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Montag, 8. März 2010

Von Zöllnern und Recovery-Illusionen

8. 3. - 15. 3. 2010
unter dem Nördlichen Tierkreis
und unter den Nördlichen Königskonjunktionen
der vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser
aus den Jahren 1603, 1802, 1980 und 1305
( anklicken vergrößert) 


Ob nun Peking, Unterammergau oder New York, wir alle auf der Nordhalbkugel teilen miteinander den Weltaszendenten des „Jahreswechsels“ vom 1. Januar um 0:00 pro jeweilige Zeitzone.
 Immer steigt um 0:00/Zeitzone zu Neujahrsbeginn die Waage als Tierkreiszeichen (bzw. die Jungfrau als Sternbild) am östlichen Horizont auf.
Dabei befindet sich die Sonne hier noch im 3. und dort im 4. Haus. Wenige Hauptstädte, die am westlichen Rande ihrer Zeitzonen liegen, haben den Jungfrauenaszendenten: Brüssel, Paris, Madrid).
Dass auf der Südhalbkugel alle Orte zu Neujahr einen Widderaszendenten (Fische …) haben, sei am Rande vermerkt.
Im Gegensatz zum Horoskop der Tag-und Nachtgleichen (Sonne im „Frühlingspunkt“ = 0° Widder) am 21. März, haben wir:
·       Im Neujahrs-Horoskop ein Welthoroskop als Setzung aus dem Bewusstsein;
·       Im Frühlingshoroskop ein Erdhoroskop des an jedem Ort verschieden gegebenen Aszendenten des neuen Tierkreis-Jahres.
Welthoroskop. Was bedeutet „Welt“ im Unterschied zu „Erde“?
Meine Antwort erkennt in der „Erde“ das natürlich Gegebene, in „Welt“ aber ein Produkt des erkennenden Menschenichs.
Mir sagt zur Frage: was bedeutet „Welt“? diese Betrachtung am meisten:                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 
„Alle Urwelten vor dem Menschen waren physisch vorhanden. Sie waren ein namenloses Geschehen, aber kein bestimmtes Sein, denn es gab jene minimale Konzentration des ebenfalls vorhandenen Psychischen noch nicht, welche das Wort aussprach, das die ganze Schöpfung aufwog: "Das ist die Welt und das bin ich" Das war der erste Tag der Welt, der erste Sonnenaufgang nach dem Urdunkel, als jener bewusstseinsfähige Komplex, der Sohn der Dunkelheit, das Ich, erkennend Subjekt und Objekt schied und damit der Welt und sich selber zum bestimmten Sein verhalf, denn er gab ihr und sich selber Stimme und Namen. Der lichstrahlende Sonnenkörper ist das Ich und sein Bewusstseinsfeld- "sol et eius umbra" - außen Licht und innen Dunkelheit. In der Quelle des Lichtes ist Dunkles genug, um daraus Projektionen zu bilden, denn die Basis des Ichs ist die Dunkelheit der Psyche.“ C.G.JUNG, Mysterium Coniunctionis, XIV/135 

Das Menschen - Ich  sagt und fragt, es setzt und hebt auf. Den Beginn des Jahres hat das altrömische Menschen-Ich auf den ersten Januar festgelegt. In diesem künstlich gesetzten Kalender drehen sich heute die Uhren der ganzen Welt. Der ganzen? Nicht ganz. Die politischen und die Wirtschaftsuhren auf alle Fälle, die religiösen Uhren aber nicht.
So können wir sagen: die Weltuhren haben Neujahr am 1. Januar, die Seelenuhren am 20/21. März (Südhalbkugel 23. September.)
Wir natürlichen Geschöpfe in der künstlichen (Außen-) Welt „Geschäftsjahr“ werden nun derzeit Zeugen eines Geschehens, einer Jahrhundertkrise in der Geschäftswelt, über welcher die politische Macht der „Geschichtswelt“ stets den Schirm der Gesetze ausbreitet.
 Die regulativen Gesetze, welche die amerikanische Wirtschaft und das Volk der USA aus den Klauen der nicht zum ersten Mal räuberisch mutierten  Banken befreiten, wurden 1933, im vierten Jahr nach Ausbruch der Katastrophe 1929,  erlassen.
 Im ersten Jahr nach dem Oktober – Crash von 1929 gab es diesen Tenor:

"President Hoover predicted today that the worst effect of the crash upon unemployment will have been passed during the next sixty days."
-- Washington Dispatch, March 8, 1930


"The spring of 1930 marks the end of a period of grave concern... American business is steadily coming back to a normal level of prosperity."
-- Julius Barnes, head of Hoover's National Business Survey Conference, Mar 16, 1930


"While the crash only took place six months ago, I am convinced we have now passed the worst and with continued unity of effort we shall rapidly recover. There is one certainty of the future of a people of the resources, intelligence and character of the people of the United States - that is, prosperity."
-- President Hoover, May 1, 1930


Some current stock prices as percentage of their 1929 highs: Krueger 17%, Chrysler 18%, Montgomery Ward 21%, IT&T 27%, GM 42%, Woolworth 49%, US Steel 58%.

(Text zur Anzeige gekürzt. Gesamtes Posting:),   Quelle:



Alles fast wieder gesund, in Kürze geht es wie gewohnt weiter … aber, es war nur die recovery-Illusion …


… denn bei einem s o l c h e n Neujahrs-/Welthoroskop das Ende des Schlamassels zu verkünden, das

1.1.1930, New York

erlaubt die Ahnungslosigkeit der Vor-Astrologischen-Zivilisation mit Händen zu greifen: sechs Herrscher von acht Zeichen! = alle mundanen Herrscher der realen Welt! -  im Steinbock, dem Einschränkenden! dazu Konjunktion Saturn! dazu Quadrat Uranus – dem Herrscher der namenlosen Überraschung! - - - wie lächerlich erscheint die Autorität der menschlichen Autoritäten angesichts ihrer Ignoranz gegenüber der Autorität der „Zeichen und Zeiten“, mit welcher der Schöpfer im Alten Testaments den Himmel seiner Welt am 4. Schöpfungstag ausgestattet hat.

Dieses ist nun wahrlich kein weltlicher Seufzer, sondern er kommt aus der Seele die, von Natur aus religiös, den Wahnsinn der geschäftigen Gottfremden kopfschüttelnd betrachtet. Es lasst die Seele ja nicht kalt, wenn in den Katastrophen das Fleisch dieser Welt gepeinigt wird, ist doch so viel Kunst und Sorgfalt vom Schöpfer darauf verwandt worden, es schön und lieblich und weise zu machen auf dass es seinen Schöpfer lobe.
Nach 4 Jahren quälender Depression kam endlich, wie erwähnt,  der "Glass - Steagall - Act", der regulatorische Beißkorb für die Banken und damit neues Vertrauen in Industrie Handel und Gewerbe.

Wir sehen Saturn im Wassermann = die Idee der Einschränkung, welche sich gemäß Uranus auf dem Quadrat-Resonanzgrad des Merkurs der Königskonjunktion im Erdelement niederlässt. 
Saturn selber im Wassermann besetzt den Luftgrad des Neptun: die Idee der Auflösung und des Neuanfangs.
Bis hierher die historische Rückschau, als  Einleitung zur heutigen kleinen Analyse.

Also, Neujahrshoroskop als Fahrplan der Weltangelegenheiten in der Menschenwelt.

1.1.2010, 0:00 EST, New York
Einen ersten Blick warfen wir am ersten Tag des Jahres darauf: "2010 kein allzu lustiges Jahr". Hier nun eine Vergegenwärtigung: Was ist Los? Kommt die Erholung?
Zum Beginn dieses Jahres erinnern die Lichter und Planeten im Zeichen Steinbock nicht wenig an 1930. Mond ist zwar nicht im Steinbock aber über Opposition mit eingebunden in die Saturn-Resonanz. 
Dazu das grimmige Quadrat Saturn Pluto … die Bescheidung auf die Notwendigkeiten der Ahnen und der Ungeborenen. Und die sind,  Beherzigung der Lehren vergangener Katastrophen und Pflege der unser Generationen anvertrauten Lebensreserven.
Mars ist zwar im Löwen frei von direkter, Beschneidung (aber nicht von hintergründiger, denn Sonne ist im Steinbock) und sogar, in Jupiter-Resonanz, ein großer Räuber, aber „leider“ in für‘s  Beute-Halten unangenehmer Resonanz zu Auflöser und Neubeginner Neptun.
Jetzt im März durchfahren wir auf der Nordhalbkugel grade jenen dritten Spiegel von Himmel und Hölle, der rhythmisch von Jupiter/Schütze und Sonne/Löwe regiert wird.
Die Löwen-Sonne weilt, wie immer zu Neujahr, im Steinbock, weist also eher eine ernste Stimmung unter den Vermögenden hin. Aber der Schütze -Jupiter in Resonanz mit Mars (+Neptun), das sind zwei expansive Feuerplaneten, geeignet,  Impuls und Anschauung in eine expansive Illusion treiben, wann immer, wie jetzt, Schütze oder Widder (durch Mars-Opposition) rhythmisch ausgelöst sind.
Mond, der Nestgeber,  von der Zeitwelle im dritten Märzdrittel oben im zehnten Haus erreicht, ist  angetroffen als mundaner Anzeiger für's Daheimsein, also auch für die Lage des Wohnungsmarkts.  Diese Lage, gültig für das ganze Jahr, erhält, so der Fahrplan, in zwei Wochen einen aktuellen Akzent aus der Saturn/Pluto Depressions-Resonanz  aus Steinbock.
Und ab April  herrscht nord-Welt-weit die Schrumpfung, Kargheit (und Klarheit) des Saturn.
Der Mai zeigt sich dann wieder als (illusionärer) Überraschungsmonat im Zeichen der Mars/Jupiter-Ausdehnung nach oben.
Der Börsen-Junkie würde eventuell sagen: „ den April shorten und später nachkaufen, im Mai, wenn die Herde long geht, verkaufen“.
Aber, Börse hin, zocken her – was ist mit den Staaten, die die Verluste  der Katatrophe  übernommen haben? Was ist mit den Staatsanleihen, die sich in den Markt drängen und verdrängen müssen, was ist mit Griechenland, England,  Japan, usw. wo kommt das Geld her für die Banken, die Kommunen, die Sozial-Etats und – den immer bedrohlicheren – ins Monströse anwachsenden Schuldendienst? Kommt es zu den befürchteten Staatspleiten?
Dieses Frühjahr begann im Zeichen Griechenlands und seiner Probleme mit dem Staatsdefizit und dem Euro. Jetzt haben die Großzocker der Wall Street die Karte „Portugal“ nachgelegt, um die bestürzende Schulden-Lage im Vereingten Königreich herrscht dagegen klammes Schweigen.
Das Neujahrshoroskop für Mitteleuropa zeigt denn auch, wo sich in diesem Jahr ein Zentrum der Einschränkungen – aber auch der Stabilität - befindet, aber auch Peking, Hong Kong u.a. haben des ASC  weniger als 1° vom Saturn entfernt.
1.1.2010, 0:00 MEZ, Süd-Bayern
Wenn wir nun absehen von der Darstellung des Neujahrshoroskop der Griechen auf Athen dann aus diesem einzigen Grund: es ist, aufgrund der anderen Zeitzone, das Gleiche wie das vom (westlichen) Oberbayern.  Lindau hat den Aszendenten von Athen. Die Rosskur, die den Griechen verordnet ist, steht in Übereinstimmung mit ihrem,  unserem, Horoskop. Je mehr gegen die überpersönliche Notwendigkeit eines väterlich korrekten Staates korruptiv gesündigt worden ist, desto weher tut die Korrektur durch Saturn. Aber seine bittere Medizin werden nicht nur die Griechen schlucken müssen, anders gesagt: es wird sich noch zeigen, wo auf der Welt, in den USA, in China, auf den Britischen Inseln, die größten "Griechen" zu finden sind.


Nun zum Frühling, dem natürlichen Jahresanfang zur Aussaatzeit:
In den Frühlingshoroskopen – den Äquinoctien, wie ich sie nenne - hat jeder Ort sein eigenes Schicksal im Zeichen seines Aszendenten. Zum Beispiel Athen:
Äquinoctium, 20.3.2009, Athen UTC 11:45
Gültig bis zum 20.3.2010

 Die Griechen erleben dieses natürliche Jahr als Löwen, zusammen mit den Osteuropäern, Türken, Iranern – während wir westlichen und MittelEuropäer vom Mond begleitet die innere und NachtWelt des Krebs empfangen.
Als „Löwen“ bedeutet: in diesen östlichen Nachbaren wollte seit dem vergangenen Frühling unser aller gemeinsames Menschenherz wiedergeboren werden und es erlitt Lust und Schmerz des Lebens für uns alle diesem sich dem Ende zuneigenden "trophischen" Jahr.
Ja, das Herz ist ein Verschwender. Gleich dem Herzen ist ein Stern Sammler des Leichten, Physiker nennen es Wasserstoff - das Herz ist der wärmende Stern in der Planetenfamilie des Lebenden.
Das Herz ist König und Zentrum darum der Planetenfamilie „Mensch“.
Was, wenn die Verschwenderin des Leichten sich nicht verschwenden würde? Wie es Buchhalter im Norden ausgerechnet haben.
Die Sonne aufhören würde zu scheinen, die Griechen aufhören würden, zu singen und zu tanzen, wie dem Menschen ums Herz ist.
Das Herz ist ein Problem in den Kontoren von Frankfurt, Rotterdam und Brüssel, denn „die Griechen“ haben gespielt und verschwendert …
Und in den Verlagshäusern  Europas wurde dazu schöngelogen, wie jeden Tag und auf allen Kontinenten, damals wie heute …
Wer aber die Wahrheit sucht, ausgerechnet wo wird er nach endlosem Flug über Konfessionen, Schulen, Lehrstühle, schließlich fündig?
Wo wird der Erlöser fündig? Damals wie heute?
Unter den Zockern, früher sprach man von „Zöllnern“…den Sündern. Bei ihnen die Wahrheit?
Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht und ließen sich taufen mit der Taufe des Johannes.
Lukas 7.29

Von so einem „Zöllner“ der Wahrheit ist das folgende Zitat. Es ist etwas länger, aber von heiterer Klarheit angesichts des Wandels der Zeiten:
(normalerweise würde ich es als Link zur Bärenhöhle anbieten aber die schreiben ständig und ihn darunter  zu finden --- hoffnungslos.)
 Anti Lemming: Böse Vermutung zu den CDS-Wetten auf die Griechen  (7.3. 2010, 13:05)
"What “complex debt securities”, exactly, can banks issue more easily if CDS reduce the risk to purchasers "

Kohl hat den Euro eingeführt, damit die deutsche Industrie hemmunglos gen Süden expandieren kann. Der Euro beseitigte störende Währungs-Barrieren und versprach, unter den Argusaugen Brüssels hart zu werden wie einst die DM.


Die Südstaatler willigten begeistert ein. Eine Hartwährung hatten sie sich schon immer gewünscht.


Leider jedoch gaben ihre schwächlichen, ineffizienten Wirtschaftsstrukturen eine Eins-zu-Eins-Anbindung an den Euro im Grunde nicht her. Das schien aber kein Problem, denn es gibt ja Kredite. Wenn die Südstaaten auf Kredit expandieren, könnte/sollte/würde sich solides Wachstum und Stabilität schon von allein einstellen, irgendwie. Denn mit den Krediten werden ja größtenteils Investitionen getätigt, die Anschub bringen.


Um das Südstaatler-Geschäft in die Gänge zu bringen, liehen die reichen Nordstaatler den PIIGS-Habenichtsen folglich Geld. Das geschah auf sehr geschickte Weise, denn die Kredithilfen wurden als Kauf getarnt. Die Nordstaatler kauften nämlich die fleißig von den Südstaatlern emittierten Staatsanleihen. Ein Währungsrisiko gab es ja nicht mehr, und die 3-%-Neuverschuldungs-Grenze und sonstige strenge Maastricht-Kriterien hielten die Südstaatler an der kurzen Leine.


Der
 Trick mit der 3-%-Grenze ist, dass sie sich auf das BIP bezieht. Das BIP der Südstaatler ist aber eine Variable. Es wuchs stark, weil auch Maschinen und Fertigungsanlagen auf Kredit gekauft wurden und einen Industrie- oder Bau-Boom (Spanien) auslösten. Je höher das BIP, desto mehr kann man auch mit der 3 %-Neuverschuldung "losmachen".  

Die deutsche Industrie freute sich über den damit losgetretenen Export-Boom. Er half, die inländische Nachfrageschwäche im Gefolge der 2000-2003-Krise (begleitet von Reallohn-Abbau) überzukompensieren.

Der Haken an der Sache: Die Südstaatler-Kredit-Arie ist ein verkapptes Schneeball-System. Denn ob die blühenden Wirtschaftsräume wirklich entstehen würden und in punkto Effizienz (Lohnstückkosten usw.) mit der deutschen Wirtschaft mithalten könnten, stand in den Sternen.


Die Hauptkäufer der Südstaaten-Staatsanleihen waren die deutschen Banken. Sie "schufen" damit das Geld, mit denen die Südstaatler bei der deutschen Industrie einkaufen konnten. Banken sind jedoch (idealerweise) risikobewusst. Manch einer mag geahnt haben, dass etwa die griechische Schafskäse, Ouzo-, Oliven- und Korruptionswirtschaft wahrscheinlich niemals die Effizienz der deutschen erreichen wird. Zuvor hatte das bei den Griechen ja auch nie geklappt.


Daher war abzusehen, dass die Griechen irgendwann ein Problem mit dem Euro bekommen würden. Folglich begannen die deutschen Banken, ihre griechischen und sonstigen PIIGS-Staatsanleihen gegen Ausfall der Schuldner abzusichern. [Dies war im Grunde ein Eingeständnis, dass der Euro ein Fehlkonstruktion ist...]  Sie kauften dazu bei den einschlägigen Emittenten (GS und Co.) Credit default swaps (CDS) auf einen Ausfall der PIIGS-Staaten. Solange keine Probleme gemeldet wurden, waren diese Versicherungen auch noch recht billig.


Doch je mehr dunkle Gerüchte aus der Akropolis sickerten und sich wie ein Schleimteppich über Athen legten, desto größer wurden die Absicherungsinteressen. Mehr und mehr deutsche Banken kauften CDS - und die Spreads stiegen.
Jetzt erst sind vermutlich Hedgefonds und Zocker auf den Trend aufgesprungen. Sie haben ja die Eigenschaften, Trends nicht zu erzeugen, sondern bestehende Trends bis zum Exzess weiterzureiten. Das ist viel einfacher und effektiver, als das Rad bzw. den Trend neu zu erfinden.

Für die deutschen Banken und Frau Merkel sind die Hedgefonds nun ein wohlfeiler Sündenbock. Die Geschäfte mit den Griechen, wollen sie nun weismachen, waren "eigentlich in Ordnung" und solide, aber dann kamen die bösen GS-Buhmänner und haben die Böden aus den Retsina-Fässern rausgetreten.


Die Problemlösung  soll nun darin bestehen, die zockenden Hedgefonds "besser zu regulieren". Dies verkennt, dass Hedgefonds überhaupt erst dann einen Ansatzpunkt zum (Schad-)Zocken bekommen, wenn sich reale strukturelle Schieflagen offenbaren. Die HF setzen dann nur noch eins drauf und verstärken die ohnehin vorhandenen Tendenzen.


Dies nährt den Verdacht: War nicht vielleicht die gesamte Nord-/Süd-Konstruktion samt Euro-Einführung in besseren Bauernstaaten von Vornherein ein anfälliges Fehlkonzept - geschaffen von der expansiven Nord-Industrie und ihren politischen Lakaien? Entpuppt sich eine Währungsunion ohne wirksame politische Union nun als das, was es ist, nämlich als riskantes Wagnis, das in Krisenzeiten schnell ins Debakel führen kann? Und dies sogar ganz ohne Hedgefonds?


Solche ketzerischen Gedanken möchten Merkel und Co. sicherlich lieber nicht aufkommen sehen. Denn Kohls Euro-Konstruktion gilt ja als Jahrhundertwerk. Der Euro ermöglichte den lukrativen Süd-Kreditboom - in ganz ähnlicher Weise, wie in USA die Kreditverbriefungen den globalen Kreditboom auslösten. Und die Risiken konnte man ja - hüben wie drüben - mit Derivaten "wegversichern". Jedenfalls bis zur Sollbruchstelle....


Beides brachte eine vordergründig großartige Kredit-Sause, um aus dem Loch nach dem Platzen der Dot.com/Tech-Bubble herauszukommen.


Wachstum auf Kredit stößt jedoch irgendwann an seine Grenzen, wenn wirkliches organisches Wachstum ausbleibt. Geld löst nicht alle Probleme. Außerdem schuf der Kreditboom weltweiter Überkapazitäten, vor allem im Automobilbau.


Die  deutschen Lösungen für Griechenland - (verkappte) Kredite und/oder Kredit-Garantien, Anleihenkäufe der KfW usw. - sind von der Struktur her ähnlich fragwürdig wie die neue Staatskredit-Sause in Amerika. Alte Substanz-Probleme werden mit neuem Geld "zugeschissen".


Wozu Opel oder GM mit viel Staatsgeld retten, wenn die Firma auch ebensogut von der Bildfläche verschwinden könnte, weil es eh zu viele KFZ-Hersteller gibt? Wozu hüben wie drüben eine Abwrackprämie, um auf Kosten kommender Generationen unnötige Überkapazitäten künstlich am Laufen zu halten?


Die wirkliche Lösung kann nur darin bestehen, Luft abzulassen, kürzer zu treten und den kreditgetriebenen Überschwang der letzten 20 Jahre - die Billigzins-Sause - als historischen Fehler anzuerkennen. Nun gilt es, den Mut zu haben, Deflation zuzulassen. Das Mantra "ewigen Wachstums" war an seine Grenzen gestoßen und ließ sich auch "auf Kredit" und mit Billigzins-Gepumpe nicht künstlich über die Runden retten.


Das Schulden-Experiment ist gescheitert. Wird Zeit, dass realistische Politiker weltweit dies einzugestehen wagen.

Anti Lemming: Spinnt man diesen Gedanken fort

14:24

- den, dass CDS "gemeingefährlich" und tendenziell wirkungslos sind -  kann man aber auch zu dem Schluss kommen, dass die indirekte Kreditvergabe an die Eurozonen-Südstaaten durch massive Käufe von deren Staatsanleihen ein unvertretbar hohes Risiko darstellte. Die Banken glaubten irrtümlich, dieses Risiko durch CDS im Griff zu haben.

Ohne CDS hätte es schadenbegrenzende Risikoaversion gegeben. Die Griechen hätten dann gar nicht erst so viele Staatsanleihen an deutsche Banken verkaufen können. Durch das hohe Emissions-Volumen sind Griechen nun "too big to fail" - d.h. die CDS haben die Griechen "systemrelevant" gemacht. Man hätte sich sonst seelenruhig zur Drachme zurückkehren lassen können.


Hätten die Banken das Südstaaten-Schuldenrad nicht so weit drehen können, hätte man auch den Euro gar nicht erst einführen müssen. Für die Südstaaten war er von Vornherein eine Nummer zu groß.


Argentinien ist 2002 auch daran zerbrochen, dass der Peso eins zu eins an den US-Dollar gebunden war. 1987 löste die feste Anbindung der Tigerstaaten-Währungen (Thailand usw.) an den US-Dollar die Asienkrise aus.


Experimente mit Währungen können gewaltig nach hinten losgehen. Versicherungen dagegen sind "heiße Luft".


Soweit die Ansprache des Anti Lemming an seine Mitbären vom 7. Februar.
Meine umfassende Ansprache zum gleichen Thema war schon:  Brüssel 11. Februar 2010 - ein Schritt im Werden des europäischen Menschen?

Ein Aufschluß zur Frage des Staatsbankrotts  ist aber nicht in unserem Fokus aufgetaucht bislang.  Aber wir haben ja auch noch nicht 2012 untersucht ... hm.
Gespeichert: 10.3.2010, UTC 14:27,  gepostet:UTC 15:36, überarbeitet: 11.3. UTC 13:54.




Freitag, 1. Januar 2010

2010 kein allzu lustiges Jahr



1.1.2010, 0:00 MEZ
Garmisch – Partenkirchen

Nicht in allen Längen und Breiten trifft der Aszendent zur Jahreswende den Saturn genau oder, so wie oben, fast genau.
Hier eine Auswahl von Aszendenten auf der Nordhalbkugel:

Madrid 23,5° Jungfrau
Paris 28,4° Jungfrau
Moskau 2° Waage
Frankfurt/Main 3° Waage
Athen 3,4° Waage
München 5,2° Waage
Peking 5,3° Waage
Berlin 6,2° Waage
London 7,3° Waage
Tokyo 12,4° Waage

Die Konstellation, ich erläuterte es im vorvergangenen Jahr, betrifft nach meinem Dafürhalten alle Vorgänge, die nach dem Bürgerlichen Kalender ablaufen, also vor allem das Geschäftsjahr.
Damit verspricht das Jahr wenig von dem, was sich die Geschäftswelt erhofft. Das zeigen diese Konstellationen:

1. Das Quadrat Saturn/Pluto/Venus/Sonne, Opposition Mond
2. Pluto, Venus, Sonne und Merkur im Steinbock
3. Jupiter Konjunktion Neptun im Wassermann
Die Punkte 1. und 2. erinnern an das Äquinoctium 2008, als im folgenden Jahr die

Äquinoctium, 20.3.2008, UTC 5:48, Detroit


Nordhalbkugel extrem die Einschränkung durch Saturn verkraften musste. Auch da waren es Merkur, Venus und Mond, die direkt in Saturn-Resonanz standen. Erschwerend kam allerdings hinzu, dass Jupiter nach dem Jahr des Überschwangs (Jupiter in Schütze) nun Steinbock, seinem Gegenprinzip, ausgesetzt war.

Nun also 2010 Venus, Mond und diesmal auch Sonne in Resonanz von Pluto/ Saturn und auch Merkur in den Graden des Steinbocks.

Die Wirtschaftsprognosen zum Jahreswechsel kündigen die Kreditklemme für die Industrie schon an.
Kicky: Eurozone credit contraction accelerates

Bank loans and the M3 money supply in the eurozone contracted at an accelerating pace in November, raising the risk that a lending squeeze will choke the region's fragile recovery next year.
By Ambrose Evans-Pritchard
... Hans-Peter Keitel, head of Germany's industry federation (BDI), said there was a danger of a credit crunch next year as banks take fright at the ugly state of corporate balance sheets. He accused lenders of returning to their gambling habits – in some cases with state money – while refusing to roll over loans for companies with a good track record that have run into short-term problems.

The Bundesbank is bracing for a second wave of the credit crisis as corporate downgrades by rating agencies forces lenders to set aside more money. Big companies in the eurozone have been able to tap the bond and equity markets, raising €130bn of fresh money in the first 10 months of the year. However, smaller Mittelstand firms that form the backbone of Germany's export industry are often shut out of the credit system.

Banks have chosen to restrict lending as they struggle to meet tougher capital rules rather than dilute shares by raising fresh equity or accepting the onerous terms of state support schemes. This has prompted harsh criticism from finance ministers, but Professor Tim Congdon from International Monetary Research said the authorities themselves are to blame. "This is becoming ridiculous. How can banks raise capital asset ratios and lend more at the same time? These people are barmy," he said, comparing the new rules with policy mistakes in the early 1930s …”
und mein Lieblingsanalytiker:

Anti Lemming:

Welche Folgen hätte eine Euro-Krise?

Glaubt man den drei von Kicky reingestellten Artikeln (55143,-44,-45) aus dem Wall Street Journal und dem Telegraph, steht Euro-Land in 2010 eine veritable Staatsschulden-Krise bzw. Zerreißprobe ins Haus, die in Griechenland anfängt und in Spanien, Irland, Portugal noch längst nicht aufhört (GB ist auch bedroht).

Gesetzt den Fall, die Vermutungen träfen zu - was wären die möglichen Folgen?


Ich würde dies erwarten:

- weiteres Schwächeln von EUR/USD, womöglich bis 1,20 und tiefer (Anleger flüchten wieder in den liquiden Dollar)

- massive Rückabwicklungen im Dollar-Carrytrade (Motor sind nicht Fed-Zinserhöhungen, sondern Stärke im Dollar-Index [Währungs-Kursstärke], die Margin-Druck aufkommen lässt)

- dementsprechend Platzen der Rohstoff-Echoblase, die mit "Billig-Dollars" gespeist wurde

- Zunahme der Risikoaversion in fast allen Assetklassen

- Kursrückgänge bei Staatsanleihen mit längerer Laufzeit, speziell in der EU (und dort insbesondere im Club Med) - auch wegen weiterer Rating-Downgrades und wachsender Angst vor Staatspleiten

- Probleme bei Emissionen neuer Staatsanleihen (stockende Auktionen, "der Markt" verlangt höhere Renditen)

- dementsprechend steigende Zinsen am langen Ende und Kreditverteuerung, die sich nachteilig für Firmen und Immobilienkäufer auswirkt

- Kursrückgänge bei Aktien, u. a. weil Rohstoff-/Energie-/Öl-/Dünger-Aktienmit den Rohstoffen fallen; außerdem erhöhen Zinsanstiege am langen Ende die Sorge vor Leitzinserhöhungen

- deutlicher Kursverfall bei Unternehmensanleihen mit niedriger Bonität (zurzeit im Blasen-Modus, siehe HYG)

- steigende Zahl von Pleiten bei kleineren Firmen, die den Bondsmarkt nicht (mehr) anzapfen können. Betroffen sind insbesondere Firmen, die von PE-Firmen ausgesaugt und mit Schulden überladen wurden

- weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit in der EU (und, etwas weniger stark, in USA)


Die Konstellation dieser Neujahrnacht erscheint mir nun auch deshalb besonders ernst, weil sie mit dem Quadrat Saturn/Pluto das Einschränkende des Saturns verbindet mit dem „Einfrieren“ des Plutos. Dieses Einfrieren ist, wir werden es ab diesem Wochenende erleben, durchaus auch meteorologisch zu verstehen. Ich bin zwar nicht sonderlich kompetent für Wetterastrologie, aber man macht sich so seine Gedanken, und im Alpenraum zwischen Genf und Wien erscheint entweder Saturn oder Pluto im ersten Häuserquadranten, realisiert sich also in der physischen Natur.
Das „Einfrieren“ im übertragenden Sinne aber kommt bei Pluto daher (ich erwähnte es oft), dass dieser Planet ein Freund der Nachgeborenen, keineswegs aber der Gegenwärtigen ist. Es ist das Lernen durch die Katastrophe, das in seiner Resonanz angezeigt ist, wenn das Bewusstsein der Zeitgenossen kein bewusstes und gewolltes Umsteuern zugunsten der kommenden Generationen zulässt.
Und die Verbindung Neptun/Jupiter im Wassermann lässt befürchten, dass die außer Rand und Band geratene Ausweitung (=Jupiter) der Staatsverschuldung ungebremst wie 2009 weitergeht.
Insgesamt keine lustige Skizze. Allein das „winterfest“ machen der Existenz scheint unter dieser Konstellation ratsam.

Gespeichert 1.1.2010, UTC: 19:15, gepostet: UTC 19:25.