni und Januar, also im September angetroffen. Und der Saturn am Deszendenten? Saturn verweist auf das Hohe, wenn man so will, Erhabene. Saturn in den Fischen, also Saturn /Neptun, der hohe Wasserstand.
(Für Fachleute: letzterer tritt ein, wenn durch Saturn sein Zeichen Steinbock ausgelöst ist und dieser seine Potenz, Sonne/Uranus = Aufhebung des Lebens, ins vierte Haus „transportiert“ die dort auf Merkur trifft, was Juni+3 Monate, im September erfolgt.) Merkur im vierten Haus, das ist die Wohnung des Reisenden, eine schaurige Analogie zu den vielen LKW-Fahrern, die, in ihren Kabinen schlafend, vom Wasser verschlungen wurden.


Der Saturn in den Fischen hat aber nicht nur eine äußere Bedeutung, zumal in einem Septar des Wasser-Elements, das immer auf das innere Geschehen verweist. Saturn, der das sogenannte Hoheitliche in der Welt anzeigt ist daher, wie kein anderer Planet, der Anzeiger des Staatlichen. In den Fischen, dem Zeichen von Ende und Anfang ist Saturn der Anzeiger einer Auflösung und eines Neubeginns, einer Bereinigung der Maßstäbe und Grundsätze.
Diese Bereinigungs-Konstellation, Saturn in den Fischen, gilt natürlich für die ganze Nordhalbkugel der Erde. Die Türkei mit Istanbul als Metropole ist jedoch der einzige Ort, wo diese Bereinigung zur Begegnung wird - astrologisch Saturn am Deszendenten - wo die unhaltbare Korruption des „alles geht“ Bäche und Flüsse veranlasst, nachts durchs Schlafzimmerfenster hereinzukommen.

Gespeichert: 11.9.,2009, 11:49, gepostet:

Mittwoch, 9. September 2009

Vorgemerkt: nächster Donnerstag

17.9.2009, ca. UTC 12:00

Die kommende Woche ist nun derartig vorgemerkt, wie nur wenige im Jahr:

Sonne wandert durch die Konjunktion mit Saturn und die Opposition zu Uranus.

Schöpferischer Moment
Vermögen der Familien - und der Irrtum des Narren Mensch -
begegnen sich in der heiligen Enttäuschung
unter Aufhebung bislang gültiger Maßstäbe


Am Dienstag jährt sich zum ersten Mal der Tag "Null" für das Investmenthaus Lehman Brothers nach 158 Jahren seines Bestehens. Ein Uranus-Moment, eine Aufhebung. Aufhebung eines Königs. Auch diesmal, ein Jahr später: Uranus hebt Vermögen und König auf. Am Donnerstag nächster Woche, wenn er pünktlich ist.

Letztes Jahr, 12.9. UTC 23:00 New York, Freitagabend, die Konferenz beginnt über Lehman Brothers und Merryl Lynch.

Auch in 2006 und 2007, usw. gab es diese spätsommerlichen Sonne/Uranus - Begegnungen.
Es bleibt aber nicht jedes Mal das Herz der Weltwirtschaft stehen.
Was war letztes Jahr , was ist dieses Jahr anders?
Über das letzte Jahr haben wir ja gerade erneut Betrachtungen angestellt.
Nur in diesem Jahr ist besonders, dass Saturn sich am 25. Grad Jungfrau befindet, wenn Sonne auf dem 25. Grad Jungfrau nicht nur ihn einholt sondern beide von Uranus gegenüber auf der Fischeseite des Tierkreises exakt vom 25. Grad das Maximum seiner Resonanz empfangen.
Das Lebensvermögen empfängt stärkste Resonanz aus dem Schweigen.
Das Lebensvermögen empfängt stärkste Resonanz aus dem Schweigen. Empfängt von Saturn Begrenzung und von Uranus Aufhebung und neuen Ursprung.
Feste werden wir feiern, an solchen Tagen, wenn wir einmal die Weisheit des Gottesbildes in uns mit der Weisheit in der Natur zu verbinden gelernt haben werden ...

Zu Ehren der Bewußtheit von Konstellationen, wie sie für den nächsten Donnerstag vorgemerkt ist, folgt hier das Zitat der Woche, Thema: Die Beziehung zwischen Astrologie und Psychologie.

Brief an André Barbault (von C.G.JUNG)
(Vizepräsident des „Centre International d’Astrologie“, Paris)

Es gibt viele Beispiele von erstaunlichen Analogien zwischen astrologischer Konstellation und psychischem Ereignis oder zwischen Horoskop und Charakteranlage. Bis zu einem gewissen Grad besteht sogar die Möglichkeit einer Voraussage z.B. in Bezug auf die psychische Wirkung eines Transits…
Man kann mit einem ziemlich hohen Wahrscheinlichkeitsgrad erwarten, daß eine bestimmte psychische Situation von einem analogen astrologischen Konfiguration begleitet ist. Die Astrologie besteht aus symbolischen Konfigurationen, ebenso wie das kollektive Unbewusste, mit welchem sich die Psychologie befasst. die Planeten sind die „Götter“, Symbole der Mächte des Unbewussten (in erster Linie, neben anderem).

Der modus operendi der astrologischen Konstellationen::
Mir scheint, es handle sich vor allem um jenen Parallelismus oder „jene „Sympathie“, die ich Synchronizität nenne, d.h. die akausale Übereinstimmung, welche kausal nicht erklärbare Verbindungen kennzeichnet, wie z. B. die Präkognition, die Vorahnung, die Psychokinese (PK) und auch das, was man als Telepathie bezeichnet. Insofern Kausalität eine statistische Wahrheit ist, bestehen Ausnahmen akausaler Natur, die zur Kategorie synchronistischer (nicht „synchroner“) Ereignisse gehören. Sie haben mit der „qualitativen Zeit“ zu tun.
Meine Einstellung zur astrologischen Annahme eines von der Geburt an bestehenden psychischen Feldes und der psychoanalytischen Erklärung der Neurosenätiologie durch erste Kindheitserfahrungen::
Die spezifische (pathogene) Wirkung der ersten Lebenserfahrungen beruht einerseits auf Umwelteinflüssen und andererseits auf der psychischen Anlage, d.h. der Vererbung, welche sich im Horoskop anscheinend nachweisen lässt. Es scheint, als entspräche das Horoskop einem bestimmten Augenblick im Gespräch der Götter, das heißt der psychischen Archetypen.

Die qualitative Zeit:
Diesen Begriff habe ich früher angewandt, doch ersetzte ich ihn durch die Idee der Synchronizität, einer Analogie zur Sympathie oder zur correspondentia (die sympatheia der Alten) oder zur prästabilierten Harmonie von Leibnitz. Die Zeit besteht aus Nichts. Sie ist nur ein modus cogitandi, dessen man sich bedient, um den Strom der Dinge und Ereignisse auszudrücken und zu formulieren, so wie der Raum nichts ist als ein Modus zur Umschreibung der Existenz eines Körpers. Geschieht nichts in der Zeit und befindet sich kein Körper im Raum, dann bestehen weder Zeit noch Raum. Die Zeit ist immer und ausschließlich durch Ereignisse „qualifiziert“, wie der Raum durch die Ausdehnung der Körper. Doch ist die „qualitative“ Zeit eine Tautologie und besagt nichts, während Synchronizität (nicht „Synchronismus“) den Parallelismus und die Analogie der Ereignisse ausdrückt, soweit sie nicht-kausal sind. Die „qualitative Zeit“ ihrerseits ist eine Hypothese, die den Parallelismus der Ereignisse in Begriffen von causa et effectus erklären will. Insofern aber die qualitative Zeit nur ein Strom der Dinge ist und überdies ebenso sehr „nichts“ wie der Raum, bestätigt diese Hypothese nur die Tautologie: der Strom der Dinge und der Ereignisse ist die Ursache des Stromes der Dinge etc.
Die Synchronizität verneint die Kausalität als Erklärung der Analogie von irdischen Ereignissen und Gestirnskonstellationen (mit Ausnahme der Abweichung der Sonnenprotonen und ihres möglichen Einflusses auf irdische Ereignisse). Sie verneint sie speziell für alle Fälle außersinnlicher Wahrnehmungen (ASW), besonders für die Präkognition; denn es ist unvorstellbar, daß man die Wirkung einer nicht oder noch nicht existierenden Ursache wahrnehmen kann.
Was man mit Hilfe der Astrologie feststellen kann, ist die Analogie der [irdischen] Ereignisse [und der Gestirnskonstellationen], aber nicht die Ursache oder Wirkung der einen Ereignisserie in Bezug auf die andere (die gleiche Konstellation bedeutet z.B. bei derselben Person einmal eine Katastrophe und ein andermal einen Schnupfen…).
Trotzdem ist das Problem der Astrologie nicht ganz einfach. Es gibt diese Abweichung der Sonnenprotonen bei Konjunktionen, Oppositionen und Quadraten einerseits und bei Trigonen und Sextilen anderseits und ihren Einfluß auf Radio und auf vieles andere. Ich bin nicht befugt, zu beurteilen, wie viel Bedeutung dieser Möglichkeit zugemessen werden muß.
Auf jeden Fall ist die Stellung der Astrologie unter den intuitiven Methoden einzigartig, und es bestehen Gründe, an der Kausaltheorie einerseits und an der ausschließlichen Synchronizitäthypothese anderseits zu zweifeln.
Ich habe oft beobachtet, daß eine deutlich umgrenzte psychische Phase oder ein entsprechendes Ereignis von einem Gestirnsübergang begleitet war (vor allem Verletzungen durch Saturn oder Uranus).

Meine hauptsächliche Kritik an den Astrologen:

Wenn ich mich zu einem mir nur sehr oberflächlich bekannten Gebiet äußern darf, würde ich sagen, daß der Astrologe die Indikationen nicht immer nur als Möglichkeiten auffasst. Die Interpretation ist manchmal zu wörtlich und zu wenig symbolisch, auch ist sie zu persönlich. Der Zodiakus und die Planeten liefern keine persönlichen Angaben, sondern sind unpersönliche und objektive Gegebenheiten. Auch sollten bei der Deutung der Häuser verschiedene „Bedeutungsschichten“ berücksichtigt werden.
Daß die Astrologie der Psychologie viel zu bieten hat, steht fest; was aber die letztere ihrer älteren Schwester bieten kann, ist weniger ersichtlich. Soviel ich beurteilen kann, wäre es zum Vorteil der Astrologie, wenn sie sich über die Existenz der Psychologie Rechenschaft gäbe, vor allem über die Psychologie der Person und des Unbewussten. Ich bin ziemlich sicher, daß sich manches aus ihrer Methode lernen ließe. Es geht um die beiden Künsten gemeinsame Interpretation der Archetypen (der Götter) und ihrer gegenseitigen Beziehungen. Vor allem die Psychologie des Unbewussten befasst sich mit archetypischer Symbolik.

Aus C.G.JUNG, Briefe II, S. 400.

Gepostet: 8.9.2009, UTC 14:50